Großgasthof Sternbräu

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Das Sternbräu nach dem Umbau 2013/2015
Das Sternbräu vor seinem Umbau 2013/2015
Sternbräu-Biergarten
Wandbild in der Sternbräugaststube
Sternbräuinnenhof, Gastgarten im Mai 2015

Der Großgasthof Sternbräu ist ein Unternehmen, das seit 600 Jahren in der Altstadt von Salzburg an der Griesgasse besteht.

Geschichte

Vermutlich Mitte des 13. Jahrhunderts wird das Haus an der Trabegasse, der alten Bezeichnung der Getreidegasse, errichtet. Schon damals befand sich eine Gaststätte in diesem Gebäude. 1415 kommt die Brauerei und 1542 wird erstmalig der Name "Pirprew" erwähnt. Der Hausname - "Zum (goldenen) Stern" bezog sich auf die nahegelegene Sternbastei und bürgerte sich erst im 17. Jahrhundert ein.

Im 17. Jahrhundert wurde die Familie Stockhammer Besitzer des Sternbräus, die bereits das benachbarte Stockhamerbräu betrieb. Es folgte Mathias Wilhelmseder ab 1743 als Betreiber. Er wurde wie wie viele andere Gewerbetreibende Anfang der 1770er-Jahre von einer schweren Hunger- und Teuerungskrise, die Mitteleuropa erfasste, in den Konkurs getrieben.

Von 1772 bis 1781 war Johann Ernst Andretter Besitzer des Sternbräus. 1777 soll Wolfgang Amadé Mozart viele Stunden im Sternbräu verbracht haben. Unter Kordula Hierl, die das Sternbräu von Andretter erwarb, kam das Bräu nochmals in die Höhe. Die schlechte Konjunkturlage gegen Ende des 18. Jahrhunderts führte abermals zum Niedergang.

Etwa 1800 bis 1810 sind etwa 350 Jahre Brauereigeschichte an diesem Ort erreicht und die Wirts- und Braubehausung erstmals als Goldener Stern bezeichnet. Aus Platzgründen übersiedelt 1907 die Sternbrauerei in die Riedenburg unterhalb des Rainbergd und rücken die Gaststätten in zwei Etappen in Richtung Salzach. Das ehemalige Brauereigebäude wurde 1930 abgerissen und so entstand der heutige Sternhof.

In der Bürgerstube spiegelt sich die Geschichte der Bürgerkultur dieser Stadt. Wer den großangelegten Bilderzyklus des Malers Karl Reisenbichler um 1924 betrachtet, kann die Geschichte des Erzbistums Salzburg wie in einem aufgeschlagenen Bilderbuch ablesen. In der wirtschaftlich, sehr schlechten Zwischenkriegszeit erhielt der Maler Karl Reisenbichler um 1924 den Auftrag "einen wandbedeckenden Ölbilderzyklus" für den neugebauten "Bürgersaal" im Sternbräu zu gestalten. "Für Kost und Quartier" schuf er "Acht Historienbilder über die Bauernaufstände, die Salzburger Dult, den Zug der Kaufleute über den Radstädter Tauern, und die Verbrennung einer Hexe auf dem Kapuzinerberg".

1929 bis 1931 erwarb die Österreichischen Brau AG alle Teile des Unternehmens und beginnt mit einem großzügigen Umbau zum „Großgasthof“.

1979 eröffnete das Sternbräu mit dem Braumeister Salzburgs erstes Bier-Pub. Gemeinsam mit dem Eigentümer wird die Philo­sophie eine Vielzahl von verschiedenen Restauranttypen unter einem Dach zu ver­einen entwickelt. Dazu wurden 1986 bis 1988 umfangreiche Umbauarbeiten und Adap­tierungen durchgeführt. Der Stern Biergarten erhiet sein heutiges Gesicht und die Trattoria La Stella wird eröffnet.

Seit 2000 wird der neu adaptierte Sternsaal für Theater- und Kabarettaufführungen sowie für die tägliche „Sound of Music Dinnershows“ zum viel begehrten Kultur- und Veranstaltungszentrum der Salzburger Altstadt.

2006 übernahm Mag. Harald Kratzer den Traditionsbetrieb gemeinsam mit seiner Frau Dr. Christine Bitschnau. 2007 folgte die Eröffnung der Bar Abendstern sowie der Sterninsel.

Mit 780 Sitzplätzen und 670 Gartenplätzen ist das Sternbräu einer der größten Gastronomiebetriebe Österreichs. Im Jahr 2011 kehrten eine halbe Million Besucher ins Sternbräu ein.

Bekannt ist es auch für den seit Jahrzehnten Ende Oktober stattfindenden LIONS Flohmarkt des LIONS Clubs Hohensalzburg.

Umbau

Ab 7. Jänner 2013 wurde das Sternbräu für zwei Jahre geschlossen sein. Das gesamte Gebäude wurde mit Ausnahme der denkmalgeschützten Teile (historische Gaststuben sowie die Biergärten) umgebaut. Der Rest, der beim letzten Umbau 1987 dazugekommen war, wurde abgerissen. Insgesamt investierte die Eigentümerin der Liegenschaft, die Salzburger Immobilien Bauträger AG zwölf Millionen Euro. Nach Baubeginn wechselte ein Teil der rund 100 Mitarbeiter ins Gablerbräu in die Linzer Gasse (das ebenfalls der Salzburger Immobilien Bauträger AG gehört), die anderen erhielten eine Wiedereinstellbestätigung nach Ende der Umbauarbeiten.

Wiedereröffnung

20 Monate wurde umgebaut, am Mittwoch, den 1. Oktober 2014 öffnete das Sternbräu in der Altstadt seine Pforten wieder. Harald Kratzer und Küchenchef Michael Pratter begrüßten John Lindebner als einen der ersten Gästen. Lindebner hatte von 1958 bis 1960 eine Kochlehre im Sternbräu absolviert.[1]

Bilder

 Großgasthof Sternbräu – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Literatur

Quellen

Einzelnachweis

  1. Salzburger Nachrichten, 2. Oktober 2014