Austria Salzburg vs. Espanyol Barcelona (1964)

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Das Freundschaftsspiel Austria Salzburg vs. Espanyol Barcelona fand am 31. August 1964 im Stadion Lehen statt.

Schatztruhe

Ende August 1964 wehte über Fußball-Salzburg zum ersten Mal ein leiser Hauch der großen, weiten Welt: Der spanische Spitzenclub Espanyol Barcelona machte seine Aufwartung. In seinen Reihen standen damals mit Alfredo di Stefano und Ladislav Kubala zwei der bekanntesten Kicker der Welt, wenn auch schon fast im Pensionsalter: "Don Alfredo" 38, Kubala 37 Jahre alt. Die Spanier hatten zuvor in München gegen den FC Bayern (damals Regionalliga) 1:1 und gegen die österreichische Nationalmannschaft 3:3 gespielt.

5000 Zuschauer waren nach Lehen gekommen, wo Austria-Salzburg-Präsident Karl Sachs die Stars mit einem überdimensionalen Blumenstrauß begrüßte – die schlechte Laune der Spanier über den holprigen Rasen konnte er damit allerdings nicht kompensieren. Besonders grantig war di Stefano, dessen Halbzeiteinsatz von Manager Emil Östreicher vorher vertraglich festgelegt worden war. Und weil der kaum 20-jährige Artur Kibler dem Spielmacher der Katalanen nicht von der Seite wich, wuchs dessen Missmut minütlich, zur Pause wurde er mit Pfiffen verabschiedet. Drei Monate zuvor hatte man ihn in Wien – noch im Dress von Real Madrid – im Europacupfinale gefeiert. Kollege Kubala hielt in Lehen bis zum Schluss, wie auch sein erst 15-jähriger Sohn Branislav, durch. Weil der "Acker" dem spanischen Kombinationsspiel nicht förderlich war, ging es streckenweise auch überhart zu.

Die Austria, die tags zuvor in der Westliga gegen den SV Innsbruck noch 4:0 gewonnen hatte, verlor letztlich 0:2 gegen Espanyol. Die Violetten zeigten vor dem großen Gegner wenig Respekt und hatten durch Roland Hirscher und Adi Macek auch Chancen. In Erinnerung ist auch die starke Leistung des heimischen Abwehrorganisators Karl Karel; hinter ihm waren auch die Torhüter Ersoy Sükrü und Josef Köpf in guter Form, die Treffer von Vall und Idigoras waren nicht zu verhindern. Auf der Tribüne geizte eine Torhüterlegende nicht mit Beifall: Ricardo Zamora, der weltbeste Keeper der 1930er-Jahre. Er gehörte der Delegation von Espanyol Barcelona an, die ihre Europa-Tournee nach dem Salzburg-Gastspiel fortsetzte.

Quellen