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Teresa Präauer

Teresa Präauer

Teresa Präauer (* 1979, aufgewachsen unter anderem in St. Johann im Pongau) ist Schriftstellerin und bildende Künstlerin.

Vorgestellt

"Die Schwalbe macht den halben Sommer. Löcher sind die Häuser der Mäuse. Die Haare sind die Federn der Menschen."

Diese Worte stammen aus Teresa Präauers jüngstem Buch "Taubenbriefe", einer Kartensammlung mit Darstellungen von Vögeln, die zu einem Buch gebunden wurden. Die Vogelwesen hat sie selbst gezeichnet und mit Fantasienamen versehen wie Kräuselküken, Mantelwachler oder Braver Höllengreifling. Und dann sind da ihre in Sprache gefassten Natur-"Erfindungen": "In der Erde, unter Beeren, blüht eine Blutkugel." Was das heißen soll? "Jeder hat dazu ein Bild oder auch nicht", sagt die 31-Jährige. Ihr eigenes Bild davon entstand, als sie bei einer Wanderung zu einem Schlossteich "mit Tausenden Federn" kam. "Das sah aus wie ein Schlachtfeld und zugleich wie ein Bett." Auf der Wiese sah sie dann noch eine rote Beere liegen, "wie ein Blutstropfen".

Teresa Präauer spielt gern mit der Sprache. Was die Künstlerin in Büchern, Filmen, in der Natur entdeckt, verarbeitet sie zu Texten, zu Kurzfilmen und in der Malerei. Das alles mache sie durchaus gut, Teresa Präauer sei eine Künstlerin, der man eine Zukunft zutraue, sagen Kritiker.

Preise bekam sie schon viele, ihre zahlreichen Stipendien führen sie oft ins Ausland. Derzeit ist sie wieder öfter in Salzburg unterwegs. Ein Stipendium des Landes nützt sie, um ein neues Buch zu schreiben. "Da geht es um Menschen, Vögel, Beziehungen, Piloten und eine Japanerin." Politisches findet man in ihren Texten kaum. Sie selbst sieht sich aber sehr wohl als politisch denkende Frau. Die teils "hetzerische" Politsprache sei etwas, was einen "wirklich anekeln kann".

Die Tochter eines Produktdesigners und einer Fremdsprachenkorrespondentin wuchs in St. Johann auf. Auf dem Snowboard war Präauer so schnell, dass sie bei Bundesmeisterschaften teilnahm. "Ich mag die Geschwindigkeit, die Kraftanstrengung."

Nach dem Gymnasium studierte Teresa Präauer in Salzburg und Berlin Germanistik und Malerei. Dann war sie ein Jahr Postgraduate an der Akademie der Bildenden Künste.

In ihrer Wiener Wohnung hat Präauer mittlerweile ein Atelier eingerichtet. Finanzieren lässt sich das Künstlerleben über den Verkauf von Bildern, auch über Stipendien oder Aufträge von Verlagen. "Reich glaub’ ich nicht, dass ich damit werde. Ich komme eher mit studentischen Summen aus."

Quelle

  • Salzburger Nachrichten (Thomas Hödlmoser)