Stille Nacht. Ein Lied mit Geschichte

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Titelbild Buch Stille Nacht. Ein Lied mit Geschichte

Buchtipp Stille Nacht. Ein Lied mit Geschichte

Autor: Tina Breckwoldt
Verlag: Servus Verlag by Benevento Publishing
Erscheinungsjahr: 2018
ISBN 13 9783710401862

Verlagsinformation

Stille Nacht – ein Weihnachtslied geht um die Welt

Um die Entstehung und Verbreitung des Weihnachtsklassikers »Stille Nacht, heilige Nacht« ranken sich unzählige Mythen. Ursprünglich war es ein Gedicht von Joseph Mohr, das von Franz Gruber als schlichtes Wiegenlied für Gitarre und zwei Stimmen vertont wurde. Heute wird es an Weihnachten von rund zwei Milliarden Menschen in über 300 Sprachen und Dialekten gesungen. »Stille Nacht, heilige Nacht« ist das Weihnachtslied schlechthin.

Tina Breckwoldt hat sich in ihrem Buch auf die Spuren des Liedes begeben, in unterschiedlichen Epochen recherchiert und die moderne Rezeption des Liedes unter-sucht:

Wer waren der Komponist Franz Xaver Gruber und der Autor Joseph Mohr?
Was wissen wir über die Uraufführung von Stille Nacht im Jahr 1818?
Wie fand das Lied von Oberndorf über Tirol seinen Weg hinaus in die Welt?
Warum kam die Friedensbotschaft aus »Stille Nacht, heilige Nacht« im Salzburger Land so gut an?
Wie wurde damals Weihnachten gefeiert?

Ein Weihnachtslied wird Weltkulturerbe

Das weltberühmte Weihnachtslied wird 1818 bei der Christmette in Oberndorf, einem kleinen Ort nördlich von Salzburg, zum ersten Mal aufgeführt. Die Menschen sind von Krieg, Hunger und Armut gezeichnet. Das schlichte Lied, ein Gute-Nacht-Lied für das Christkind, verleiht ihrer Sehnsucht nach Frieden Ausdruck.

Diese Friedensbotschaft wirkt heute noch und ist einer der Gründe, warum das Lied zum UNESCO-Kulturerbe Österreichs zählt. »Stille Nacht, heilige Nacht« begleitet uns durch die Weihnachtszeit, lässt uns innehalten und uns darauf besinnen, worum es an Weihnachten eigentlich geht. Erfahren Sie alles über die Entstehungsgeschichte und entdecken Sie den Zauber des Liedes neu!

Rezension 1

Etwas ausschweifend, doch informativ, leider sind die goldenen Seiten im Buch schwer lesbar

Die vier Kapitel „Geschichte“, „das Lied“, „Verbreitung und Rezeption“ und „Appendizes“, was auch immer das sein mag, bieten im Großen und Ganzen einen guten Überblick über alles Wesentliche rund um das Lied. Dieses Buch ist nicht so in die Tiefe gehend wie ein zweites, ebenfalls in 2018 Salzburg erschienenes Buch zu diesem Thema. Aber es ist durchaus ausreichend und detailliert geschrieben, um dem Titel gerecht zu werden.

Manche Kapitel könnten kürzer ausfallen, da sie (geschichtlich) weit ausholen, sind aber vom Inhalt her interessant. Beispielsweise beschäftigt sich das Kapitel „Gesellschaftlicher Hintergrund und geistige Landschaft in Salzburg“ über 16 Seiten mit der Zeit Ende des 18. Jahrhunderts bis ins erste Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts. Wieso da der letzte regierende Fürsterzbischof von Salzburg, Hieronymus Graf Colloredo doch relativ ausführlich beschrieben wird, obwohl er bereits im Dezember 1800 fluchtartig mit dem gesamten Geld der Salzburger nach Wien floh, ist mir im Zusammenhang mit dem Lied nicht ganz klar, aber interessant. Gleiches gilt für das Unterkapitel „Arme und Bettler“. Später kommt noch ein Kapitel „Schulwesen und Schulreform unter Colloredo“, aber das war gut 20 Jahre vor der Entstehung des Liedes und die politischen Herrscher – Österreich, Frankreich, Bayern und endgültig Österreich – hatten wohl alles wieder stark verändert. Beim anschließend auf drei Seiten abgedruckten Spottlied auf Colloredo erfährt der Leser, dass später Franz Xaver Gruber sich zu diesem Lied geäußert hatte. Gut, ein Bezug. Ja, aber ob dieser Abdruck wirklich notwendig ist?

Anders als andere Autoren geht die Autorin an die Beschreibung des Textes von Stille Nacht heran. Sie erörtert dabei auch Rhythmus, Reimschema, Wortfeld, Phrasen und Syntax. Dann aber folgen wieder etwas ausschweifend 14 Seiten über deutsche Weihnachtslieder ab dem 17. Jahrhundert. Habe ich mir eigentlich nicht unbedingt im Zusammenhang mit „Stille Nacht“ erwartet, mag aber für manchen Leser nicht uninteressant sein.

Der Leser erfährt einiges über die Übersetzungen des Liedes in andere Sprache, u. a. ausführlich mit in den Sprachen Arrernte und Maori geschriebenen und ins Deutsche übersetzte „Stille Nacht“-Lied und über das erste kanadische Weihnachtslied. Ein Kapitel für sich sind dann die nicht ganz 20 „goldenen“ Seiten einer Liste der Sprachen, in denen auf der Welt das Lied gesungen wird. Da erfährt der Leser beispielsweise, dass eine der Sprachen Alur ist, eine nilotische Sprache der Alur in Uganda, die 1,4 Millionen Menschen sprechen. Oder dass auch die Kornisch sprechenden Engländer, deren an der Zahl es 250 bis 300 Personen sind, das Lied so singen. Nun ja, eine seitenlange Aufzählung eben.

Die goldene Farbe des Umschlages zieht sich durch das Buch als goldener Faden, allerdings als Papierfarbe, auf dem in Grau der Text gedruckt steht. Aber darunter leidet die Lesbarkeit dieser Seiten deutlich. Gleich zu Beginn des Buches wird das Lied selbst mit Noten und Text abgedruckt, fast unlesbar. Gleiches gilt für die Seiten mit biografischen Daten verschiedener Personen. Und am Ende acht Seiten „Zeitleiste“, ebenfalls in goldener Farbe schwer lesbar.

Es ist durchaus ein vielseitiges und informatives Buch, das jetzt vielleicht zu einem Viertel nicht ganz mit dem „Stille Nacht“-Lied direkt zu tun hat; mit zahlreichen Abbildungen und historischen Aufnahmen, die auch nicht immer mit dem „Stille Nacht“-Lied zu tun haben. Es mag sicherlich ein gutes Buch sein, das vielleicht einfach nur meinen Vorstellungen von einem Buch rund um das „Stille Nacht“-Lied nicht ganz entspricht.

Rezension 2

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Quellen