Habergeiß

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Potrait der Goldegger Habergeiß
Die schwer zu bändigende Habergoaß mit ihrem Treiber beim Goldegger Perchtenlauf 2015

Die Habergeiß, mundartlich "Habergoaß", zählt mit ihrem Treiber zu den Darstellern heimischer Perchtenläufe und der Wilden Jagd im Raum Untersberg und im bayrischen Raum.

Allgemeines

Die Habergeiß ähnelt der Hausziege, eines jener Nutztiere, das in der Menschheitsgeschichte am frühesten domestiziert wurden, ist aber eine dämonische Sagen- und Spukgestalt.

Erscheinungsbild, Taten und Untaten

Sie erinnert in ihrem Aussehen an eine Hausziege und meckert auch wie diese. Sie lacht aber auch wie ein Kobold, ruft wie eine Unke und schreit wie ein Kauz. Sie geistert an allen möglichen Orten wie in Gräben und an Kreuzwegen herum und verursacht den Menschen allerhand Schrecken. Sie ist eine zwiespältige Gestalt, die einerseits für Gerechtigkeit sorgt, indem sie beispielsweise Holzfrevler verfolgt, andererseits aber Korn und Kuh verdirbt und Schlafende als Alp drückt. Sie schreckt die Kinder, wenn sie ungehorsam sind und kündet – wie ein Käuzchen schreiend - den Tod eines Menschen an.

Herkunft und Etymologie

So zwiespältig wie ihr Verhalten in der ihr zugeschriebenen Rolle ist auch ihre Herkunft. Man vermutet, dass sie ursprünglich ein zweigeschlechtliches Fruchtbarkeitswesen darstellte: halb Geiß, halb Bock. Eine andere Deutung besagt, dass ihr ursprünglicher Name „Habergeist“ = „Avergeist“ lautete, wie in der schwedischen Sprache ein gespenstischer Vogel „Geist“ genannt wird. Wortgeschichtlich hat „Haber“ nichts mit der Getreideart Hafer zu tun, sondern deutet auf Ziegenbock (altnordisch „hafr“, angelsächsich „haefer“).

Auftritt im Brauchtum der Gegenwart

Sie ist nach wie vor eine Gestalt im inneralpinen Brauchtum, begleitet Krampus und Schiachperchten und führt während ihrer Auftritte bei den Perchtenläufen allerhand Schabernak auf. Unter ihrer Maskengestalt mit fellartigem Umhang und ziegenähnlichem Holzkopf mit langem Bocksbart verbergen sich ein oder zwei Burschen, die die Bewegungen der Habergeiß ausführen. Sie wird von ihrem menschlichen Treiber am Haltestrick geführt. Die Zuschauer sehen sich vor, denn die Habergeiß lässt sich von ihrem Treiber kaum bändigen, reißt am Führstrick, trabt von einer Straßenseite zur anderen, drängt sich mitunter in die Zuschauerreihen und kann unverhofft mit ihren Hufen ausschlagen.

Quellen