Schlossereien in Salzburg

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Begriffsklärung
Dieser Artikel informiert über den ehemaligen Beruf eines Schlossers und die Salzburger Geschichte des Berufes. Über den Beruf des Schmieds und die Salzburger Geschichte des Berufes informiert der Artikel Schmied.

Dieser Artikel gibt eine Übersicht über Schlossereien im Bundesland Salzburg.

Begriff

Eine Schlosserei ist die Werkstatt eines Schlossers[1], der den Beruf als Handwerk ausführt. Die Metallarbeiten werden dabei typischerweise als Bedarfs- und Auftragsanfertigungen in kleinem Umfang ausführt. Man unterscheidet:

  • Bauschlosser (Geländer, Stege, kleinere Treppen, Tore, Türen)
  • Kunstschlosser (kunstvoll gestaltete Gitter, Zäune, Tore)
  • Werkzeugschlosser (spezielle Werkzeuge und Vorrichtungen nach den Vorgaben des Auftraggebers)
  • Kfz-Schlosser (Herstellen von Fahrzeugkonstruktionen und -aufbauten, Wartung und Reparatur)

1907 wurden – nicht zuletzt aufgrund des politischen Drucks des gewerblichen Mittelstandes – die Zutrittsschranken für Gewerbe nach der Gewerbeordnung 1859 erhöht. Dies galt fortan auch für Schlosser (handwerkgemäßige Gewerbe). Die Ausübung des Handelsgewerbes wurde an einen Befähigungsnachweis geknüpft. Die Anzahl der handwerksmäßigen Gewerbe (Handwerk) wurde auf 54 erhöht und eine obligatorische Gesellenprüfung vorgeschrieben. Als Befähigungsnachweis galten zumeist Gesellenprüfung und dreijährige einschlägige Verwendungszeit.[2] Das Erfordernis der Meisterprüfung stammt erst aus 1934.

Überschreitet der Geschäftsumfang einen bestimmten Schwellenwert oder wird die Geschäftsführung auf mehrere Personen ausgeweitet, so entsteht ein Betrieb (Anlagevermögen und Personal), der als Firma im Firmenbuch eingetragen werden muss. Der Betrieb kann als Einzel-Unternehmen, Personengesellschaft oder als Kapitalgesellschaft geführt werden.

Während die Schlosserei früher zumeist ein Handwerk war, ist diese Form heute die Ausnahme. Die meisten Schlossereien von heute sind als Unternehmen (OEG, KG, GmbH) im Firmenbuch eingetragen.

Geschichte

In Chroniken findet sich die Bezeichnung Schlosser bereits im 14. Jahrhundert, so in Nürnberg 1330 ein Shlosser Heuter. Ursprünglich waren die Schlosserarbeiten beim Schmied angesiedelt. Nach der Loslösung der Schlosser bildeten diesen ein selbständiges Gewerbe, oft auch zusammen mit Winden-, Büchsen- und Großuhrenmachern sowie anderen Kleinschmieden zünftige Verbindungen.

In den Zunftregeln der Schlosser war verboten, dass Lehrjunge oder Gesellen "ohne Wissen und Bewilligung des Meisters [...] einen Schlüssel, der in Wachs, Lehm oder Blei abgedruckt war, nachzumachen, noch viel weniger aber einen Hakenschlüssel, Dietrich oder andere Instrumente, womit man Schlösser heimlich öffnen kann." (Zitat Quelle "Verschwundene Arbeit", Seite 188).

Produkte von Schlossern waren unter anderen Vorhänge-, Tür-, Tor-, Gewehr- und Truhenschlüssel, Bänder und Angeln für Türen, Gitter, Sakramenthäuschen, Beschläge, Türklopfer, Kaminzubehör, Laternen- und Fackelhalter sowie Griffe.

Im Salzburger Amts-Kalender von 1957 werden 55 Schlossereien in der Stadt Salzburg gelistet, darunter Johann Matschl, später (oder auch gleichzeitig) Motorenwerkstatt Matschl an der Nonntaler Hauptstraße, Josef Aigner an der Goldgasse, heute als "Schlüssel Aigner" bekannt, Johann Hans Rendl aus einer Familie, die später auch Heizkessel herstellte.

Schlosser

Die Schlossereien

Auswahl

Quellen

  • Internet-Verzeichnisse Schlossereien Salzburg
  • Buch Verschwundene Arbeit
  • Salzburger Amts-Kalender, Ausgabe 1957
  • Quelle Buch Verschwundene Berufe, Seite 197, erster Satz: "Schlosser lösten sich von den Schmieden und bildeten ein selbständiges Gewerbe..."
  • http://alex.onb.ac.at/Gewerbeordnung 1859 idF RGBl. Nr. 26/1907