Margarethe Aicher

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Margarethe Aicher (zweite Person von rechts)

Professorin Margarethe „Gretl“ Aicher (* 19. Juli 1928 in Salzburg; † 14. März 2012 ebenda) war Leiterin des Salzburger Marionettentheaters.

Leben

Gretl Aicher war die Enkelin des Gründers dieses Theaters, Anton Aicher. Als Kind besuchte sie die Ursulinen, schloss mit Mittlerer Reife ab und erlernte 1944/1945 an der Staatlichen Meisterschule Schnitzen, Malen und Bühnenbild.

Aicher hatte im Alter von 15 Jahren mit dem Puppenspiel begonnen, übernahm im 1913 gegründeten Theater ab 1952 die Lichtregie, ab 1965 die Theaterschneiderei und ab 1967 die Bühnenverantwortung, bevor sie nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 1977 die gesamte künstlerische Leitung übernahm.

"Wenn bei einer Vorstellung ein Faden riss und der Kopf einer Puppe plötzlich leblos an der Seite hing, dann sagte Gretl immer, wir sollten weitermachen, als wäre nichts passiert", erinnerte sich Michaela Obermayr, die seit 18 Jahren neben Gretl Aicher die Puppen an den Fäden durch Geschichten führt. "Genau das hätte sie jetzt von uns gewollt, und genau das werden wir auch tun."

Gretl Aicher, die unverheiratet und kinderlos blieb, war die Seele des Salzburger Marionettentheaters, das ihre Welt, ihre Familie war. Sie war bis zuletzt in allen zehn Musiktheater-Produktionen - von Mozart bis The Sound of Music - aktiv dabei. Erst im November 2011 war sie auf Italien-Tournee. Im Jänner 2012 hatte sie ihre letzte 'Zauberflöte' gespielt. Der 'Papageno' war ihre Lebensrolle, die sie seit 1952 viele tausende Male an ihren Fäden führte.

Noch am Abend vor ihrem Tod hatte Aicher die Proben zu Wagners "Ring des Nibelungen" mitgestaltet, den das Marionettentheater am 30. März 2012 gemeinsam mit dem Salzburger Landestheater in einer Kurzfassung zur Premiere bringen wird. Am Mittwoch früh hatte Gretl Aicher Schmerzen im Arm. Nachbarn riefen die Rettung und noch im Rettungsfahrzeug soll sie behauptet haben, gesund zu sein und verlangte, in die Probe gebracht zu werden, berichtete Heide Hölzl, Schneiderin, Puppenspielerin und seit 1960 am Haus, der APA. Völlig unerwartet versagte das Herz der Puppenspielerin.

Ihre letzte Ruhestätte, fand Margarethe Aicher, genau wie ihr Vater Hermann Aicher, in Mattsee.[1]

Ehrungen

1984 wurde ihr durch den Bundesminister für Unterricht und Kunst der Berufstitel "Professor" verliehen.

1988 Erhielt sie das Goldene Ehrenzeichen des Landes Salzburg verliehen.

1988 erhielt sie die Ehrenbürgerschaft von Nashville/Tennessee (USA).

Am 4. März 1999 verlieh ihr der Bürgermeister Dr. Josef Dechant den Bürgerbrief der Stadt Salzburg.

Am 20. Dezember 1999 wurde ihr durch Landesrat Dr. Othmar Raus in der Salzburger Residenz das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst überreicht.

Quellen

  1. Quelle: E-Mail von Frau Murschetz, Angestellte beim Magistrat Salzburg, vom 19.03. 2014