Steintheater

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Steintheater auf dem Hellbrunner Berg, Weitwinkel-Ansicht
Karte
Das Steintheater 1928.
Steintheater im Winter
Steintheater, Zugang
Steintheater, der Bühnenraumn

Das Steintheater, auch Steinernes Theater oder Felsentheater genannt, ist ein für die Zwecke einer späteren Theaternutzung gestalteter Steinbruch aus der Bauzeit von Schloss Hellbrunn. Das Steinthater ist in seiner Gestaltung einzigartig geblieben, sie ist die älteste Naturbühne nördlich der Alpen. Das Steintheater steht wie der gesamte Schlosspark unter Denkmalschutz.

Lage

Das Steintheater befindet sich in der Stadt Salzburg im Salzburger Stadtteil Hellbrunn auf dem im Schlosspark Hellbrunn gelegenen Hellbrunner Berg.

Geschichte

Das Steintheater ist Teil der Gesamtgestaltung von Schloss Hellbrunn mit seinem weitläufigen Schlosspark, der von Fürsterzbischof Markus Sittikus von Hohenems erbaut und gestaltet wurde. Hier befand sich ursprünglich ein Steinbruch, aus dem Material für den Bau von Schloss Hellbrunn und anderen zugehörenden Anlagen gebrochen wurde. Offensichtlich war schon im Zuge der Steinbruchtätigkeit die Planung eines Steinernen Theaters vorgesehen. Der Bau von Hellbrunn wurde 1615 fertiggestellt. Die Verquickung von Natur einerseits und Kultur anderseits als zentrales Motiv von Hellbrunn kommt im Steintheater erneut in seiner Einzigartigkeit zum Ausdruck. Numen vel dissita jungit (Im Göttlichen vereinen sich alle Gegensätze) ist das zentrale Leitmotiv von Hellbrunn.

Veranstaltungen

Einzigartig ist das fast zur Gänze in den Konglomeratgestein gehauene Steintheater auf dem Hellbrunner Berg. Hier ist am 31. August 1617 die erste Freiluft-Opernaufführung Mitteleuropas dokumentiert, nämlich "Orfeo" von Claudio Monteverdi. Die erste bekannte Opernaufführung Mitteleuropas selbst fand wenige Jahre vorher im Carabinierisaal der Alten Residenz in der Stadt Salzburg statt. Ob schon früher im Steintheater Aufführungen stattfanden, ist urkundlich bisher nicht geklärt. Häufig fanden hier religiöse (Pastoralen) und weltliche Aufführungen statt. Auch fand 1670 hier anlässlich des Besuches des bayrischen Kurfürstenpaares neuerlich eine Aufführung der Oper "Orpheo" statt [1].

Auch in der jüngeren Zeitgeschichte gab und gibt es dort immer wieder Theater-, Tanz-, Musik-, Konzert- und Literaturveranstaltungen.

1968, Komische Oper "Der bekehrte Trunkenbold" von Christoph Willibald Gluck und Ballett "II Combattimento di Tancredi e Clorinda" von Claudio Monteverdi; fünf Aufführungen waren geplant, vier davon sind wegen Schlechtwetters ausgefallen[2]
1981, Glucks "Echo und Narziss" beim Fest in Hellbrunn[3] (bei dem als Orchstermusiker auch Dr. Reinhard Medicus teilnahm)
1989, Literatur- und Musikfestival, veranstaltet von erostepost; Lesungen von Gerhard Jaschke, Werner Herbst, Gerhard Ruiss und Wilfried Steiner, Konzert der Latin Band Landu[4]
1997, PH Value, Populär- und Rockmusik aus Salzburg[5]
2001, Anderswelt Open Air[6]
2003, Francesco Rasi "Orfeo" (* 1574; † 1621), Musikaufführung mit Rezitation, Tanz und Gesang, ein Projekt „Wissenschaft & Kunst“ der Paris-Lodron-Universität und der Universität Mozarteum in Zusammenarbeit mit der Residenzgalerie und dem Institut für Alte Musik[7]
2011, "Unendlich frei", Tanzveranstaltung der Sommerszene[8]
2015, Volksliedsingkreis Salzburg und Lainerhof-Quartett Salzburg [9]
2015, Offener Himmel, die vier Kirchenchöre der Pfarren Anif, Morzg, Niederalm und Rif sangen Werke von der Klassik bis zur Moderne, umrahmt von Texten des heiligen Franziskus von Assisi[10]
2015, Sänger der "Sound of Salzburg-Show" trugen Lieder von Opern, Operetten und von "The Sound of Music" bei freiem Eintritt vor[11]
2016, 39. Hellbrunner Volksliedsingen[12]

Das Steintheater bietet angeblich Platz für Veranstaltungen mit über 1 000 Teilnehmern[13] Tatsächlich ist der Zuschauerraum aber für derart hohe Besucherzahlen bei weitem nicht groß genug.

Bildergalerie

Quellen

  • Salzburg Info
  • stadt-salzburg.at (R.Medicus)
  • Reinhard Medicus: Der Hellbrunner Berg in Natur- und Kulturgeschichte; in: Bastei, Zeitschrift des Salzburger Stadtvereines, Jahrgang 2007, Folge 3

Fussnoten