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Markus Kahr

Markus Kahr

Markus Kahr (* 1982 in Schladming, Steiermark) ist Sprungskientwickler bei Atomic in Altenmarkt.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Markus Kahrs prominente Onkel Karl Kahrund Alois Kahr waren beide Alpintrainer im Österreichischen Skiverband, er selbst entschied sich aber für die Nordische Kombination. Eine Herzmuskelentzündung nach übergangener Grippe stoppte aber seine sportliche Laufbahn. Seit dem Jahr 2002 arbeitet der gelernte Einzelhandelskaufmann bei Atomic und wurde zum Spezialisten für Sprungski.

Vorgestellt

Über die Qualitäten von Alpinski urteilen mindestens so viele Leute, wie es aktive Hangrutscher gibt. Beim Thema Sprungski herrscht Stille im Land der Experten. Wie ist das mit den Brettln, die Wolfgang Loitzl von Sieg zu Sieg tragen? Diesen Sport umwehen Geheimnisse.

Markus Kahr ist einer der wenigen Menschen, die auf solche Fragen Antworten wissen. Der gebürtige Schladminger ist innerhalb der Firma Atomic eine Art Einmannteam. Er entwirft Sprungski, baut sie, entwickelt sie weiter und macht bei den Wettkämpfen den Service. Allein für neun Springer. Einer von ihnen ist Loitzl.

Wie ist das nun bei diesen mächtigen, überbreiten Skiern? "Grundsätzlich steckt in einem Sprungski mehr Hightech als in einem Alpinski", schildert Kahr, der Pendler zwischen Schladming und Altenmarkt sowie auch ein beruflicher Weltreisender ist, "im Aufbau gibt es einen Wabenkern, ähnlich wie im Flugzeugbau. Das muss sein, damit der Ski leicht und spritzig wird. Die Waben bestehen aus in Harz getränktem Papier und minimal Holz für die Steifigkeit. Außen herum wird mit Carbon-Fiberglas gearbeitet. Ober- und Untergurt halten den Ski zusammen." Damit es nicht zu technisch wird, bringt Kahr einen Vergleich: "Das ist wie beim Toasten. Eine Scheibe Brot unten, dann legst du eine Tomate hinein, die zweite Scheibe kommt oben drauf und dann wird zusammengepresst." Die Temperatur beim "Skitoasten" beträgt 135 Grad.

Sprungski sind kein Fließbandprodukt. Jedes Paar wird handgefertigt und genau auf den Sprungstil des Benutzers angepasst. All zu viel Spielraum lässt der Internationale Skiverband (FIS) nicht. Ein Ski mit der Länge von 2,63 Meter darf nicht leichter als 2630 Gramm sein. Die Länge richtet sich nach dem Body-Mass-Index des Sportlers.

Aber es gibt Möglichkeiten: Loitzl wechselte 2008 zu Atomic und Kahr warf mehrmals seinen "Toaster" an, bis er den richtigen Ski für den Steirer hatte. Alle Sprünge der Vierschanzentournee absolvierte Loitzl mit dem gleichen Paar. Beim Skifliegen auf dem Kulm sind härtere Ski im Einsatz. Zu kaufen gibt es solche Ski nicht – einfachere Modelle, etwa für den Nachwuchs, schon, das Paar für 320 Euro.

Mit dem Produzieren ist es noch nicht getan. Kahr: "Das Tüfteln vor Ort mit dem Wachs gehört auch dazu. Ob Temperatur oder Luftfeuchtigkeit, alles muss vor Training und Wettkampf einberechnet werden." Er selbst hatte Weiten von über 140 Meter geschafft. Diese Erfahrung kommt ihm zugute.

Kahr lebt "mit Freundin" und kennt auch für seine karge Freizeit (fast) nur ein Thema: "Alle Arten von Sport, Sport, Sport."

Quelle

Einzelnachweise