Andreas Evers

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Andreas Evers (* 13. Jänner 1968 in Flachau) ist ein ehemaliger Salzburger Skirennläufer. 1986 wurde er Vize-Juniorenweltmeister und 1988 österreichischer Meister in der Abfahrt. Ab 1995 war Evers Trainer im Österreichischen Skiverband, seit 2012 arbeitet er für den US-Verband.

Leben

Er besuchte die Skihauptschule Bad Gastein. Später war er dann Trainer von Hermann Maier.

Skicoach nahm schmutziges Geld

Andreas Evers erhielt 1,5 Mill. Euro an Geld aus Straftaten seiner Ex-Freundin. Dafür stand er im September 2013 in Salzburg vor Gericht. Am 3. Dezember 2012 wurde Evers wegen des Verbrechens der Geldwäscherei kurzzeitig festgenommen. Die Salzburger Staatsanwaltschaft lastet dem 45-Jährigen an, insgesamt knapp 1,5 Millionen Euro an Geldern, die aus Straftaten seiner – inzwischen ehemaligen – Lebensgefährtin stammen, veranlagt oder für den Bau seines „luxuriösen Wohnhauses“ (O-Ton Staatsanwalt Georg Kasinger) verwendet zu haben.

Am 9. September 2013 musste Evers am Landesgericht Salzburg vor einem Schöffensenat (Vorsitz: Richterin Gabriele Glatz) erscheinen. „Der Angeklagte hat bereits Anfang 2004 gewusst, dass das Geld, das ihm seine damalige Freundin in Tranchen übergab, von kriminellen Machenschaften der Frau kommt“, so der Staatsanwalt. Dennoch habe Evers zwischen Anfang 2004 und Dezember 2012 an die 1,5 Millionen Euro, die aus Untreue-Handlungen der damaligen Freundin stammten, „verborgen, angelegt und verwaltet“. Evers investierte dieses Geld in drei Lebensversicherungen, 670.000 Euro davon gab er für den Neubau seiner stolzen Villa aus, die einen Wert von rund 1,3 Millionen Euro hat (mit Personenlift, Sauna und Weinkeller).

Die inzwischen 40-jährige „Ex“, von 1999 an mit Evers liiert, war 2009 in Wien wegen Untreue zu vier Jahren Haft verurteilt worden, weil sie zwischen 2001 und 2005 als Managerin eines weltweit operierenden Computerkonzerns massenhaft Hardware bestellt und an der Konzernbuchhaltung vorbei „schwarz“ verkauft hatte. Schaden für den Konzern: mindestens 7,6 Millionen Euro. Evers Ex-Partnerin ist seit 2012 wieder in Freiheit. Bei der Polizei belastet hatte sie den Skitrainer erst 2011.

Vor Richterin Gabriele Glatz gestand Evers (Verteidiger: RA Kurt Jelinek) am Montag zwar ein, „dass das Ganze ein Fehlverhalten war“. Dennoch bekannte er sich „nicht schuldig“. Verteidiger Jelinek, der Freispruch forderte, erläuterte, warum: „Die drei Tathandlungen meines Mandanten sind schon verjährt. Sie geschahen alle in den Jahren 2004 und 2005. Die Veranlagung von 520.000 Euro für eine Lebensversicherung in Liechtenstein ebenso wie die Einzahlung von 300.000 Euro für zwei Lebensversicherungen bei der Bank Austria. Und wie auch die Finanzierung des Ausbaus seines Hauses mit 670.000 Euro.“ Bis 2010, so der Verteidiger, sei qualifizierte Geldwäscherei aber „nur“ mit bis zu fünf Jahren Haft bedroht gewesen und das Delikt daher auch nach fünf Jahren verjährt. Erst seit 1. Juli 2010 betrage der Strafrahmen für Geldwäscherei mit einem Schaden von über 50.000 Euro ein Jahr bis zu zehn Jahre Haft. Und erst seit dieser Zeit trete die Verjährung nach zehn Jahren ein, ergänzte Jelinek.

Der Anwalt stützt sich dabei auf die Rechtsmeinung des Salzburger Strafrechtsprofessors Hubert Hinterhofer. Auch im Salzburger Nachrichten-Gespräch sagt Hinterhofer, dass Geldwäscherei in allen Begehungsformen seiner Ansicht nach (und damit entgegen der Meinung der Staatsanwaltschaft) „ein Zustandsdelikt und kein Dauer delikt“ sei. Die inkriminierten Tathandlungen seien nach den „alten“ Bestimmungen zu beurteilen, weshalb Verjährung vorliege.

Die Richterin vertagte den Prozess auf den 14. Oktober 2013. Sie will die Frage der Verjährung rechtlich genau prüfen. Zuvor ließ Glatz allerdings durchblicken, dass das Faktum bezüglich jener 520.000 Euro, die Evers in Liechtenstein eingezahlt hatte, aus ihrer Sicht nicht verjährt sein dürfte: Angesichts von Kursverlusten sei nämlich dieses Gelddepot im Jahr 2008 auf Veranlassung des Skitrainers umstrukturiert worden

Am 24. April 2014 wurde er am Landesgericht Salzburg wegen Geldwäsche verurteilt. Er erhielt 24 Monate teilbedingte Haft, davon vier Monate unbedingt. Den Privatbeteiligten des Strafverfahrens wurde ein Betrag von rund 1, 1 Mio. Euro zugesprochen. Davon habe sein Mandant bereits rund 200.000 Euro beglichen, erklärte sein Verteidiger.

Laut der mittlerweile ausgedehnten Anklage hat der aus Flachau stammende, bisher unbescholtene Trainer die 1,7 Mio. Euro im Zeitraum von 2004 bis Dezember 2012 für sich angelegt, verwaltet und teilweise verwendet. Er soll die veruntreuten Summen in Versicherungen und Lebensversicherungen gesteckt und rund 880.000 Euro für die Sanierung seines Hauses in Flachau ausgegeben haben. Das Objekt wurde beschlagnahmt, das Pfandrecht hat die Justiz.

Quellen