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Zoo Salzburg

Gehaubter Kapuzineraffe im Salzburg Zoo
brauner Pandabär
Jaguar
Wappen von Markus Sittikus beim Zooeingang, 1612
Goldkopflöwenäffchen
Alpacca
Kapuzineraffe
Ruhender Schneeleopard

Der Zoo Salzburg, auch Salzburger Tiergarten genannt, liegt im Süden der Stadt Salzburgs, am westlichen und südliche Fuß des Hellbrunner Bergs im Schlosspark Hellbrunn von Schloss Hellbrunn.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Die Tiere im Salzburger Tiergarten stammen von den Kontinenten Europa, Asien (zusammengefasst unter "Eurasien"), Afrika und Amerika. Der Zoo Salzburg umfasst ein 14 Hektar großes Gelände. Das Zoo-Team besteht aus 33 Mitarbeitern, die für 140 verschiedene Tierarten (insgesamt rund 1 400 Tiere) sorgen. Pro Jahr besuchen rund 270 000 Besucher den Salzburger Zoo.

Für Interessierte besteht die Möglichkeit im Zoo Salzburg eine Tierpatenschaft zu übernehmen.

Geschichte

Schon in den Jahren 1421 und 1479 wird in Urkunden ein Tiergarten in Hellbrunn erwähnt. Im Jahr 1424 wird berichtet, dass ein Erzbischöflicher Wildpark mit Fischweihern und Vogelherden errichtet wurde.

1612 begann Fürsterzbischof Markus Sittikus von Hohenems mit der Planung von Schloss Hellbrunn sowie der Parkanlagen. 1619 wurde der Tierpark fertiggestellt. Wie die Chronik berichtet, fanden 100 Stück Rotwild, eine Steingaiß, ein Vogelhaus, ein Fasanengarten, zwei Kraniche, drei Steinhühner und 1 000 Schildkröten im Tiergarten Hellbrunn Platz. Darunter waren auch Käfige mit Bären, Wölfen, Luchsen, verschiedenen Adlerarten, Kraniche und Störche. Bis ins 18. Jahrhundert lebten auch Biber im Hellbrunner Park. Im Jahr 1690 wurden von Fürsterzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein in den Hellbrunner Auen "zur Erhöhung des Jagdvergnügens und Bereicherung der Tafelgenüsse Edelfasane ausgesetzt".

Um 1803 befanden sich noch 33 Steinböcke in der Anlage. 1807 wurden besonders seltene Arten des Hellbrunner Tiergartens - Gold-, Silberfasane und weiße Hirsche - nach Wien überstellt.

1960 gründete eine Reihe führender Salzburger Persönlichkeiten den "Verein Freunde des Salzburger Tiergartens Hellbrunn", der später in "Salzburger Tiergarten Hellbrunn" umbenannt wurde. Dadurch konnte 1961 der Bergwelt-Zoo Salzburg für Besucher geöffnet werden. Der Verteilung der einzelnen Tierarten auf der Erde liegen bestimmte Lebensgesetze zu Grunde. Hauptattraktionen waren Steinbock und Gämse (Steinwild), Axis-, Sambar-, Kashmir-, und Weißlippenhirsch (Rotwild), Silberfuchs, Dickhorn-, Mufflon- und Mähnen-Schaf, Shetlandpony, Wildschweine, Schneeziege, Alpaka und Lama, Yak-Rind und Moschustier, amerikanische Wapiti, Schwarzwedelhirsch und Elch, sowie der Anden-Hirsch, Schwarz-, Braun-, Kragen- und Alpenbär, Murmeltiere, Hermelin und Mauswiesel, Fischotter, Kolkrabe, Alpendohle, Steinadler, Habichtsadler, Zwergadler, Gänsegeier und Bartgeier.

1966 begannen Zoo-Direktor Heinrich Windischbauer und Eduard Paul Tratz, Direktor des Haus der Natur, mit dem "Wildparkprojekt für Wisente und Wildpferde". Im selben Jahr gründete Windischbauer eine Gänsegeierkolonie, die bis heute besteht.

1972 stand der Salzburger Tiergarten kurz vor der Schließung. Als 1976 Oberst Friedrich Lacchini den Tiergarten übernahm, teilten sich Stadt und Land Salzburg die finanzielle Abgangsdeckung. Dadurch konnte ein ordentlicher Kanal, ein neues Wirtschaftsgebäude, eine neue Großkatzenanlagen, ein Wisenthaus und eine neue Gibbon- bzw. Lemurenanlage gebaut werden. 1990 übergab Lacchini den Zoo an seinen Nachfolger, Rainer Revers, der das Prinzip des Geo-Zoos einführte. Damit wurden, unter Berücksichtigung der landschaftlichen und klimatischen Situation, drei tiergeografische Gehegezonen (Eurasien, Südamerika und Afrika) eingeführt.

2003 kam es zur Umwandlung des Vereins "Salzburger Tiergarten Hellbrunn" in die "Zoo Salzburg Gemeinnützige GmbH". Gesellschafter sind nach wie vor Stadt und Land Salzburg zu gleichen Teilen. Im selben Jahr wurde auch der Förderverein Zoo Salzburg gegründet. Zur neuen Geschäftsführerin der Zoo Salzburg Gem. GmbH wurde 2005 Sabine Grebner bestellt.

2018 wurden insgesamt 390 983 Gäste gezählt. Das war ein Plus von über 45 000 Besuchern gegenüber dem Jahr 2017 und war damit eine bisher noch nie erreichte Besucherzahl seit Beginn der statistischen Erfassung der Eintritte im Jahr 1996.[1]

Forschungsbereiche

  • Biologie (Tierschutz, Wildtiermedizin, Physiologie, Ernähung, Verhalten, Fortpflanzungsbiologie, Genetik, Evolution, Taxonomie)
  • Naturschutz (Ökologie, Wildbiologie, Faunistik)
  • Forschung zur ständigen Verbesserung der Besucherinformation, Problemerkennung und Vermittlung von Ergebnissen
  • Forschung für einen aktiven Natur- und Artenschutz

Ausreißer

Immer wieder gelingt es kleineren und größeren Tieren, für kurze Zeit ihre Gehege zu verlassen und in die Umgebung zu entkommen.

2008

Unbekannte öffneten Schiebetüren im Nashornhaus. Einer Pflegerin, die morgens das Haus betrat, geschah glücklicherweise nichts.

2010

Zwei Kattas (Lemuren-Art) gelang die Flucht - sie werden in der Bar des Hotels Grünauer Hof in Wals wieder eingefangen.

5. Juni 2012: Zwei Geparden sind aus dem Zoo in Salzburg entwischt und freiwillig wieder zurückgekommen

Zwei junge Geparden-Weibchen haben am Dienstag, 5. Juni 2012, in den frühen Morgenstunden in Salzburg für große Aufregung gesorgt. Die beiden Raubkatzen waren in der Nacht aus ihrem Gehege im Zoo Salzburg ausgerissen, haben das Tiergartengelände verlassen und sind Richtung Anif marschiert. Die Rufe der Mutter haben die beiden Ausreißer schließlich zur freiwilligen Rückkehr bewegt.

Nach Angaben von Zoo-Direktorin Sabine Grebner hatten sich in jüngster Zeit mehrmals in der Nacht Jugendliche zur Mutprobe in den Zoo begeben, was auch durch eingerichtete Foto-Fallen nachgewiesen wurde. In der Nacht auf Dienstag wurde ihren Angaben zufolge eine Tür zum Geparden-Gehege aufgebrochen. Da sich diese Türe im nicht zugänglichen Bereich des Tiergartens befindet, ist diese auch nicht besonders gesichert. Grebner vermutet, dass die Aktion auf das Konto dieser Jugendlichen geht.

Gegen 06:30 Uhr langte bei der Polizei der Notruf ein, dass sich auf einer Wiese in Anif Geparden befänden. Die Polizei verständigte sofort den Tiergarten, der Pfleger zum Gepardengehege schickte, wo die offene Tür und das Fehlen der beiden weiblichen Jungtiere namens Raha und Juvi bemerkt wurde. Diese beiden gehören einem Wurf mit drei Katzen aus dem Vorjahr an. Sie sind laut Grebner fast ausgewachsen, halten aber noch engen Kontakt zur Mutter. Das hat auch zum glimpflichen Ausgang ihres "Ausfluges" beigetragen. Die Pfleger entdeckten die beiden Geparden kurz darauf auf einer Wiese Richtung Anif. Die Tiere sind den täglichen Umgang mit Menschen gewöhnt und verhielten sich recht ruhig. Auch die Polizei war laut Loipold mit rund zehn Streifen im Einsatz. Obwohl die Tiere laut Grebner keine Gefahr für Menschen darstellen, hätte die Polizei nach eigenen Angaben scharf geschossen, wenn sich die Katzen auf bewohntes Gebiet zubewegt hätten. Die Tierpfleger hatten ein Narkosegewehr dabei, wollten dieses aber nur im Notfall einsetzen. Sie umkreisten auf der Wiese die beiden Weibchen sehr behutsam, um sie nicht zu verschrecken.

Das Muttertier, das ebenfalls das Gehege, nicht aber den Tiergarten verlassen hatte, rief nach den beiden Ausreißern, die den Rufen auch folgten und so in Begleitung der Pfleger wieder Richtung Zoo marschierten. Damit sie wieder rasch ins Areal gelangen konnten, schnitt ein Schlosser ein Eisengitter der Zoomauer mit einer Flex auf. Gegen 08:30 Uhr waren Raha und Juvi schließlich wieder daheim in ihrem Gehege.

Laut Zoo-Tierarzt Jochen Lengger sind Geparden die harmlosesten Raubkatzen und von ihrem Körperbau nicht für die Jagd auf große Beutetiere geeignet. "Sie haben ein Gebiss wie ein Königspudel. Jede ausgewachsene Dogge ist größer und schwerer", ergänzte Zoo-Direktorin Grebner.

Indes haben sich die Tierschützer zu Wort gemeldet. Die Haltung solcher Raubtiere in Gehegen sei nicht ihrer Art entsprechend: "Diese Tiere benötigen viele Quadratkilometer Lebensraum und nicht nur einige Quadratmeter", so der Verein Pfotenhilfe. Deshalb fordere der Verein ein Import- und Zuchtverbot für Wildtiere. Denn nur so können Zoos als moderne Auffangstationen für illegal gehandelte Tiere dienen.

Tierärztlicher Leiter

Mitte Jänner 2013 übernahm Professor Henning Wieser die tierärztliche Leitung des Zoos.

Bildergalerie

weitere Bilder

  Zoo Salzburg – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
  Zoo Salzburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quellen

  • Dr. Eduard Paul Tratz, Seite 48-55 in Etzendorfer, Hans (Hrsg. und Verleger): Hellbrunn, Broschüre, 60 Seiten, Reihe: Salzburg - Natur - Kultur - Geschichte, 2. Jahrgang, Folge 1, Verlag Etzendorfer & Co., Salzburg, 1961

Weblinks