Salzburger Provinzialsynode 1537

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Die Provinzialsynode von 1537 hatte neben dem Problem einer Reform des Klerus vor allem die Vorbereitung des nach Mantua (Italien) einberufenen Generalkonzils und der Frage der Gravamina[1].

Allgemeines

Es bedeutete für den bischöflichen Versuch einer Abbestellung der Beschwerden des Klerus ein endgültiges Fiasko. Die Bischöfe hatten nämlich mit der Ankündigung Leonhard von Ecks mit einer Vergleichung in dieser Frage gerechnet. Bei der Bischofskonferenz in Mühldorf am Inn wurde ein eigenständiges Reformkonzept erarbeitet. Kurze Zeit später legte man in Passau mit Verhandlungen mit den weltlichen Fürsten den 15. Mai 1537[2] als Beginn der Synode fest. Man bat in einem eigens nochmals an die weltlichen Fürsten gerichteten Gesuch, um eine Gesandtschaft, die auch Vollmacht hätte, in den Jurisdiktionsstreitigkeiten zu verhandeln, um diese zu einem Ende zu führen.

Diese Anliegen fand auch in der feierlichen Indiktion ausdrückliche Erwähnung. Es wurde nochmals an die weltlichen Fürsten geschrieben ihre Gesandtschaft solle hinreichend Vollmacht haben, um die anstehenden jurisdiktionellen Streitigkeiten verbindlich zu regeln. Wie von Seiten des Fürsterzbischofs Matthäus Lang von Wellenburg jene Verhandlungen über die Gravamina geplant waren, ist in einem Memorandum enthalten. Unter anderem war eine getrennte Verhandlung mit Bayern und mit Österreich vorgesehen. Ein Beschwerdeausschuss der von der Synode eingerichtet wurde, erarbeitete auch nach Salzburger Plan einen ausführlichen Beschwerdekatalog als Grundlage für die Unterredung mit den weltlichen Fürsten.

Weiters wurde ein Verzeichnis, das die jenige Punkte zusammenstellte die die geistliche Seite in der Kaiserlichen Konstitution von Augsburg 1530 für unannehmbar hielt. Die weltlichen Herrscher sind zu keinen Verhandlungen bereit: Die bischöfliche Seite konnte von den Weltlichen überhaupt nichts erreichen. Die pfälzischen Wittelsbacher hatten sich entschuldigt und der Landgraf zu Leuchtenberg fehlte. Den mit Verspätung kommenden königlichen Oratores legte die versammelte Synode ihre Beschwerden gegen die Übergriffe durch nachgesetzte Obrigkeiten dar. Die Oratores hatten in der Gesandtschaftinduktion freilich die Weisung bekommen, sie sollten die Klagen zwar anhören und an die Regierungen gelangen lassen, selbst aber keine Entscheidungen treffen.

Die bayrische Delegation hatten keine hinreichenden Instruktion mitbekommen und reiste am 20. Mai unverrichteter Dinge einfach wieder ab. Das Salzburger Protokoll vermerkte dazu: "Diser abzug ist gleichwol frembd gewesen und hat dem synodo allerlai nachgedencken gemacht." Erst später kam man drauf, dass es keine Mißachtung der Synode war, sondern aus anderen geheimen Ursachen geschehen ist. Deshalb hieß es im Rezeß der Synode bezüglich der gesitlichen Gravamina lediglich, die Versammlung habe sie immerhin sorgfältig zusammengetragen, beraten und geprüft. Durch Verschulden der weltlichen Gesandtschaften sei dann die Sache im Sande verlaufen.

Man beschloss bezüglich des auffallenden Verhaltens der bayerischen Gesandtschaft nach einer Erwägung, für diesmal Stillschweigen zu bewahren und auf eine folgende Zusammenkunft zu hoffen und in der Zwischenzeit zu eruieren, aus welchen Gründen die Herzöge ihre Oratoren zurückgezogen hätten. Wenn man bedenkt wie lange bereits verhandelt und mit welch großen Hoffnungen man in Rom appelliert hatte, so erkennt man, wie groß die Niederlage der Bischöfe gegen die Bayernherzöge in dieser Frage war. Der Besuch Leonhard von Ecks beim, schon von zwei Schlaganfällen gezeichneten Salzburger Erzbischof Kardinal Matthäus Lang von Wellenburg scheint mit der Abreise der Oratoren in Zusammenhang zu stehen.

Der Abzug des Herzogs scheint dennoch selbst angeordnet und auch von längerer Hand geplant gewesen zu sein, auch wenn Eck gegenüber dem Kardinal alle Schuld auf sich genommen hatte. Auch mit Österreich konnte - trotz einer Vereinbarung von 1528- kein Ausgleich erzielt werden.

Fußnote

Quelle