Erzengelfest

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Der Michaelitag, der 29. September, war der Gedenktag an den Erzengel Michael und früher ein besonderer Termin- und Wechseltag. Seit der 1969 verbindlichen Liturgiereform wird an dem Tag das Erzengelfest gefeiert und an die Erzengel Michael, Gabriel und Raphaël insgesamt gedacht.

Termin- und Wechseltag

Der Gedenktag fällt auf den Schluss eines Jahresviertels und gilt als besonderer Termin- und Wettertag. Alte Aufzeichnungen berichten von Viehmärkten, Zinsfälligkeiten und Gerichtstagen, aber auch von besonderen Regeln im Dienstbotenwechsel. Die kräftigen und fleißigen Dienstboten wurden meist schon zu Michaeli für das kommende Jahr gedingt und traten am Lichtmesstag ihre neue Stelle an. Dazu wurden von den Heimatgemeinden der Dienstnehmer sogenannte Dienstbüchl ausgestellt, ohne die ein Wechsel nicht möglich war. In manchen Gegenden hieß dieses Dokument Leikaufschein, der zu Michaeli dem neuen Bauern ausgehändigt wurde. Damit hatte der Dienstbote sich und seine Arbeitskraft für ein Jahr dem Bauern verkauft.[1]

Märkte

Im Verzeichnis der Jahr- und Viehmärkte im Jahr 1942 findet sich am 29. September in Straßwalchen ein allgemeiner Hornviehmarkt (über 1 000 Stück). Am Am 29. September 2012 fand 186. Michaelimarkt in Straßwalchen statt.[2]

Bauernregeln

Bauernregeln (Auszug):[3]

Ist die Nacht vor Michaelis hell, so soll ein strenger und langer Winter folgen; regnet es aber an Michaelis, so soll der nächste Winter sehr gelind sein.
Regnet's an Michaelis ohne Gewitter, folgt meist ein milder Winter; ist es aber an Michaelis und an Gallus trocken, dann darf man auf gutes, trockenes Frühjahr hoffen.
Wenn die Zugvögel nicht ziehen vor Michael, wird es nicht Winter vor Weihnachten.
Sind um Michael die Vögel noch hier, haben bis Weihnachten lind Wetter wir.
Von Michel und Hieronymus, mach' aufs Weihnachtswetter den Schluss.
Regnet's sanft am Michaelstag, sanft auch der Winter werden mag.
Bringt St. Michael Regen, kannst Du gleich den Pelz anlegen.
Kommt Michael heiter und schön, wird es noch vier Wochen so weiter geh'n.
Gibt Michaeli Sonnenschein, wird's in zwei Wochen Winter sein.
Wie der Hirsch an Ägidi in die Brunft tritt, so tritt er an Michaeli wieder heraus.
Auf nassen Michaelitag ein nasser Herbst folgen mag.
Vor Michel sä' mit halber Hand - dann aber streu mit ganzer Hand!
Um Michaeli in der Tat gedeiht die beste Wintersaat.
Es holt herbei St. Michael die Lampe wieder und das Öl.

Einzelnachweise

  1. Salzburger Nachrichten, 29. September 2016, Bertl Göttl Lostage
  2. Quelle www.salzburg24.at, abgefragt am 9. Dezember 2016
  3. Entnommen den Salzburger Nachrichten 2015 und 2016: Bertl Göttl: Lostage