Die Schartenmauer als Teil des Schartenwalls

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Bürgermeisterloch in der Wehrmauer auf der Mönchsbergscharte
Lage der Wehranlage auf Googlemaps
Die Wehrmauer auf der Mönchsbergscharte

Die Schartenmauer ist ein Teil der historischen Schartenwalles, der von Paris Graf Lodron im Dreißigjährigen Krieg errichtet worden war. Die Schartenmauer ist daher ein wesentlicher Teil einer Wehranlage, das heißt ein Teil der äußeren Befestigungen, der Stadt Salzburg auf der Scharte des Mönchsberges im Übergang zum Festungsberg. Die Schartenmauer bildet im Süden einen Teil der Lodronschen Stadtmauer.

Geschichte

Adolf Frank, Mitglied der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, fasste 1911 und 1930 die Beschreibung der Wehranlage wie folgt zusammen:

Seit alters her wurde diese Schwachstelle durch zwei Türme geschützt: in der Mitte der Scharte durch den Abtsturm (Mönchsberg 9) und etwa 25 Meter höher, am Hang des Mönchsberg liegend, durch den Roten Turm (Mönchsberg 15). Erbauer und Erbauungszeit der beiden Türme sind unbekannt. 1372 konnte des Stift St. Peter in einem Besitzstreit mit dem Erzbischof von Salzburg nachweisen, dass seit Menschengedenken die Türme dem Stift St. Peter gehörten. Der Rote Turm war mit einem Zwinger umgeben und stand wahrscheinlich mit durch einen Pfahlzaun oder eine Pallisade mit dem Abtsturm in Verbindung. So blieb es bis in die Regierungszeit von Erzbischof Bernhard von Rohr (1466-1482).

1479/1480 errichtete auch die Bürgerschaft eine neue Stadtmauer und befestigte auch die Scharte. Nach dem Chronisten von St. Peter erbaute die Bürgerschaft unter dem Bürgermeister Oswald Elsenheimer die Katze, zur Bestreichung des westlichen Aufstieges auf die Festung Hohensalzburg,
und zogen von dieser eine Mauer, die Scharte weiter vorne absperrend, bis an die Mönchsbergerhebung, die sie mit einem Tor schlossen.

Die Bürgerschaft erbaute zum Schutz der Scharte einen festen, viereckigen, mehrstöckigen, mit Zinnen gekrönten und verteidigungsfähigen Turm, dem gegen Süden noch eine Mauer vorlag, sodass die Einsenkung wenigstens teilweise querüber abgeschlossen war. Seit dieser Zeit begegnen uns in den Urkunden der "Stadtthurn auf dem Minichberg" und das "Tor auf dem Minichberg".

Anfang des 17. Jahrhunderts entsprach dies nicht mehr der Befestigungstechnik.

1635 schloss Fürsterzbischof Paris Graf Lodron die Scharte durch einen Quer-Wall, an er die lapidare Inschrift angebrachte:

"Hoc vallo vallem clausit Paris e(x) com(itibus) Lodroni Arch(iepiscopus) 1635"
"Mit diesem Wall[1] schloss das Tal Paris aus dem Geschlecht der Lodron, Erzbischof, 1635"

Er gab auch der Katze ihr heutiges Aussehen und baute das Schartentor

Mit der Errichtung des Lodronschen Walles war der Verkehr durch die Scharte ganz abgeschlossen, und so blieb es durch 230 Jahre.

Beschreibung

15. Jahrhundert

Die Wehranlage wurde anstelle einer mittelalterlichen Wehrnmauer errichtet [2]. D Durch die Entwicklung der Feuerwaffen bildeten die (doppelte) mittelalterliche Wehranlage und die dortigen Wehrtürme im Spätmittelalter zunehmend eine Schwachstelle, über die ein Feind von Süden her vergleichsweise leicht in die Altstadt hätte eindringen oder gegen die Festung hätte vorrücken können. iese wurde der Zeit gemäß größtenteils zur Altstadtseite hin mit Erde verfüllt und bildete westlich des einstigen Äußeren Schartentores zur Altstadt hin einen leichten Wall.

17. Jahrhundert

Die Wehrmauer, errichtet 1635, hat eine Länge von etwa 150 Metern. Die Mauer wurde von Grund auf neu aus mächtigeren Quadern gefügt. An der Basis ist sie über zehn Meter mächtig und hat in ihrer Mitte — etwa beim Bürgermeisterloch — eine Höhe von etwa acht Metern. An der Nordseite der Wehranlage war die in der Neuzeit übliche Erdböschung mit einer Höhe von etwa 1,4 Meter schräg angehäuft.

An der Ostseite der Wehranlage befindet sich eine Bastei, die sowohl der Sicherung der Festung als auch der Verteidigung der Wehranlage diente. Dort steht heute das Haus Mönchsberg 31.

Mit der Wehrmauer, den zwei Schartentoren, sowie der stärkeren und artilleriesicher ausgebauten "Katze" sowie weiteren heute nicht mehr erhaltenen Wehrbauten als Vorwerk wurde die Scharte zur Gänze gesperrt, Diese Gesamtheit von Wehrbauten wird hier als "Schartenwall" bezeichnet.

19. Jahrhundert

1863 ist die Erdböschung an der Nordseite durch den Bau des Bürgermeisterlochs und die spätere Straßenverbreiterung weitestgehend verschwunden und heute nur mehr teilweise erhalten.

21. Jahrhundert

Entlang der Wehranlage führt heute der Oskar-Kokoschka-Weg.

Zu den Begriffen Mauer und Wall

Die vorrömischen und römischen Wehranlagen bestanden vielfach aus einem tiefen Graben, der teilweise von Palisaden gestützt wurde mit einem hinter dem Graben liegenden steil geböschten Wall. Auch der bekannte Limes war ein solcher Wall. Bekannt sich auch viele jungsteinzeitliche, bronzezeitliche, germanische, keltische und römische Ringwälle. Sie dienten der Verteidigung einer provisorischen Feldbefestigung oder einer kleinen Wallburg, vielleicht auch eines religiösen Versammlungsortes. Solche Anlagen wurden bis ins Mittelalter um Dörfer oder Märkte oder um kleine Wehranlagen herum gebaut.

Charakteristisch war in allen diesen Anlagen ein wehrhafter Wall. Oft war er eine einfache Erdaufschüttung mit beidseitig steilen Böschungen, oder auch eine Erdkonstruktion, die mit Holz oder Fratten oder Palisaden zusätzlich gesichert war, auch Mauerteile waren im untergeordneten Ausmaß nicht selten vorhanden. (Die einstigen Gräben sind heute kaum mehr sichtbar erhalten, sichtbar bleiben aber oft undeutliche Erdwälle.) Nicht selten bestanden mehrere konzentrische Ringwälle hintereinander. In der Stadt Salzburg sind solche frühen Wälle nicht dokumentiert. Die mittelalterliche Stadt besaß Wehrmauern, aber keine Wälle.

Fürsterzbischof Paris Graf von Lodron ließ vor allem in der Neustadt große Bollwerke errichten, die bis etwa acht Meter hoch gemauert ausgeführt waren. Um diese im Grundriss polygonalen Mauern herum bestand ein fast ringförmiger Weg zur Beobachtung und für Geschütze. Auf dieser Basis befand sich ein bis acht Meter hoher massiver und allseitig steil geböschter Erdwall, dem oben noch ein 1,4 m hoher schmaler Schutzwall aus Erde aufgesetzt war. Hinter diesem kleine Wall stand der Großteil der Geschütze. Diese Form der Wehranlagen mit aufgesetzten Wällen führten dazu, dass oft die gesamten Wehranlagen einer Stadt - oder Teile davon - als Wälle bezeichnet wurden- unabhängig von ihrem Aussehen.

Solche historischen Bezeichnungen der Wehranlagen als Wälle sind in der Stadt Salzburg mehrfach bekannt. Die Wälle wurden einfach zu einem Metapher der Wehrhaftigkeit. Auch etwa Heinrich von Kleist verwendet den Begriff in seinem Lustspiel "Der zerbrochene Krug" sehr allgemein, wenn Rupert am Schluss bereit ist in Utrecht "ein Jahr lang auf den Wällen Schildwacht" zu stehen (auch wenn es damals keine ritterlichen Schilder mehr gab). Ein weiteres Beispiel ist auch der angebliche "Schutzwall gegen den Faschismus, den die DDR entlang der seinerzeitigen Zonengrenze baute, der aber keineswegs mehr einen Wall enthielt. In diesem Sinn sind oft auch verschiedene Zeitungsbeiträge der Jahre nach 1920 zu verstehen.

Im Raum der Scharte wird die Schartenmauer, das Innerer und das Äußere Schartentor und der nicht mehr erhaltene Teil der Wehranlage zusammen als Schartenwall bezeichnet.

Bildergalerie Wehranlage heute von oben

Bilder

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Literatur

  • Reinhard Medicus: Die Katze und die beiden Schartentore; Beitrag veröffentlicht in Zeitschrift des Salzburger Stadtvereins "Bastei" 2013, Nr 4
  • Brettenthaler, Josef: Salzburgs Synchronik, Verlag Alfred Winter, 2002, ISBN 3-85380-055-6
  • Adolf Frank: Der Mönchsberg und seine Baulichkeiten, in: MGSLK 70, 1930, S. 1-44
  • Reinhard Medicus: Die alten Wehrbauten der Stadtberge, in: Christian Uhlir, Salzburger Staddtberge, edition winterwork, Salzburg, 2011

Quellen

Einzelnachweise

  1. Vallum heißt im lateinischen nicht nur Wall, sondern auch Schanzanlage, oder Wehranlage, das Wort ist im Lateinischen deutlich weiter gefasst.
  2. es darf angenommen werden, dass diese in Bauweise und Höhe der damaligen Stadtmauer ähnlich gewesen war; also an der Basis etwa einen Meter breit und etwa vier Meter hoch.