Alois Fischer

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Dr. jur. Alois Fischer (* 28. Jänner 1796 in Landeck, Tirol; † 8. April 1883 in Innsbruck) war ein österreichischer Politiker des 19. Jahrhunderts und Ehrenbürger der Landeshauptstadt Salzburg.

Biographie

Fischer promovierte 1824 an der Universität von Pavia (Lombardo-Venetianisches Königreich, bis 1859 habsburgisch) zum Doktor der Jurisprudenz. Kurz darauf ließ er sich in Salzburg nieder und war hier von 1828 bis 1849 als k. k. Hof- und Gerichtsadvokat tätig. Als kunstinteressierter Mensch war er 1844 maßgeblich an der Gründung des Salzburger Kunstvereins beteiligt und machte sich auch um die Rettung der Bestände des Salzburger Museums vor der geplanten Abwanderung nach Linz verdient.

Am 31. Dezember 1847 stellte er ein Gesuch um Verleihung des Bürgerrechts der Stadt Salzburg, das jedoch aufgrund einer sich gerade in Gang befindlichen Neuregelung der Bürgerrechtsstatuten nicht erledigt wurde. Kurz darauf sollte er 1848 als Deputierter der Stadt zum Reichstag nach Wien entsandt werden um Kaiser Franz Joseph I. die Forderungen Salzburgs zu überbringen.

Da Fischer das Bürgerrecht der Stadt nicht besaß, entstanden Bedenken hinsichtlich seiner Wählbarkeit. Auf Vorschlag des Rats Martin von Reichl, der im Salzburger Gemeinderat allgemeinen Anklang fand, wurde Fischer am 18. März 1848 zum Ehrenbürger der Stadt Salzburg ernannt, was ihn ebenfalls wählbar machen sollte. Da sich kurz darauf bei den politisch Verantwortlichen aber doch die Meinung durchsetzte, dass Fischer die „Vertretung der Stadt in Wien zugleich in der Eigenschaft als Bürger leisten sollte“ wurde ihm das Bürgerrecht der Stadt am 24. März 1848 taxfrei verliehen, womit er, rechtlich abgesichert, endgültig als Vertreter Salzburgs zum Reichstag entsandt werden konnte.

Seiner Ernennung zum Ministerialrat folgte von 1849 bis 1851 die Funktion als k. k. Statthalter des Herzogtums Österreich ob der Enns. In dieser Position hatte Fischer wesentlichen Anteil an der 1849 beschlossenen und 1850 erfolgten Erhebung des Herzogtums Salzburg zum eigenständigen Kronland und der damit einhergehenden Wiedererlangung der provinzialen Selbstständigkeit des Landes, das bis dahin verwaltungsmäßig dem Erzherzogtum Österreich ob der Enns angegliedert war.

Trotz diesem für Salzburg so wichtigen Erfolges hatte er persönlich auch mehrere politische Enttäuschungen zu verkraften, die ihn 1853 veranlassten, aus dem Staatsdienst auszuscheiden und sich in der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck niederzulassen, wo er 1883 verstarb.

Werke

  • Fischer, Alois: Aus meinem Amtsleben. Augsburg 1860.

Literatur

  • Helfert, Joseph Alexander von: Aloys Fischer, Lebens- und Charakterbild mit einem Anhange seiner Aufsätze und Aufzeichnungen. Innsbruck 1885.

Quelle