Steinzeit

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Entgegen früherer Annahmen spielt die Steinzeit auch im inneralpinen Raum eine Rolle.

Einführung

Noch am Beginn des 20. Jahrhunderts war man überzeugt, dass der prähistorische Mensch inneralpine Regionen und vor allem das Hochgebirge gemieden hat. Forschungen in hochgelegenen Höhlen in der Schweiz (Wildkirchli und Wildmannlisloch) erbrachten jedoch den Nachweis, dass in der letzten Zwischeneiszeit und in wärmeren Phasen der Würm-Eiszeit altsteinzeitliche Jäger auf der Bärenjagd auch in große Höhen gelangt sind.

Fundsituation im Bundesland Salzburg

Auch in Österreich und im Bundesland Salzburg konnten Werkzeuge eiszeitlicher Bärenjäger aufgefunden werden, wie in der Schlenken-Durchgangshöhle bei Bad Vigaun und in der Salzofenhöhle bei Bad Aussee, wobei es sich um Fundorte in den Kalkalpen handelt.

Man kann daher davon ausgehen, dass auch die Zentralalpen aufgesucht wurden, es fehlt jedoch hier an Höhlen, in denen man die Anwesenheit eiszeitlicher Jäger durch Untersuchungen belegen könnte. Im Freigelände sind durch die nachfolgende Vereisung die Spuren verwischt worden.

1910 wurde am Radhausberg eine Axt aus der späten Jungsteinzeit gefunden.

Spätpaläolithikum

Vor rund 12.000 Jahren, nach dem Abklingen der letzten Eiszeit und dem Rückzug der Gletscher kam der prähistorische Mensch erneut in inneralpine Gebiete, wie Funde an frühen Raststationen unter Felsüberhängen an Zugangswegen in den Gebirgsgauen belegen. Zur damaligen Zeit herrschte in den Alpen ein verhältnismäßig mildes und trockenes Klima und die Bergwiesen über der Waldgrenze boten ideales Weideland für Steinbock, Gämse und Wildschaf, das später zum Hausschaf domestiziert wurde.

Rastplätze aus dieser Periode konnten am Pass Lueg im Salzachtal und bei Schloss Oberrain in Unken an der Saalach entdeckt und untersucht werden. Im Abri von Unken wurde die Holzkohle der Herdstelle untersucht und in das 10. Jahrtausend vor Christus datiert, das ist die Endphase der Altsteinzeit.

Mesolithikum (Mittlere Steinzeit)

Der Wildreichtum lockte in der Phase der Mittleren Steinzeit, die ca. 8000 bis 5000 vor Christus angesetzt wird, Menschen erneut in die Bergregionen. Die Jäger dieser Zeit haben allerdings nur spärliche Spuren hinterlassen. Man geht davon aus, dass ihre Rastplätze meist an einem Bach oder an einem Bergsee befindlich waren, wo sie sich wahrscheinlich in zeltartigen Unterständen mittels Holzstangen und Fellen vor Wind und Wetter schützten. Sie verwendeten kleine Spitzen und Klingen aus Silex (lat. Kiesel, französische Bezeichnung für Feuerstein) oder Bergkristall, die Fachleute als „Mikrolithen“ bezeichnen, für ihre Pfeilspitzen und setzten sie auch als Schneiden in hölzerne Schäfte ein.

Mesolithische Lagerplätze

In den Bergen Südtirols konnten zahlreiche mittelsteinzeitliche Lagerplätze entdeckt werden. Erst 1986 gelang ein zeitgleicher Fund einer hoch gelegenen Jagdstation des Mesolithikums am Tuxer Joch und zwar am Weg vom Wipptal in das Zillertal auf 2.340 m ü. A. Die dort vorgefundenen Steingeräte bestanden teils aus Silex, teils aus Hornstein (süddeutsche Bezeichnung für Feuersteine vor allem der Juraformation). Dieser Entdeckung folgten weitere im Nordtiroler Raum (Gemeinde Münster, Ziereinersee) und in Osttirol nahe der Lappach-Alm in St. Jakob in Defereggen. Die Fundsituation aus dieser Zeitspanne im Bundesland Salzburg ist bis heute spärlich. Gezielte Begehungen und Nachforschungen der Gegenwart wie im Bereich des Felber Tauern, wo bereits Mikrolithen gefunden wurden, werden aber in den kommenden Jahren mit Sicherheit eine veränderte Fundsituation bringen.

Neolithikum (Jungsteinzeit)

Die Jungsteinzeit ist in Mitteleuropa vor allem durch den Übergang zur bäuerlichen Wirtschaftsform, in der die Nahrungsmittelproduktion mittels Viehzucht und Ackerbau erfolgte, gekennzeichnet. Erst etwa um 4.000 v. Chr. wagten sich jungsteinzeitliche Menschen, die ab dem 6. Jahrtausend vor Christus bevorzugt in Löss- und Schwarzerdegebieten siedelten, auch in den inneralpinen Raum vor. Hochgelegene Berggebiete wie das Bockharttal wurden als Sommerweide für das mittlerweile domestizierte Wildschaf und die Hausziege genutzt, wie Pollenanalysen beweisen. Auch Passfunde wie das Steinbeil vom Korntauern und die Auffindung des „Eismannes“ am Hauslabjoch, dem Übergang vom Ötztal in das Schnalstal auf ca. 3.000 m ü. A., beweisen die Begehung der hochalpinen Region.

Das Ende der Steinzeit

Im Nordalpengebiet setzte nun auch die Kupfergewinnung ein. Es entstand eine Reihe von Siedlungen im Nahbereich der Lagerstätten, wie am Götschenberg bei Bischofshofen. Die Lagerstätten sind im Bereich der Grauwackenzone konzentriert, Kupfererz kommt jedoch auch im Bereich der Zentralalpen vor.

Etwa um 2.000 v. Chr. verbreitet sich das Wissen über die Herstellung von Bronze, eine Metalllegierung aus Kupfer und Zinn, die als Material für die Geräteherstellung dem Kupfer überlegen ist. Es folgte eine intensive Besiedelung der inneralpinen Gebiete wie dem Salzachtal, wobei man geschützte Felshöhen und Rückfallkuppen bevorzugte, wie auf dem Brandstattbühel bei Schwarzach oder auf dem Bürgkogel bei Kaprun.

Quellen

  • Fritz Moosleitner Die Tauernregion in ur- und frühgeschichtlicher Zeit, in Mineral und Erz in den Hohen Tauern, S. 103, Hrsg. Naturhistorisches Museum, Wien, 1994
  • Emil Hoffmann Lexikon der Steinzeit, Becksche Reihe, Verlag C. H. Beck, München 1999
  • Claus-Stephan Holdermann, Waltraud Schmidl: Hochgebirgsarchäologie im Nationalpark Hohe Tauern in Archäologie in den Alpen, Hrsg. ANISA / Nearchos, Band 19, 2010


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