Franz Rosenkranz

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Stolperstein an der Ecke Dreifaltigkeitsgasse/Makartplatz für Franz Rosenkranz

Franz Rosenkranz (* 28. September 1886 in St. Georgen im Attergau, ; † 19. April 1945 (ermordet)) war ein Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft in Salzburg.

Leben

Rosenkranz arbeitete als Berufsoffizier im österreichischen Bundesheer, wo er seit 1932 den Rang eines Hauptmannes, sowie eines Kommandanten der 2. Kompanie des Infanterie-Regiments Nr. 12., bekleidete. Das Infanterie-Regiment Nr. 12 bildete die Fortsetzung des ruhmreichen k. u. k. Infanterie-Regiments »Erzherzog Rainer«.

Am 28. Juli 1934 wurde der Putsch von Lamprechtshausen der Nationalsozialisten von der 2. Kompanie niedergeschlagen. Unter den Opfern befanden sich sechs Putschisten, sowie zwei Soldaten des Bundesheeres. Zu den Schuldigen der Tat gehörte unter anderem Rosenkranz. Er war somit ein Opfer der politischen Rache des nationalsozialistischen Systems, ebenso wie Dr. Johann Langer, unter dessen Leitung das Gerichtsverfahren gegen die im Jahr 1934 an Terrorakten beteiligten, damals noch illegalen, Nationalsozialisten, stattfand.

Rosenkranz wurde am 7. April 1938, einen Tag nach dem Hitler in Salzburg einmarschiert war, verhaftet. Die Anklage gegen ihn fand öffentlich statt. Der Salzburger Staatsantwalt Dr. Stefan Balthasar forderte für Rosenkranz und weitere Angeklagte die Todesstrafe. Jedoch fand das Landesgericht Salzburg keine Beweise hierfür, dass die Tötung und die schwere Verletzung von SA-Männern tatsächlich auf Rosenkranz' Befehl, keine Gefangenen zu machen, zurückgingen.

Das Urteil erfolgte am 19. November des gleichen Jahres. Rosenkranz wurde zu sechs Jahren schwerem Kerker verurteilt. Das Urteil war jedoch nicht rechtskräftig, da der Ankläger und dessen Anwalt, sich auf dem Recht der Nichtigkeitsbeschwerde bestanden und Berufung einlegten. Rosenkranz blieb in Salzburg inhaftiert.

Zunächst brachte eine Intervention des SS-Sturmbannführers Dr. Emil Sprenger am 18. Juli 1939 bei Reichsführer-SS Heinrich Himmler kurzfristig Erfolg. Am 27. April 1942 wurde Rosenkranz, ohne Urteil und ohne eine Begründung, freigesprochen. Doch die Freiheit war nur von kurzer Dauer. Rosenkranz wurde am 22. Juli 1942 nach Sachsenhausen deportiert, von dort am 11. September 1942 nach Lublin, später, am 1. Mai 1944 zurück nach Sachsenhausen.

Rosenkranz erhielt als "Ehrenhäftling" das Privileg, einen zehntägigen Sonderurlaub in Anspruch zu nehmen. Bei diesem besuchte er seine Familie in Salzburg, war jedoch verpflichtet, sich täglich bei der Gestapo zu melden.

Im Frühjahr 1945 wurden ca. 33 000 Häftlinge, darunter auch Rosenkranz, auf Todesmärsche geschickt. Einige der Häftlinge starben an Entkräftung. Rosenkranz wurden von der SS am 19. April 1945 erschlossen. Er hinterließ eine Frau und drei Kinder, welche alle die NS-Zeit überstanden.

Zum Andenken an Franz Rosenkranz wurde am 22. März 2012 in Salzburg, an der Ecke Dreifaltigkeitsgasse/Makartplatz ein Stolperstein verlegt.

Quelle