Betretungsverbot im Hellbrunner Steintheater: Die Felsszenerie bröckelt

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Kulturklauberin Daniele Pabinger

Ein rot-weißes Absperrgitter steht vor der Naturbühne auf dem Hellbrunner Berg in Salzburg: Wegen Felssturzgefahr ist das Betreten des Steintheaters seit ein paar Wochen verboten. Zwei Felsbrocken hatten sich im März aus der Kulisse gelöst und waren auf die Bühne gestürzt. Die Schlossverwaltung Hellbrunn musste reagieren.

Leiterin Ingrid Sonvilla sagt: "Auf dem Felsen im Bühnenhintergrund darf nicht mehr geklettert werden." Sie wisse, dass das ein großer Einschnitt sei, aber die Sicherheit könne nicht gewährleistet werden - "das ist das Malheur". Der Zugang auf das Bühnenpodest soll künftig aber wieder ermöglicht werden. Derzeit tüftelt die Schlossverwaltung daran, wie das Betretungsverbot am besten auf Infotafeln vermittelt werden könnte. "Es geht auch darum, die Felsformation für die Nachwelt zu erhalten", betont Sonvilla. Sie spielt auf das Motto des Hellbrunn-Gründers Markus Sittikus an, das beim Sternweiher zu lesen ist.

Der Backstage-Bereich fällt weg

Restauratoren haben den abgebrochenen Teil des 1616 fertiggestellten Steintheaters wieder instand gesetzt, mit freiem Auge wäre nichts zu bemerken, wäre da nicht die Absperrung. Diese kann der Wirkung dieser fulminanten Naturbühne zwar wenig anhaben, aber lässt den gewohnten Erlebnisraum doch vermissen. Der hat viel mit dem Backstage-Bereich zu tun: Durch die Höhle hinter die Bühne zu gehen und den Blick von hinten auf die Felsszenerie zu werfen, das hat etwas Magisches. Aber wir werden uns daran gewöhnen (müssen), dass im Steintheater nicht mehr alles möglich ist.

Das steinere Theater entstand im aufgelassenen Steinbruch von Hellbrunn. Die abgebauten Steine dienten dem Bau der Schlossanlage, wie angenommen wird. Zwischen steilen Felswänden öffnet sich dieser Kunst-Natur-Raum, der ein Bühnenerlebnis für sich bietet. Theatralisch ist hier alles. Regie führen auch Witterung, Licht und Schatten. Bereits 1917 hat es hier Musikaufführungen gegeben.

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