Loslösung Salzburgs vom bayerischen Mutterland

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Die Loslösung Salzburgs vom bayerischen Mutterland begann nach der Schlacht bei Mühldorf 1322, in welcher Erzbischof Friedrich III. von Leibnitz zusammen mit Friedrich dem Schönen von Österreich eine schwere Niederlage gegen König Ludwig den Bayern erlitt.

Geschichte

Viele salzburgische Ritter waren dabei in Gefangenschaft geraten und mussten um viel Geld ausgelöst werden. Auf Drängen des Adels schuf 1328 der Erzbischof ein eigenes Recht für sein "Gebiet" und vollzog damit in aller Form die Lösung vom "Mutterland" Bayern. 1342 sprach der Salzburger Erzbischof Heinrich von Pirnbrunn in der Bergordnung für Gastein und Rauris erstmals von seinem "Land". Damit war das geschlossene Land gemeint im Gegensatz zum Begriff Fürsterzbistum, der alle Güter des Erzbistums Salzburg, einschließlich der auswärtigen Besitzungen in Bayern, Österreich, der Steiermark, Kärnten und Tirol bezeichnet, die bis 1803 bzw. 1816 mit Salzburg verbunden waren.

Nach der Abgrenzung der Herrschaftsgebiete, die schon vor der Entstehung des Landes zwischen den Bayerischen Herzögen und den Salzburger Erzbischöfen begann (Verträge von Erharting bei Mühldorf 1254 und 1275) und sich hinsichtlich der Nordgrenze bis zum Ende des 14. Jahrhunderts hinzog, kam es 1442 zu einer wichtigen Grenzkorrektur:

Salzburg trat damals einen etwa sechs Kilometer langen Gebietsstreifen am östlichen Ufer der Alz ab, wodurch Bayern das Umfeld für den wichtigen Markt Trostberg nach Osten erweitern konnte. Als Gegenleistung überließen die Wittelsbacher den Salzburger Erzbischöfen auf Dauer die hohe Gerichtsbarkeit in der Stadt Mühldorf am Inn. Mühldorf wurde damit als etwa 25 km von der Salzburger Landesgrenze entfernte Exklave zu einem Teil des Landes Salzburg. Die ungeteilten Hoheitsrechte über Mühldorf konnten die Salzburger Erzbischöfe bis zur Säkularisation 1803 bewahren.[1]

Einzelnachweise und Quellen

  1. Vergl: Dopsch, Heinz: Länder, Grenzen und Verwaltung, in: Heimat mit Geschichte und Zukunft, Hrsg. von der EuRegio Salzburg - Berchtesgadener Land - Traunstein, Salzburg, Trostberg 2004, S. 50-52.