Tomas Friedmann

Aus Salzburgwiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Tomas Friedmann
Tomas Friedmannn im Literaturhaus

Tomas Friedmann, eigentlich Thomas F. (* 8. November 1961 in Linz, Oberösterreich), kam 1983 nach Salzburg. Er lebt und arbeitet hier seit 1993 als Leiter und Geschäftsführer des Literaturhauses Salzburg sowie von 2007 bis 2015 als Vorsitzender des Dachverbandes Salzburger Kulturstätten. 2011 wird er unter die 100 "Salzburger des Jahres" gewählt (Platz 47). Seit 2013 ist sitzt er als gewählter Vertreter Österreichs im dreiköpfigen Vorstand des Netzwerks der Literaturhäuser "Literaturhaus.net" (Deutschland, Österreich, Schweiz). Außerdem regte er die Vernetzung der österreichischen Häuser der Literatur (ÖHL) an, engagiert sich für das Netzwerk der europäischen Literaturhäuser, u.a. in Oslo, London und Rumänien, verfasst Artikel und Essays und arbeitet als Moderator und Herausgeber.

Leben

Aufgewachsen in Linz, nach HAK-Matura und Zivildienst (Rotes Kreuz), machte er ab 1983 ein Studium der Germanistik und dann auch Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Universität Salzburg. Nach dem Tod seiner griechischen Frau, einer Universitätsdozentin in Paris, lebt er als Alleinerzieher in der Stadt Salzburg. Sein Interesse gilt neben Büchern, Kino, Theater, Musik und Kunst vor allem Reisen, Segeln und Jazz.

Arbeit

Früh entwickelt er Interesse und Engagement für Literatur, Film, Theater, Kunst und Politik (Journalistennachwuchspreis mit Reportage über den Dichter H.C. Artmann; 1. Preis in Österreich in der Sparte Essay beim Europäischen Schülerwettbewerb; Preis bei Reisepoesie-Wettbewerb), gründet und leitet Schülerzeitungen, verfasst eigene Texte und tritt mit öffentlichen Lesungen auf, u.a. beim Stadtfest in Linz.

1987 beginnt Friedmann als freier Mitarbeiter für das ORF-Landesstudio Salzburg zu arbeiten − zunächst im Aktuellen Dienst, dann als Literatur-Redakteur für die Abteilung "Literatur und Hörspiel" (Sendungen, Beiträge, Features, Interviews, Buchbesprechungen, Aufnahmeleitungen von Schauspielerlesungen, u.a. von den Salzburger Festspielen, Hörspiel-Regieassistenz und -Regie auf Ö1, Ö2 und Ö3). Davor und daneben ist er u.a. als Regiehospitant, Akteur bei der "English Drama Society" und Regisseur/Dramaturg mit eigener Theatergruppe mit Arbeiten am (Salzburger Landestheater und dem Kleinen Theater mit unbekannten Stücken von Wolfgang Bauer, Barbara Frischmuth etc. tätig. Er engagiert sich bei der Salzburger Autorengruppe und verfasst Buchrezensionen, Zeitungsartikel, publizierte Gedichte etc. Weiters ist er Mitbegründer der Salzburger Künstlergruppe "Arimaspen" (u.a. mit dem Maler Tibor Toth, der Goldschmiedin Daniela Korpasch und dem Fotografen Stefan Andriska).

1988/89 ist Friedmann Pressesprecher der Bürgerliste Salzburg-Land (Grüne), die erstmals den Einzug in den Landtag schafft (dafür lässt er sich vom ORF karenzieren).

1993 übernimmt er die Leitung des Literaturhauses Eizenbergerhof und macht daraus das Literaturhaus Salzburg. Er wird Geschäftsführer des Vereins Salzburger Literaturhaus Eizenbergerhof. Im selben Jahr erfindet er die liteRADtouren, geführte Radspazierfahrten auf den Spuren von Autoren und deren Werken (diese Idee wird vielerorts übernommen). Daraus entstand 2001 das Buch "salzburger literatouren". Zehn Jahre lang leitet er die Reihe "Hörspielmontag", erfindet und konzipiert die Reihe "Europa der Muttersprachen" (seit 1995), später mit dem Jazzit die Reihe "Jazz & Literatur. Literatur & Jazz" und ab 2009 das "Krimi-Fest Salzburg". Er regt die Gründung eines Salzburger Literaturfestes an und wirbt dafür bei Politik, Medien und in der Literaturszene. Und er gründet mit deutschen Kollegen das Netzwerk der Literaturhäuser "literaturhaus.net", berät bei Literaturhaus-Neugründungen im In- und Ausland und engagiert sich für eine Vernetzung der österreichischen Literaturhäuser und Literaturzentren (Projekt "mitSprache", ein Name nach Friedmanns Idee). Moderationen und Vorträge im In- und Ausland (auf Kongressen und bei Buchmessen), gelegentlich Performances und Auftritte (Toihaus, Theater ohne Titel, Rap mit Bertl Mütter bei Musikfestival etc.), ist immer wieder Mitglied in Literaturjurys und vergibt seit 2008 gemeinsam mit der Stadt Salzburg das H.C. Artmann-Stipendium. 2012 erfindet er in Salzburg "Büchertankstellen", Tag und Nacht offene Bücher-Tauschbörsen in umgebauten und gesponserten Telefonzellen, die vor dem Literaturhaus und vor der ARGEkultur errichtet werden. Auf sein Betreiben hin wird der Platz vor dem Literaturhaus 2013 von der Stadt Salzburg offiziell als H.C. Artmann-Platz benannt, die Eröffnung erfolgte nach der Neugestaltung im Juni 2015.

In den 1990er-Jahren wird Friedmann in den Beiratsausschuss des Salzburger Landeskulturbeirates gewählt, arbeitet an der Novellierung des Landes-Kulturförderungsgesetzes 1998 mit und verlässt nach Jahren freiwillig dieses Gremium sowie den Literaturfachbeirat des Landes Salzburg. Zur gleichen Zeit Engagement im Dachverband Salzburger Kulturstätten, der Interessenvertretung freier Kultur-Initiativen. Er betreibt die Erweiterung von zehn städtischen Einrichtungen auf 77 Initiativen in Stadt und Land mit insgesamt rund 1 Million Besuchern, wird 2005 in den Vorstand gewählt, ab 2007 Vorsitzender. In der Funktion regt er den ersten Salzburger Kulturkalender für Kinder an (Kidskultplan) und arbeitet an der österreichweit ersten Umfrage der Arbeiterkammer über die Situation von Kulturschaffenden in Salzburg mit (eine Basis für die Aktion "Fair pay" der IG-Kultur). Unter seinen Vorsitz fallen auch das Engagement des Dachverbands für die Aktion "Hunger auf Kunst und Kultur" sowie das Salzburger Projekt Stolpersteine. Im Frühjahr 2014 regt er die Bewerbung Salzburgs als "Europäische Kulturhauptstadt" 2024 an und wird nach der freiwilligen Übergabe des Vorsitzes vom Dachverband zum "Kulturhauptstadt-Beauftragten" ernannt.

Friedmann engagiert sich regional und international für die lebendige Vermittlung der Gegenwartsliteratur und beschäftigt sich theoretisch und praktisch mit neuen Formen. Für die erste Enquete zur Literaturvermittlung in Österreich im Herbst 2016 in Wien erfolgt auf seine Initiative hin der Startschuss mit einer Zukunftswerkstatt in Goldegg – und Friedmann ist dafür auch Herausgeber des Bandes mit Texten österreichischer Schriftsteller.

Publikationen

  • Und nachts über die Grenze. Gedichte. 1984
  • Innergrenzen. Kurzfilm. 1985
  • Expressionen einer Stadt. In: Leben in Salzburg, MM Verlag. Salzburg 1987
  • bist literatur österreich. Tonkunst. ORF/Ö1. Wien 1990
  • Walt Whitman. Hörfeature. ORF/Ö1. Wien 1991
  • Luft schnappen. Bilder und Geschichten aus Taxham und anderswo. Edition Eizenbergerhof. Salzburg 1995 (Mitherausgeber)
  • Ortlos Wortlos. In: Salzburg:Blicke, Residenz Verlag, Salzburg 1999
  • salzburger literatouren. Literarische Wege durch Stadt und Land Salzburg, Edition Eizenbergerhof. Salzburg 2001 (Mitherausgeber)
  • Literatur&Jazz. Jazz&Literatur. In: Old & New Dreams, Colorama Verlag, Salzburg 2011
  • Literaturhaus Salzburg. Die Geschichte des Eizenbergerhofs ab 1600. Edition Eizenbergerhof. Salzburg 2012 (Herausgeber)

sowie Veröffentlichungen in Rundfunk, Anthologien, Zeitungen etc.

Weblinks

Quelle

  • Literaturhaus Salzburg, literaturhaus.net, Dachverband Salzburger Kulturstätten, persönlich autorisiert