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Begriffe Stadtbefestigungen und Verteidigungsanlagen

Der Artikel Begriffe Stadtbefestigungen und Verteidigungsanlagen informiert über in Salzburgwiki-Artikeln wiederkehrende Begriffe mit ergänzenden Salzburg spezifischen Hinweisen.

Inhaltsverzeichnis

Bollwerk

Hauptartikel Bollwerk

Das Wort Bollwerk leitet sich – genau wie das Wort Palisade – von den ältesten von Menschen angelegten Befestigungswerken ab, nämlich einer Reihe von in den Boden gerammten oder eingegrabenen Pfählen, Planken oder Baumstämmen (Mittelhochdeutsch: bolen, Bohlen).

Bollwerk war somit ursprünglich die Bezeichnung für einen aus Bohlen (Pfählen) errichteten Schutzzaun und davon abgeleitet letztlich für die gesamte Befestigungsanlage. Erst in der Neuzeit (ab dem 16. Jahrhundert) wurde der Begriff in der Fachsprache des Festungsbaus zunehmend auf eine den Hauptwall flankierende Anlage eingeschränkt, während im allgemeinen Sprachgebrauch eine besonders starke Festung verstanden wird.

In der Fachterminologie des neuzeitlichen Festungsbaus wird jede aus der Walllinie vorspringende Anlage als Bollwerk bezeichnet. Der Zweck einer solchen Anlage war es, den Raum unmittelbar vor dem Wall, den die Verteidiger von der Brustwehr aus nicht einsehen können, seitlich bestreichen zu können. Bollwerke sind also der flankierende Teil eines Festungswalls und besitzen in einer neuzeitlichen Festung somit die gleiche Funktion wie die Türme einer antiken oder mittelalterlichen Stadtmauer. Der Ausdruck Bollwerk war in der Fachterminologie des (deutschen) Festungsbaus nicht an eine ganz bestimmte Bauform gebunden, sondern konnte als Synonym zu Bastion, Bastei oder Rundell (Rondell) oder einem anderen flankierenden Bauwerk gebraucht werden. Die später so genannten Bastione der Neustadtseite der Stadt Salzburg wurden im 17. und 18. Jahrhundert ebenfalls als "Bollwerke" bezeichnet.

Burg - Festung

Der Begriff Burg hat seine Wurzeln in germanischer Zeit und wurde über die Althochdeutsche und die Mittelhochdeutsche Sprache in das Neuhochdeutsche übernommen. Im 14. Jahrhundert verbreitete sich langsam auch die zusätzliche Bezeichnung veste („Feste“) oder vestunge („Festung“) für Burgen.[1]. Üblich ist es oft, den Begriff Burg vorrangig für mittelalterliche Wehranlagen zu verwenden, Festung aber für neuzeitliche. Damit es zu keinen Verwirrungen kommt, wird hier im Artikel für die neuzeitliche Wehranlage Festung Hohensalzburg auf dem Festungsberg ebenfalls der Begriff Festung verwendet.

Hornwerk

Als Hornwerk wird eine in den Graben vorgeschobene bastionierte Front bezeichnet, die zu den Außenwerken einer frühneuzeitlichen Festung zählte.

Mauer und Wall

Die vorrömischen und römischen Wehranlagen bestanden vielfach aus einem tiefen Graben, der teilweise von Palisaden gestützt wurde im Wesen bestand. Auch der bekannte Limes war ein solcher Wall. Bekannt sich auch viele jungsteinzeitlichen, bronzezeitlichen,. germanische, keltischen und römischen Ringwälle. Sie dient der Verteidigung einer provisorischen Feldbefestigung oder einer Wallburg, vielleicht auch eines religiösen Versammlungsortes. Solche Anlagen wurden bis ins Mittelalter um Dörfer oder Märkte oder um kleine Wehranlagen herum gebaut.

Charakteristisch war in allen diesen Anlagen ein wehrhafter Wall. Oft war er eine einfache Erdaufschüttung mit beidseitig steilen Böschungen, oder auch eine Erdkonstruktion, die mit Holz, Fratten oder Palisaden zusätzlich gesichert war, auch Mauerteile waren im untergeordneten Ausmaß vorhanden. Die einstigen Gräben sind heute kaum mehr sichtbar erhalten, sichtbar bleiben aber oft undeutliche Erdwälle. Nicht selten bestanden mehrere konzentrische Ringwälle hintereinander. In der Stadt Salzburg sind solche frühen Wälle nicht dokumentiert. Die mittelalterliche Stadt besaß Wehrmauern aber keine Wälle.

In der Stadt Salzburg sind solche frühen Wälle nicht dokumentiert. Die mittelalterliche Stadt besaß Wehrmauern, aber keine Wälle.

Fürsterzbischof Paris Graf Lodron ließ vor allem in der Neustadt große Bollwerke errichten, die bis etwa acht Meter hoch gemauert ausgeführt waren. Um diese im Grundriss polygonalen Mauern herum bestand ein ringförmiger Weg zur Beobachtung und für Geschütze. Auf dieser Basis befand sich ein bis acht Meter hoher massiver und allseitig steil geböschter Erdwall, dem oben noch ein 1,4 m hoher schmaler Schutzwall aus Erde aufgesetzt war. Hinter diesem kleine Wall stand der Großteil der Geschütze. Diese Form der Wehranlagen mit aufgesetzten Wällen führten dazu, dass oft die gesamten Wehranlagen einer Stadt - oder Teile davon - als Wälle bezeichnet wurden- unabhängig von ihrem Aussehen.

Solche historischen Bezeichnungen sind der Wehranlagen als Wälle in der Stadt Salzburg mehrfach bekannt. Die Wälle wurden auch zu einem Metapher der Wehrhaftigkeit. Auch etwa Heinrich von Kleist verwendet übrigens den Begriff in seinem Lustspiel "Der zerbrochene Krug", wo Rupert am Schluss bereit ist "auf den Wällen von Antwerpen Schildwacht" zu halten (auch wenn es damals keine ritterlichen Schilder mehr gab). Ein weiteres Beispiel ist auch der angebliche "Schutzwall gegen den Faschismus, den die DDR entlang der seinerzeitigen Zonengrenze baute, der aber keineswegs mehr einen Wall enthielt. In diesem Sinn sind oft auch verschiedene Zeitungsbeiträge der Jahre nach 1920 beim Artikel über die Schartenmauer zu verstehen.

Heute werden Metapher allgemein deutlich seltener verwendet als vor gut 80 Jahren. Auch in Salzburgwiki als Enzyklopädie ist der Name Schartenwall nicht zu empfehlen. Ein Wall bleibt im Kern des Wortes eine Anlage mit (zumindest weit überwiegend) beidseitig geböschten d. h. deutlich geneigten Seitenteilen.

Ravelin

Als einen Ravelin (deutsch: Wallschild) bezeichnet man im Festungswesen ein eigenständiges Werk, dessen Aufgabe es ist, die Kurtine, also den Wall zwischen zwei Bastionen, zu schützen – daher sein deutscher Name Wallschild – und gleichzeitig deren Facen (die Feindseite bzw. die vordere, außenliegende Seite eines Festungswerkes) zu flankieren.

Quellen

  • Salzburgwiki-Artikel
Bollwerk, ein Beitrag von Dr. Reinhard Medicus
Schartenmauer, ein Beitrag von Dr. Reinhard Medicus
  • Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Ravelin"
  • Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Hornwerk"

Einzelnachweis

  1. Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Burg"