Augustin Friedrich Freiherr von Hegi

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Wappen von Augustin Friedrich Freiherr von Hegi
am Haus Sigmund-Haffner-Gasse Nr 18

Augustin Friedrich Freiherr von Hegi (auch A. Friderich F.v.H., * 16??; † 13. Juni 1686) war Hof- und Kriegsgerichtsrat und Günstling des von 1668 bis 1687 regierenden Salzburger Fürsterzbischofs Max Gandolfs von Kuenburg.

Allgemeines

In der Stadt Salzburg besaß er - damals in bester Lage - in der Kirchengasse (heute: Sigmund-Haffner-Gasse Nr 18) ein Haus schräg gegenüber der Franziskanerkirche. Hegi war salzburgischer hochfürstlicher Geheimer Rat und oberster Kriegskommissar. Der Salzburger Dompropst Carl Graf von Castelbarco verleiht dem Augustin Friderich von Hegi zudem das Gut Niderzill in der Gaissau (Pfleggericht Golling) und 7 Zehenthäuser in der Gaissau (Schenau, Ottenreith, Resstfeicht, Senglperg und 2 Häuser zu Riedtmansau) als Lehen.


Schloss Ursprung

Er erwarb am 13. September 1670 das Gut Ursprung und baute es zu einem Herrensitz aus. Hegi erwarb für die Gebiete des Gutes, die sich damals auf rund 100 Hektar beliefen, das Jagdrecht sowie das Schankrecht. Außerdem erreichte er die Bewilligung eines Bräuhauses.

angebliche Missetaten

Hegis Charakter und Gebaren wurden 1675 in ungünstigem Licht gezeichnet:

Im Jahr 1675 wußte er blos aus muthwilliger Schadenfreude einen Studentenaufstand anzuzetteln, der von gefährlichen Aussichten war. Von Worten kam es zu Tätlichkeiten, welche Hegi, ein bekannter Feind der Studenten und aller Gelehrten, zuerst mit Stock und Degen unterstüzte, und dann mit einer Kompagnie Bewaffneter zu dämpfen suchte. Die Studenten stellten sich tapfer zur Gegenwehre, und gegen 300 standen unter Waffen auf dem Brodmarkt. Der polnische Graf Kuttler war ihr Anführer. Eben standen sie unter dem Rizerbogen einander gegenüber in Schlachtordnung, als der Erzbischof dazwischen kam, und beiden Theilen Frieden gebot.[1]

Hegi schien aber eine ordentliche Lust an solchen Händeln zu haben; indem er durch sein spöttisches und verächtliches Betragen, womit er nicht nur den Studierenden, sondern allen Gelehrten begegnete, derselben einige von Zeit zu Zeit veranlaßte.[1]

Im April 1685 wurde Hegi vom Hof verstoßen und aller seiner Ämter entsetzt, „weil er, als ein gar muthwilliger, sein Ansehen mißbrauchender Günstling, aufstellte und absezte, belohnte und strafte nach eigener Willkühr, selbst ohne Wissen des Fürsten, wodurch er dem Erzstifte einen Schaden von mehr als 300.000 Gulden zufügte. Er hatte 71 Büchsenmeister eigenmächtig aufgenommen, und noch vielen andern Wartgelder gegeben, wovon man im Erzstifte kein Beyspiel hatte.[1]

Ende

Nach anderer Quelle[2] fiel Hegi in Ungnade, nachdem er sich unvorsichtigerweise zu einer kritischen Äußerung an Max Gandolfs Vetternwirtschaft hinreißen hatte lassen.

Ein gutes Jahr nach seinem Sturz starb Hegi auf seinem Schloss Ursprung, angeblich durch genommenes Gift.[1]

Seine Witwe Maria Katharina Barbara Freiherrin von Hegi, geb. von Nitzwitz (* um 1638; † 13. September 1694) heiratete am 23. November 1692 den Salzburger Kämmerer Johann Friedrich Freiherrn von Rehlingen (* 1667; † 1725) und brachte Schloss Ursprung dieser Familie zu.[3]

Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Johann W. Melchinger, Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Baiern, Dritter und lezter Band, Ulm 1797. Spalte 583 f., gestützt auf Schlachtners salzburgische Chronik.
  2. Brandhuber, Christoph: Artikel „Kuenburg, Maximilian Gandolph Graf von (1622-1687), Fürsterzbischof von Salzburg“, in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon Bd. 26 (2006) Sp. 812-823.
  3. Artikel „Rehlingen“.