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Rotfuchs

Rotfuchs
Korsac-Fuchs, Bärengehege im Zoo Salzburg

Der Rotfuchs (Vulpes vulpes) zählt zu den heimischen Säugetieren und damit auch zu den Tieren im Nationalpark Hohe Tauern.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Der Rotfuchs ist allgemein bekannt und in seinem Aussehen unverwechselbar: spitze Schnauze, dreieckige Ohren, langer, buschiger Schwanz, rotbraunes Fell. Er wiegt acht bis zehn Kilogramm, das Fell ist am Bauch hell, der untere Teil der Läufe schwarz gefärbt. Neben dem Wildschwein und der Wanderratte zählt der Rotfuchs zu den lern- und anpassungsfähigsten Säugetieren in Mitteleuropa. Seine Sinne – Seh-, Geruchs- und Gehörsinn - sind hoch entwickelt und er verfügt über ein gutes Gedächtnis. Während der Ranzzeit ist sein nächtliches Bellen zu vernehmen. Der Rotfuchs ist dämmerungs- und nachtaktiv, was dazu führt, dass er beim Überqueren von Straßen nicht nur gesehen, sondern auch oft überfahren wird.

Er ernährt sich vorwiegend von Mäusen, jagt aber auch Hasen und Murmeltiere und frisst bodenbrütende Vögel und Reptilien. Auch Aas, Beeren und Obst stehen auf seinem Speiseplan. Ist die Beute so reichlich, dass er sie nicht in einem vertilgen kann, vergräbt der Rotfuchs den Rest bis auf Weiteres.

Bewegungsmäßig ist der Fuchs ein sportlicher Allrounder. Er ist ein guter Schwimmer, kann klettern und bis zu 50 kmh schnell laufen. Beim Mäusefang gelingen ihm Sprünge bis zu fünf Meter. Sein buschiger Schwanz dient ihm dabei – waagrecht ausgestreckt – als Steuerorgan. Seine normale Fortbewegungsweise wird als „Schnüren“ bezeichnet und meint seinen über längere Strecken erfolgenden Trab.

Lebensraum und Fortpflanzung

Der Rotfuchs kommt in Mitteleuropa kraft seiner Anpassungsfähigkeit in allen Lebensräumen vor. Als Kulturfolger dringt er auch in städtische Lebensräume ein. Rotfüchse haben ein eigenes Territorium, das markiert und verteidigt wird. Die Reviergröße ist unterschiedlich, bewegt sich bei Jungtieren zwischen 0,5 bis zu einem, bei erwachsenen Tieren zwischen zwei und drei Quadrat-Km. In Mitteleuropa leben Rotfüchse in der Regel paarweise. Außerhalb der Paarungszeit besteht eine lockere Beziehung. Sie graben ihre Baue selten selbst, sondern übernehmen verlassene Dachs- oder Murmeltierbaue. Rotfüchse nutzen aber auch natürliche Hohlräume zwischen Wurzelstöcken. Die Baue, die als Ruheplatz bei Schlechtwetter und für den Wurf und die Aufzucht der Jungen verwendet werden, verfügen über mehrere Ausgänge. Der Wohnkessel ist im Gegensatz zum Dachsbau nicht ausgepolstert. Manche Baue werden von Dachs und Rotfuchs gemeinsam genutzt ("Burgfrieden").

Die Tragezeit beträgt zwischen 49 und 58 Tagen und es werden vier bis sechs Junge geworfen. In den ersten drei Wochen bleibt das Muttertier (Fähe) beim Wurf, da die Jungtiere noch eine schlechte Thermoregulierung haben. In dieser Phase ist der Rüde der Alleinversorger der Familie. Manchmal gehören der Familie aber noch nahe Verwandte wie Schwestern und Töchter der fortpflanzenden Fähe an. Sie sind bei der Jungenaufzucht behilflich und müssen beim Tod der Elterntiere deren Aufgaben übernehmen. In Freiheit erreichen Füchse ein Alter von mehr als vier Jahren.

Verbreitung

Der Rotfuchs ist im ganzen Bundesland verbreitet und bewohnt in Gebirgslagen Höhen bis zu 2.600 m. Daher ist er in allen Großlandschaften bis weit über die Waldgrenze hinauf anzutreffen. Ein wanderndes Tier wurde auch schon einmal am Rauriser Sonnblick in 3.106 m Seehöhe beobachtet.

Fuchs und Mensch

Der Fuchs gilt als schlau, aber auch als notorischer Hühnerdieb, der auch in ungenügend geschützte Hühnerställe einbrechen kann. In alten bildlichen Darstellungen werden Rotfüchse gerne mit einem Huhn im Maul gezeigt. Auch Tollwut und Fuchs werden gedanklich meist miteinander verbunden, da der Fuchs landläufig als Hauptüberträger dieser im Falle der Nichtbehandlung tödlichen Krankheit gilt. Auch wegen des Fuchsbandwurmes besteht eine gewisse Angst vor dem Rotfuchs. Tatsache ist aber, dass weltweit die meisten Tollwutinfektionen beim Menschen durch Hunde erfolgen. Wildlebende Säugetiere wie der Goldschakal, der Waschbär oder der Rotfuchs sind nur selten die Überträger der Tollwut. Hierzulande gilt die Tollwut aufgrund von wirkungsvollen Impfaktionen durch Feldimmunisierung mittels Köder als ausgerottet.

Rotfüchse können Endwirte des zwei bis vier Millimeter langen Fuchsbandwurmes sein, dessen Endglieder dann von Zeit zu Zeit - voll mit winzigen Eiern – mit dem Fuchskot ausgeschieden werden. Über mangelnde Hygiene können diese Eier über Mäuse, Katzen und Hunde in den menschlichen Körper gelangen und dort eine schwere Erkrankung hervorrufen. Aus den Eiern entwickeln sich in den Nieren, in der Leber oder im Gehirn Finnen, eine Art Zwischenstadium. Das kann ohne rechtzeitige Behandlung tödlich sein.

In Salzburg sind seit den 1960er-jahren vier Erkrankungen bekannt, die aber allesamt nicht tödlich verlaufen sind. Auch ist bei keinem dieser Fälle der Infektionsweg bekannt.

Verwandtschaft

Ein Verwandter des Rotfuchses ist der im eurasischen Raum beheimatete Korsac-Fuchs, den man beispielsweise im Bärengehege des Zoo Salzburg beobachten kann.

Quellen