Gabriele Qi

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Gabriele Qi

Gabriele Qi, geborene Hagler (* Jänner 1963 in Salzburg) ist China-Kennerin und Lehrerin an der Deutschen Botschaftsschule in Peking.

Vorgestellt

"Brücken schlagen zwischen den Kulturen." Das nennt Gabriele Qi als Motto. Ihre Mutter ist Hausfrau, der Vater war Mitarbeiter im Magistrat der Stadt Salzburg. Qi hat in Wien Sinologie (Wissenschaft der chinesischen Sprache und Literatur) studiert. Sie kehrt immer wieder in ihre alte Heimat zurück, um ihre Familie – die Mutter und die Schwestern – sowie gute Freunde zu besuchen. Bergwandern gehört dabei zum Fixpunkt im Salzburg-Programm – ob im Lungau oder im Pinzgau. Vor dem Rückflug wird traditionell ein "heimatliches" Essenspaket für Peking gepackt – von Mozartkugeln über Käse bis zum Tortengelee.

"Ich wollte eine fremde Kultur authentisch kennenlernen. Zudem hat mich die Herausforderung gereizt, mich mit etwas zu beschäftigen, das nicht jeder kann." Das sagt Gabriele Qi. Die Salzburgerin lebt seit 2004 mit ihrer Familie in Peking.

Der erste "Ausflug" nach der Matura am Wirtschaftskundlichen Gymnasium führte die Salzburgerin nach Afrika. Nach der Matura war sie ein halbes Jahr mit dem Fahrrad unterwegs – im Sudan, in Uganda, Tansania und Kenia. "Das war eine etwas andere Maturareise." Die zweite große Reise führte sie dann nach China. In Hongkong wurde dafür ein neues Fahrrad gekauft.

Zurück in Wien – beim Studium an der Universität – stellte das Schicksal seine Weichen: Gabriele Qi – damals noch Raucherin – fragte im Institut für Sinologie nach einem Feuerzeug. Ein Manager, der sich in die chinesischen Zeitungen vertieft hatte, konnte zwar nicht helfen. Er lud die Studentin aber zu einem Kaffee ein. Heute sind Gabriele Qi (Mädchenname Hagler) und Jiyi Qi verheiratet. Die Familie wohnt in Peking – 20 Minuten von der Deutschen Botschaftsschule entfernt, wo die Salzburgerin Kurse über die chinesische Sprache und Schrift sowie über chinesische Gesundheitsmethoden für "deutsche Damen" (O-Ton) hält. Qi frönt auch in Peking ihrem Hobby aus der Heimat, dem Bergwandern. Eine Möglichkeit dazu bietet der nahe gelegene "Duftberg".

Die beiden Töchter, Lotus und Flora, sind 18 und 16 Jahre alt. Lotus will auf die Diplomatenschule gehen und möglicherweise später für eine internationale Organisation arbeiten – etwa in Wien. Flora tendiert dazu, in Peking zu bleiben und die chinesische Sprache und Kultur zu studieren. "Ich habe jetzt etwas mehr Zeit, weil die Mädchen langsam erwachsen werden", sagt Qi. Sie will sich künftig noch intensiver mit der Kalligrafie (Schönschreibkunst) beschäftigen. Die chinesischen Schriftzeichen haben es ihr angetan. "Wer die Gedichte lesen kann, dem eröffnet sich eine neue Welt."

"Es hat eine Zeit gegeben, da wurde in China überlegt, die Schriftzeichen abzuschaffen, weil sie als unmodern galten", sagt Qi. Dieses Vorhaben sei in der erstarkenden Weltmacht China aber Gott sei Dank nie umgesetzt worden. "Das Bildhafte der Zeichen kommt den Menschen sehr entgegen. Zudem sind die Zeichen sehr, sehr genau. Wenn beispielsweise ein Buch aus dem Chinesischen in eine andere Sprache übersetzt wird, wird es um ein Drittel länger."

Quelle

Qi, Gabriele