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Buchebener Wirt

Kirchenwirt Bucheben Rauris
Fassade Kirchenwirt Bucheben
Natursteinbogen über dem Eingang zur Brennstube beim Kirchenwirt in Bucheben

Wirtschaftsgebäude und Haus des Kirchenwirt oder Buchebener Wirt im Hüttwinkltal gehen gemäß mündlicher Überlieferung mit ihren Grundmauern auf die Zeit des Goldbergbau zurück.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Bucheben liegt im Hüttwinkltal, das ist der südliche Ausläufer des Raurisertal, der von Wörth bis zum Talschluss in Kolm-Saigurn reicht. Bucheben ist keine Ortschaft mit Ortskern im üblich verstandenen Sinn, sondern besteht aus verstreut liegenden Höfen und einzelnen Häusern. Trotzdem bildet der Kirchbichl mit der Kirche Bucheben, dem dazu gehörigen Vikariatshaus, dem Mesnerhaus und dem ehemaligen Schulhaus eine Art Mittelpunkt. Etwas unterhalb der Kirche befindet sich der Kirchenwirt. Der Kirchbichl ist eine Art Terasse, die mit vielen großen Schieferblöcken übersät ist. Es handelt sich um eine Gletschermoräne, über 50 m hoch, auf dem ein Bergsturz die Schieferblöcke abgelagert hat. Unterhalb des heutigen Bichls, der ehemals das Tal abgeriegelt hat, hat die Hüttwinklache die Sperre durchbrochen.

Beschreibung

Das Gebäudeensemble des Kirchenwirt Bucheben, bestehend aus Wirtschaftsgebäude, bäuerlichem Wohnhaus, Mühle und Schnapsbrennerei, fällt jedem Besucher von Bucheben ob seiner Besonderheit sofort ins Auge. Zum Anwesen gehören außerdem noch zwei Fischteiche vor dem Wirtschaftsgebäude, die vom ehemaligen Mühlbach gespeist werden, und ein Alpenwildgehege hinter den Gebäuden. Ausgenommen die Mühle, sind alle Gebäude alte Steinbauten aus Rauriser Naturstein, die – gut gepflegt – bis heute ihren Dienst tun und dies auch zur Freude des staunenden Betrachters. Die Besitzerfamilie Winkler bemüht sich sehr um Erhaltung und Pflege und schaut auch darauf, dass keine den Gebäudekomplex verschandelnden Maßnahmen ausgeführt werden. Die Ursprünge des Anwesens liegen im Dunkel der Geschichte, man ist in der Besitzerfamilie aber der Ansicht, dass die Gebäude in seinen Grundmauern auf den Goldbergbau zurück gehen und damit mindestens 500, wenn nicht 600 Jahre alt sind. Das Wohnhaus unterliegt jedenfalls zurecht dem Denkmalschutz.

Verleihung der “Wirts- und Taferngerechtigkeit“

Das Kirchenwirtshaus war im 18. Jahrhundert nur ein bäuerliches Zulehen und erhielt im Jahr 1793 die Wirts- und Taferngerechtigkeit verliehen, die der damalige Besitzer Anton Kerschbaumer beantragt hatte.

Zuerwerb

Neben der noch heute betriebenen Landwirtschaft besteht der Zuerwerb der Familie vor Ort aus den Einkünften des Wirtshauses, in dem u. a. Fisch- und Wildgerichte aus den hauseigenen Fischteichen und dem Alpenwildgehege gereicht werden, sowie aus den Erträgen der hofeigenen Schnapsbrennerei, die auf Basis von Rechten aus Maria-Theresianischer Zeit betrieben wird.

Quellen

  • Josef Lahnsteiner, Unterpinzgau – Zell am See, Taxenbach, Rauris, Selbstverlag, Hollersbach 1960
  • Gespräch mit Mitgliedern der Besitzerfamilie