Goldgasse (Stadt Salzburg)

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Begriffsklärung
Dieser Artikel behandelt die Goldgasse in der Stadt Salzburg. Über eine gleichnamige Gasse in der Tennengauer Bezirkshauptstadt Hallein informiert der Artikel Goldgasse (Hallein).
Bild
Goldgasse (Stadt Salzburg).jpg
Goldgasse (Stadt Salzburg)
Länge: ca. 200 m
Startpunkt: Residenzplatz
Endpunkt: Brodgasse
Karte: Googlemaps
die Goldgasse am Abend
Goldgasse, im Bild der westliche Zugang vom Residenzplatz, mit weihnachtlicher Dekoration
Stolperstein für Georg Leitner in der Goldgasse Nr. 3

Die Goldgasse ist eine kleine Gasse in der Altstadt von der Stadt Salzburg.

Verlauf

Sie befindet sich zwischen Residenzplatz und Altem Markt und ist die letzte erhaltene mittelalterliche Gasse im Altstadtzentrum.

Name

Der Name rührt aus dem Mittelalter als sich in der Goldgasse Gold- und Silberschmiede und Zinngiesser befanden. Einige Heimatforscher meinen jedoch, dass der Name vom lateinischen Wort collatio - Schutzgeld - stammt: das war eine Art Steuer, die ein fremder Geselle bei einem Salzburger Meister zahlen musste, wenn er bei diesem arbeiten wollte. Denkbar wäre also ein Übersetzungs- oder Überlieferungsfehler, wenn man es mit "Gold" interpretieren möchte.

Die Goldgasse wurde wegen eines kleinen Milchmarktes bis ins frühe 19. Jahrhundert auch Milchgasse genannt.

Die Geschichte der Häuser

  • Goldgasse 5

Das „Reitsamerhaus“ wird 1424 erstmals als „Haus in der Sporergassen“ genannt. In diesem Haus erhielt der französische Kaufmann Jean Fontaine im Jahr 1700 die erstmalige Erlaubnis, Kaffee auszuschenken. Später übersiedelte dieses Kaffeehaus an den Alten Markt, wo es als Café Tomaselli bis heute bekannt ist.

  • Goldgasse 6

Im ersten Obergeschoß der Goldgasse 6 - Brodgasse 5, dem „Hofgeigenmacherhaus“ oder „Fragnerhaus“, findet sich an der Fassade die Figur des Gnadenbildes von Altötting samt Engelkopf auf einer barocken Konsole aus dem 17. Jahrhundert.

  • Goldgasse 7

Das „Sporerhaus“ oder „Schnitlauerhaus“ hat ebenfalls einen frühgotischen Kern. Das Erdgeschoß besitzt hier ein rundbogiges Konglomeratportal.

  • Goldgasse 10

Im „Kupferschmidhaus“ ist ebenfalls ein Haussegensbild. In den Jahren nach 1560 wohnte hier ein kunstbegabter Hufschmied, von 1573 an bis nach 1900 wohnten hier aber dann – vermutlich ununterbrochen – Kupferschmiede.

  • Goldgasse 11

Im „Brucknerhaus“ hat sich ein spätgotisches Korbbogen-Steinportal mit historischer Eingangstür erhalten. Im Kehlsims des Daches steht der Spruch: „Geht ein und aus mit frohen Sinn, dann wohnen frohe Leut drinn’.

  • Goldgasse 12

Im „Glockengießerhaus“, auch „Schönslebenhaus“ oder „Braumeisterhaus“, wohnten im 17. und 18. Jahrhundert verschiedene Glockengießer: Jacob Lidl (1647), Benedikt Eisenberger (1713) und danach Vater und Sohn Johann Oberascher aus der bekannten Salzburger Glockengießerfamilie. Benedikt Eisenberger hatte etwa die Glocken für die Benediktinerinnenabtei Nonnberg und die Erhardkirche angefertigt. 1702 produzierte er gemeinsam mit Büchsenmacher Franz Sulzer Antriebsmechanismus und Messingwalze für das Salzburger Glockenspiel.

  • Goldgasse 14

Die Obergeschoße des „Drahtzieherhauses“ zeigen um die Fenster herum Steingewände und eine Speicheraufzug-Öffnung unter dem Dach.

  • Goldgasse 15

Das „Goldschmiedhaus“ oder „Spinnstätterhaus“ besitzt in den Obergeschoßen Fenster mit Steingewänden und Fensterbänke aus Adneter Marmor, im Erdgeschoß hat es in rundbogiges Konglomeratportal und segmentbogenförmige Seitenfenster.

  • Goldgasse 16

Das Segensbild des „Glasererhauses“ zeigt die Dreifaltigkeit mit den Heiligen Florian und Sebastian in geschwungenem Rahmen.

  • Goldgasse 19

Das Haus Nr. 47 am Aschhof – das „Hofzinngießerhaus“ – wurde bereits 1418 urkundlich erwähnt. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts ist Thomas Schesser hier nachweisbar und im Jahr 1700 kommt diese Zinngießergerechtsame an den Hofzinngießer Josef Anton Greißing. 1740 folgt Anton Singer, ein Bayer, der die Zunftbücher neu anlegte und schon 1754 starb. Er ließ 1745 den Hauseingang mit dem Bild „Flucht aus Ägypten“ versehen.

Die Gasse heute

Heute ist die Goldgasse die einzige Einkaufsgasse mit kleinen, typisch Salzburger Geschäften. Man findet hier sehr viele Antiquitätenläden, Trachten und Hüte, Seidenblumen, Bücher, antike Uhren, Zinn, erlesene Pelze, alte Münzen, Gemälde, feine Weine und Speiseöle, exklusive Lederwaren, Künstlerzubehör, edle Brillen und hochwertige Handkeramik.

Zwei China-Restaurants bieten fernöstliche Küche. Das Fehlen internationaler Ketten macht die Goldgasse zu einem einmaligen Salzburger Einkaufserlebnis.

Quellen