Abendgymnasium Salzburg

Aus Salzburgwiki
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Schuldaten[1]
Schulkennzahl: 501126
Name der Schule: Bundesgymnasium, Bundesrealgymnasium und
Wirtschaftskundliches Bundesrealgymnasium für Berufstätige
Adresse: Franz-Josef-Kai 41
5020 Salzburg
Website: www.abendgymnasium.salzburg.at
E-Mail: Office@abendgymnasium.salzburg.at
Telefon: (06 62) 43 45 75
Direktor: Mag. Gerhard Pusch

Das Bundesgymnasium, Bundesrealgymnasium und wirtschaftskundliche Bundesrealgymnasium für Berufstätige – bekannter unter der Selbstbezeichnung „Abendgymnasium Salzburg“ – ist eine allgemeinbildende Höhere Schule mit Standort in der Stadt Salzburg.

Allgemeines

Das Abendgymnasium Salzburg eröffnet allen Personen ab 17 Jahren die Möglichkeit, die Reifeprüfung und damit den vollen Universitäts- und Fachhochschulzugang zu erlangen.[2] Es bietet nicht bloße Berufsreifeprüfungen, sondern eine Vollmatura an.

Eine umfassende Allgemeinbildung, der Umgang mit neuen Medien, das Erlernen von Fremdsprachen sowie das Beherrschen von Schlüsselqualifikationen stehen im Mittelpunkt der Ausbildung. Das modulare Kurssystem lässt sich individuell und flexibel auf die Bedürfnisse der Schüler abstimmen. Die Matura kann auch in Teilen abgelegt werden.[2]

Zur Wahl stehen die klassische Form des Abendgymnasiums mit (abendlichem) Unterricht in der Schule und das Fernstudium, in dem nur an zwei Abenden pro Woche gemeinsamer Unterricht stattfindet.[2]

Das Abendgymnasium Salzburg ist in Österreich die drittgrößte Einrichtung seiner Art.[3]

Das Altersspektrum der Schüler liegt zwischen 17 und 58 Jahren. 58 Prozent sind weiblich.[3]

Das Abendgymnasium teilt seinen Standort am Franz-Josef-Kai 41 mit dem Christian-Doppler-Gymnasium.

Vorgestellt

Das, was Christine J. jetzt macht, wollte sie eigentlich schon vor 25 Jahren erledigen: für die Matura lernen. Doch im Jugendalter wurde sie zu Hause im Familienbetrieb gebraucht. Heute, mit 44 Jahren, drückt Christine J. aus Mattsee wieder die Schulbank – zwischen 17 und 22 Uhr, am Abendgymnasium Salzburg. Nach der Matura will sie sich an der Fachhochschule zur Biomedizinischen Analytikerin weiterbilden.

Auch Dominik P. (26) aus Pöndorf denkt ans Studieren. Der gelernte Maschinenbautechniker hatte eines Tages einfach wieder Lust, sich weiterzubilden. Jetzt lernt er ebenfalls am Abendgymnasium – und über Fernstudium.

Im Schnitt sind die Schüler des Abendgymnasiums 27 Jahre alt. Deshalb nennen sie die Lehrer auch nicht „Schüler“, sondern „Studierende“. Manche bedauern, dass sie nicht schon im Jugendalter eine Schule mit Matura besucht haben – so wie Simone E. (25) aus Salzburg. „Ich hab’s immer bereut, dass ich mich nach einem Jahr an der HAK für die Handelsschule entschieden habe“, sagt die Magistratsbeamtin. Sie sei einfach „unreif“ gewesen. „Ich habe damals, mit 15 Jahren, die Wertigkeit nicht gesehen.

541 Frauen und Männer besuchen im Herbst 2014 das Abendgymnasium. Mit 101 Abschlüssen wurde im vorangegangenen Schuljahr ein Rekord erreicht. Das zeigt, dass Bildung keine Einbahnstraße ist und der Weg zur Matura auch über Umwege erfolgen kann. Mehr als die Hälfte derjenigen, die am Abendgymnasium beginnen, schaffen es bis zur Matura. Längst ist das Abendgymnasium nicht mehr nur eine Schule für jene, die in späteren Jahren, nach Lehre und Jahren im Berufsleben, die Reifeprüfung nachholen wollen. Es wird auch immer mehr zur Anlaufstelle für Jugendliche, die an herkömmlichen Gymnasien oder berufsbildenden höheren Schulen sitzengeblieben sind oder schlicht die „falsche“ Schule besucht haben. Ein Drittel der Studierenden des Abendgymnasiums sind solche Quereinsteiger.

Aber wieso schaffen Jugendliche, die in einem „normalen“ Gymnasium scheitern, beim zweiten Anlauf doch noch die Matura? Den entscheidenden Grund dafür sieht Direktor Gerhard Pusch im Modulsystem. Dieses macht es möglich, dass jeder selbst bestimmt, wann er welches Fach lernt – und in welchem Tempo. Manche brauchen zwei Jahre bis zur Abendmatura, andere bis zu acht Jahre. „Es kann sein, dass ein Studierender in Englisch nur ein Jahr und in Mathematik drei Jahre braucht“, sagt Pusch. Der Vorteil sei: „Die Studierenden machen ihren eigenen Stundenplan.“ Manche bekommen auch eine Lehrkraft als Coach und Lernberater zur Seite gestellt. Pusch: „So wird das Durchhaltevermögen gestärkt.

Geschichte

Im Jahr 1957 wurde die „Mittelschule für Arbeiter und Angestellte“ als Privatschule des Vereins „Salzburger Volkshochschule“ gegründet. Sie ging aus der von der Salzburger Kulturvereinigung betriebenen und von der Volkshochschule übernommenen Maturaschule hervor. Die Umbenennung der Maturaschule in „Mittelschule für Arbeiter und Angestellte“ war als Zeichen gedacht, dass die Volkshochschule verstärkt aus den sozialen Gruppen der in der Industrie Tätigen, Teilnehmer gewinnen wollte.[4]

Im Jahr 1965 wurde die Mittelschule für Arbeiter und Angestellte in Anpassung an das Schulunterrichtsgesetz des Jahres 1962 in „Gymnasium für Berufstätige“ umbenannt.[4]

Im Jahr 1987 wurde das bisherige Privatgymnasium für Berufstätige des Vereines „Salzburger Volkshochschule“ vom Bund als „Bundesgymnasium für Berufstätige" übernommen. Inzwischen wird − im Hinblick auf den breiten Schülerkreis, der sich längst nicht mehr nur aus Berufstätigen zusammensetzt − hauptsächlich die Bezeichnung „Abendgymnasium“ verwendet.[3]

Die Zahl der Schüler war über die Jahrzehnte durch einen fortwährenden Anstieg gekennzeichnet. 1961 legten 16 Kandidaten die Reifeprüfung ab, 2005/06 waren es bereits 58. Zwischen 1990 und 2007 wuchs die Schülerzahl von 200 auf 500. Dieser Anstieg wird insbesondere auf die Einführung eines Fernstudiums (e-learning) und (seit 2000) auf das Modulsystem („Matura nach Maß“) zurückgeführt. Zur 50-Jahr-Feier konnte man im Jahr 2007 bereits auf 1 450 Absolventen zurückblicken.[3]

Quelle

Einzelnachweise

Weblink