Luftfahrt

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Luftfahrt-Träume: So träumte der Kunsthändler Wenzel Swatek Anfang des 20. Jahrhunderts von der Flugzukunft über Salzburg
Ein Zeppelin war erstmals 1928 über Salzburg zu sehen

Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte der Luftfahrt im Bundesland Salzburg.

Die Anfänge

Es dauerte keine zwei Jahre, dass die Luftfahrt-Euphorie nach der ersten bemannten Ballonfahrt der französischen Gebrüder Montgolfier im Jahr 1783 auch Salzburg erreichte. Der groß angekündigte erste Ballonaufstieg in Salzburg war allerdings unbemannt und "der Ballon blieb sitzen, der vermutlich nur mit Luft aufgeblasen dastand, um die Leute anzulocken", wie Leopold Mozart als Augenzeuge skeptisch bemerkte.

Für den 9. September 1810 gab es im Salzburger Intelligenzblatt die Ankündigung, dass Johann Baptist Gely-Latour zuerst einen kleinen Ballon (Höhe sechs Schuh, Breite fünf Schuh) und dann einen großen Ballon (Höhe 16 Schuh, Breite elf Schuh) im Hofe von Schloss Mirabell aufsteigen lassen werde.[1] Diese zwei Ballone waren mutmaßlich unbemannt und ob sie tatsächlich aufstiegen, ist quellenmäßig nicht nachweisbar. Danach folgte allerlei Feuerwerk.

Der Historiker Harald Waitzbauer hält als Premiere der bemannten Luftfahrt in Salzburg die Fahrt mit einem mit Warmluft gefüllten Ballon am 4. September 1811 durch Madame Constanze Bittorf aus Nürnberg.[2] [3] Madame Bittorf, die zuvor in Ulm und Augsburg war, stieg mit dem rund 18 Meter hohen Ballon, einer Mongolfiere mit flammendem Feuer unter der Gondel zur Heißluftbereitung, vom Kasernenplatz vor dem Schloss Mirabell aus etwa 3 000 Fuß (knapp ein Kilometer) über die Stadt auf und schwenkte die – damals gültige – bayerische Fahne. Der Ballon ging dann in der Nähe der Müllner Kirche am Mönchsberg nieder. Die Polizei half durch eine Kollekte, damit die Familie von Mechanikus August Bittorf das sonst übliche Eintrittsgeld aus der großen Menge der Zuschauer bekam.

1823 experimentierte Joseph Wibmperger, ein Salzburger Luftfahrt-Pionier, mit Ballons und gründete eine Luftfahrtgesellschaft.

Am 16. April 1902 stiegen Erzherzog Leopold Ferdinand und Hauptmann Franz Hinterstoißer mit dem Ballon "Metor", der mit Gas aus dem Städtischen Gaswerk, gefüllt wurde, in die Luft.

Ballonfahren blieb ein kostspieliger Luxussport, der sich in Österreich vor allem dank hochadeliger Begeisterung weiter entwickelte. Mit dem Ballon "Salzburg" stellte Erzherzog Joseph Ferdinand 1909 einen Weltrekord auf, als er die 984 Kilometer lange Strecke von Salzburg nach Dieppe an der französischen Ärmelkanalküste in damals unglaublichen 16 Stunden in der Luft zurücklegte.

Am 7. März 1910 erhielt Erzherzogin Margareta von Toskana ihre Lufttaufe. Sie stieg in Erzherzog Josef Ferdinands Ballon "Salzburg" in Salzburg auf. Mit dabei waren auch die Brüder der Erzherzogin, die Erzherzöge Josef Ferdinand und Heinrich Ferdinand. Der Ballon stieg bei der Gasanstalt in Lehen (beim alten Gebäude der Salzburger Stadtwerke?) auf und landete bei Koppl. Damit war Margarete die erste Erzherzogin, die an einer Ballonfahrt teilgenommen hatte[4]

Auf der Trabrennbahn in Salzburg-Parsch (Aigen) startete dann am 16. Juli des gleichen Jahres auch ein von Josef Auer gelenktes Flugzeug mit Motorantrieb.

Albert Buchstätter erhielt am 24. März 1911 als erster Salzburger Flugpionier den Pilotenschein.

Am 31. August 1913 unternahm Erzherzog Heinrich Ferdinand mit seinem Bruder Erzherzog Joseph Ferdinand (er hatte bereits 42 Ballonfahrten hinter sich) und einigen Freunden eine Ballonfahrt.

Im März 1924 fand ein Probeflug einer Maschine der Austria Flugverkehrs AG von Wien nach Salzburg statt. Nach mehreren Startverschiebungen führte Schlechtwetter zu einer ungeplanten Notlandung und Aufgabe des Vorhabens. Der Eröffnungsflug der Österreichischen Luftverkehrs AG (ÖLAG) von Wien nach München fand am 24. April 1926 ebenfalls ein vorzeitiges Ende in Straßwalchen. Ein Hagel- und Schneesturm zwang die Maschine zur Landung und konnte erst am nächsten Tag weiterfliegen.

Flieger nannte man damals Aviatiker.

Der Flughafen Salzburg eröffnet

Der erste Linienflug von München (Bayern) nach Salzburg erfolgte dann am 16. August 1926 auf einer "Fokker Grulich F II" mit vier Passagiersitzen mit einem "Kranich" mit der Aufschrift Deutsche Luft Hansa[5].

Richtig begonnen hat es dann, als am 22. August 1926 der Flugplatz Maxglan öffnete. Hans Guritzer war ein österreichischer Flugpionier und Konstrukteur, der am Salzburger Flughafen Rundflüge, Flugtage und einen Pilotenausbildungsbetrieb anbot. Schon vorher gab es ein "Flugfeld" in Maxglan, auf dem zum Beispiel am 19. September 1925 das erste Verkehrsflugzeug vom Flugplatz Reichenhall-Mayerhof kommend gelandet war.

Regionalflüge Wien - Salzkammergut

Damit begann auch der Regionalverkehr mit Flügen nach St. Wolfgang und rund um den Schafberg mit dem Wasserflugzeug Junkers A-3. In der Zwischenkriegszeit war es Mode, sich in St. Wolfgangs noblen Hotels zum Fünfuhrtee oder mit Hollywood-Größen zum Cocktail im "Grand Hotel" zu treffen. Dazu hatte man die Möglichkeit für einige Stunden per Flugzeug anzureisen. So heißt es in einem Brief einer Filmgröße: "Wenn ich aus den Staaten zurück komme, dann machen wir etwas auf einer Bühne in St. Wolfgang." Diese Glanzzeit und der Mythos der Filmstars wurden von den Chronisten gepriesen.

Für diesen Zweck stand in den Sommermonaten in der Cortisenbucht immer eine Junkers A–3 oder D–2 für den modernen Tourismus zur Verfügung. Einsatzfreudige Marineangehörige der Marinekadettenschule Ferienhort, sorgten mit der MS Austria für die Sicherheit der noblen Gäste, die "selige, individuelle Stunden" in St. Wolfgang verbringen durften. Die regionale Flugbewegung, die erfreulicherweise auf die Wolfgangsee-Gemeinden ausgedehnt wurde, trug wesentlich zum touristischen Aufschwung und zur Genesung der heimischen Wirtschaft bei, schreibt die Sektion des Österreichischen Touristenklubs von St. Wolfgang.

Am 2. Mai 1929 besuchte das deutsche Luftschiff Graf Zeppelin Salzburg bereits zum zweiten Mal.

Zeppelin bringt Salzburg aus dem Häuschen

Die nächste große Luftfahrtaufregung fand im September 1928 statt, als ein mehr als 230 Meter langes Zeppelin-Luftschiff die Stadt an der Salzach überflog und von der Festung mit Kanonenschüssen begrüßt wurde. Die Stadtsalzburger stürmten die Türme und Dächer der Altstadt, ein Waghalsiger erkletterte sogar die Kuppel der Kollegienkirche und auf dem Dachfirst des Kapuzinerklosters saß rittlings ein Mönch, um sich den "Sonnengesang" des stolzen Zeppelin anzuhören, wie die Zeitungen damals zu berichten wussten. Auf seiner Fahrt zur Weltkraftkonferenz in Berlin war das Luftschiff «Graf Zeppelin» am 21. Juni 1930 zum dritten Mal am Himmel über der Stadt Salzburg zu sehen. Am 5. Mai 1931 war das Luftschiff «Graf Zeppelin» ist zum fünften Mal am Himmel über der Stadt Salzburg zu sehen.

Die Luftfahrt in den Gebirgsgauen

Doch auch im Gebirge begann die Luftfahrt. Schon 1924 gab es einen Flugplatz Zell am See, wenn auch auf dem Eis des Zeller Sees.

Am 15. Februar 1926 startete der deutsche Luftfahrtingenieur Dr. Ing. Werner von Langsdorff vom Zeller See (Zell am See) zu seinem "Glocknerflug" nach Villach, Kärnten, mit einer Klemm L-20 (19 PS-Mercedesmotor). Auch im benachbarten Berchtesgadener Land gab es neben dem Flugplatz Reichenhall-Mayerhof noch eine Landewiese Berchtesgaden-Schönau. In den 1930er-Jahren kam noch der Flugplatz Ainring dazu.

1937 meldete das Salzburger Volksblatt: "Am Sonntag, dem 18. Juli, wurde das Flugfeld in Zell am See erstmals von einem angemeldeten Passagierflugzeug angeflogen."

2001 übernahm dann die Familie Porsche den Zeller Flugplatz.

Heute gibt es auch noch den Flugplatz Mauterndorf, den höchstgelegenen Alpenflugplatz.

Pioniere

Hauptartikel Salzburger Flugpioniere

Doch zurück zu Pionieren aus Salzburg. Hans Wolf führte am 2. November 1930 den ersten Salzburger Zielflug von der Gaisbergspitze zum Flugfeld Maxglan mit einer Zögling durch. Diesen Flug wiederholte er am 28. Mai 1950 als erster Pilot in der Nachkriegszeit mit einem Segelflieger.

Eduard und Marga Kuhn eröffnen ebenfalls eine Flugschule.

Nach 1945

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm am 17. Juni 1950 die belgische Fluglinie SABENA als erste ausländische Fluglinie den Linienflugverkehr wieder mit Salzburg auf.

Am 25. Mai 1955 erhielt Österreich wieder seine Lufthoheit zurück - von Zürich kommend flog zum ersten Mal seit Kriegsende ein österreichisches Flugzeug mit Zwischenlandung in Salzburg nach Wien-Schwechat. Die Maschine, eine einmotorige Cessna 180, trug zwar noch Schweizer Kennzeichen, wurde aber von ihrem Eigentümer Hubert Pölz[6], von der ÖFAG Salzburg, geflogen. Copilot war der ehemalige Jagdflieger Hermann Buchner, der erste Inhaber eines Berufspilotenpatents in Österreich.

Es folgten bald die ersten Charterflüge, um den Fremdenverkehr wieder in Schwung zu bringen.

Ereignisse

Siehe auch

Bilder

 Luftfahrt – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki

Quellen

Einzelnachweise

  1. books.google.at/Intelligenzblatt von Salzburg: 1810
  2. books.google.at/Salzburger Chronik, 2. September 1875, Seite 1
  3. ANNO, Salzburger Volksblatt, 15. April 1931, Seite 6 "Der erste Ballonaufstieg in Salzburg"
  4. Quelle HP Fachzeitung für Automobilismus und Flugtechnik, Jahrgang 1910, Ausgabe 13. März, Seite 24
  5. die LUFTHANSA ist aus dem Zusammenschluss des Deutschen Aero Lloyd mit dem Junkers Luftverkehr als "Deutsche Luft Hansa Aktiengesellschaft" 1926 entstanden und wird erst ab 1933 als "Lufthansa" in einem Wort geschrieben.
  6. * 1917; † 1994, ehemaliger Kampfflieger