Steinmetzfirma Helmut Moser

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Steinmetzfirma Moser in Seekirchen

Die Steinmetzfirma Helmut Moser GmbH & Co KG ist ein Unternehmen in Seekirchen am Wallersee an der Hauptstraße 48.

Allgemeines

Die Steinmetzfirma Helmut Moser GmbH wurde 1989 gegründet und ist ein Familienbetrieb, hat ein breites Produktionsspektrum in der Bearbeitung von Stein und ist auf die Herstellung von Grabdenkmälern spezialisiert.

Geschichte

Die Steinmetzfirma Moser in Seekirchen am Wallersee feiert 2014 ihr 125-Jahr-Jubiläum. Gegründet wurde der Steinmetzbetrieb 1889 von Rupert Moser. Er stammte aus Adnet und hatte dort bei Marmor Kiefer gelernt. Alle drei Söhne Mosers erlernten ebenfalls das Steinmetzhandwerk: Josef blieb in Seekirchen, Anton baute in Bischofshofen einen Steinmetzbetrieb auf und Karl machte sich in Gnigl selbstständig. Heute wird nur noch der Betrieb in Seekirchen am Wallersee von der Familie geführt.

Eine Familie wie aus Granit

Der Steinfußball bei der Steinmetzfirma Moser in Seekirchen

Seit Generationen wird in der Familie Moser aus Seekirchen am Wallersee Staub geschluckt. Das Steinmetzhandwerk liegt den Männern in den Genen. Von Dauer ist nicht nur der Werkstoff. Auch der Sport hat im Clan Tradition.

Diesen Fußball übersieht niemand, der durch das Zentrum von Seekirchen schlendert: Fast drei Tonnen schwer und mit einem Durchmesser von zwei Metern prangt das Prachtstück aus Granit im Garten des Steinmetzbetriebs Moser. Flankiert wird der Steinfußball von den Bremer Stadtmusikanten, einer Sonnenuhr und anderen Kunstwerken aus heimischem Naturstein.

Den Fußball habe ich aus 32 Werkstücken zusammengesetzt, er ist die größte Steinkugel in Österreich“, sagt Steinmetzmeister Helmut Moser. Anlässlich der Fußballeuropameisterschaft 2008 in Salzburg habe er die technischen Möglichkeiten der Steinbearbeitung ausloten wollen.

Familientradition

Das taten auch seine Vorfahren. Seit fast 125 Jahren wird in der Familie Moser in Seekirchen am Wallersee Stein bearbeitet. Berufsberater beißen in dieser Dynastie auf Granit. Ihre Dienste sind überflüssig, denn seit Generationen werden die männlichen Familienmitglieder im eigenen Betrieb zu Steinmetzmeistern ausgebildet.

Nicht, weil das ein in Stein gemeißeltes Gesetz ist, sondern weil es ihr Wunsch ist. Die Mosers haben sozusagen die Liebe zu diesem Handwerksberuf von Kindesbeinen an mit dem Staub eingeatmet.

„Ich wollte nie etwas anderes werden“, sagt Moser. Schon sein Vater Helmut Moser senior sowie dessen Vater, Großvater und Urgroßvater haben diesen Beruf ausgeübt. Womit wir bei einer weiteren Familientradition wären: den Namen. Oder besser gesagt dem Namen. Denn Helmut heißen nicht nur der Senior und sein Sohn, also der jetzige Chef, sondern auch dessen 22-jähriger Sohn – selbstverständlich ist auch er Steinmetzmeister. Zwillingsschwester Caroline studiert.

Der zweite Sohn Robert ist 17 Jahre alt und arbeitet ebenfalls im Betrieb mit. Er besucht die Steinmetzschule an der HTBL in Hallein und wird sie bald als Geselle abschließen.

Im Lauf der Zeit ist der Betrieb stetig gewachsen. 1984 wurde erweitert. Derzeit entsteht eine neue Werkhalle. Seit jeher ist der Betrieb auf die Fertigung von Grabsteinen spezialisiert und arbeitet gewissermaßen für die Ewigkeit. „Wenn ich am Friedhof bin, sehe ich noch die Grabsteine, die ich als Lehrbub gemacht habe“, sagt Helmut Moser senior. Gefühl und Übung erfordere der Beruf.

Der 71-Jährige kann sich gut an die Lehrzeit bei seinem Vater erinnern. „Er war sehr streng.“ Am Freitagabend, wenn seine Freunde auf der Wiese gegenüber Fußball spielten, hieß es die Werkstatt aufräumen. Eines Tages kam der Großvater in die Werkstatt, als der junge Helmut gerade einen Grabstein mit einem für damalige Verhältnisse völlig neuen Eisen bearbeitete. „Das ging hinein wie Butter.“ Der Großvater schlug die Hände über dem Kopf zusammen und rief: „Die Welt steht nicht mehr lang!

Erinnern können sich die Mosers auch an außergewöhnliche Aufträge. Einmal habe ein Kunde eine Sitzbadewanne aus Marmor bestellt, erzählt der Junior. „Dann ist er gekommen, hat seine Hose ausgezogen und durch Hin- und Herrutschen die Rundung getestet.“

Im Gegensatz zu früher würden Grabsteine heute nach Eigenentwürfen gefertigt und auf Wunsch der Angehörigen persönlich gestaltet, sagt Moser. Das sei arbeitsintensiv und erfordere handwerkliches Können. Moser freut es, wenn die Hinterbliebenen den Fertigungsprozess verfolgen.

Die Arbeiten des Handwerkbetriebs sind in ganz Österreich begehrt. Besonders gefreut hat Moser die Verleihung des Salzburger Handwerkerpreises für die Rekonstruktion von Seekirchens erstem Trinkwasserbrunnen aus dem 17. Jahrhundert.

Moser ist bestrebt, das Fortbestehen des Berufs zu sichern, und bildet deshalb auch Lehrlinge aus – klassisch und fast ohne den Einsatz von computergesteuerten Verfahren. „Nur so kann man Naturstein begreifen.“ Aus Liebe zum Steinmetzhandwerk liegt noch eine Tradition in der Familie. Seit Jahrzehnten sind die Mosers Innungsmeister und zugleich in der Bundesinnung aktiv.

Außerdem sind sie sportlich unterwegs. Helmut Moser senior war als Zehnkämpfer aktiv. Helmut der Mittlere fuhr bis zur Geburt seiner Kinder Motorradrennen. Die Söhne mögen es weniger rasant: Sie spielen in der Volleyball-Nationalmannschaft.

Steinmetzbetrieb auf und Karl machte sich in Salzburg-Gnigl selbstständig. Heute wird nur noch der Betrieb in Seekirchen von der Familie geführt.

Adresse

Steinmetzmeister Helmut Moser GmbH &Co KG
Hauptstraße 48
5201 Seekirchen am Wallersee
Telefon: 0 62 12 - 40 54
Telefax.06212/6815

Bildergalerie

Weblink

Quelle