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Busunglück in Gschwand

Helmut Kohl und Gattin vor dem Gedenkkreuz.
Das Gedenkkreuz im Mai 2010.

Das Busunglück in Gschwand in St. Gilgen forderte am 6. Dezember 1995 zehn Todesopfer und 36 Verletzte.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

In einer leichten Linkskurve der Wolfgangsee Straße (B 158) nahe dem Gasthaus Gamsjaga stieß ein Privatauto frontal mit einem Reisebus zusammen. Der Fahrer des Autos, ein Polier und vierfacher Familienvater, hatte auf der Heimfahrt einen anderen PKW überholt und dabei offensichtlich den aus Richtung Strobl entgegenkommenden Reisebus übersehen. Der Buslenker, Martin Haindl aus Hörgertshausen, Landkreis Freising (Bayern), hatte noch versucht den Bus zu verreißen, konnte aber den Zusammenstoß nicht mehr verhindern. In weiterer Folge durchstieß der Bus die hölzerne Fahrbahnabgrenzung und stürzte in den Wolfgangsee. Der Doppeldecker kippte zur rechten Seite und versank teilweise im Wasser. 30 der 43 Insassen des Busses konnten sich selbst befreien und ans Ufer waten.

Busfahrer Martin Haindl war einer der Helden des Abends, da er unmittelbar nach dem Unfall das Seitenfenster seines Fahrerplatzes einschlug, einen Außenspiegel abriss und damit alle Fenster einschlug. Durch diese konnten sich zahlreiche der durchwegs älteren Insassen des Fahrzeugs befreien. Ein weiterer Held war der Lkw-Fahrer Johann Hödlmoser aus Aigen-Voglhub. Er hielt seinen Lastwagen an, fuhr den Kranausleger aus, sicherte mit dem Seil den Bus und verhinderte so, dass der Bus in 12 Meter Tiefe absinken konnte. Der Gendarm Robert Ratzinger sprang ohne Zögern in den eiskalten See und half bei der Bergung der Überlebenden.

Gedenkstätte

Am 20. August 1996 wurde ein vom deutschen Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl und seiner Gattin Hannelore gespendetes und vom Bildhauer Roland Unterwurzacher (St. Veit im Pongau) geschnitztes Holzkreuz zur Erinnerung an das schicksalhafte Busunglück auf der Heimfahrt vom Adventmarkt in Bad Ischl eingeweiht. Beim Kreuz handelt es sich um ein geschnitztes, schindelgedecktes Marterl. Es wird von der Gemeinde St. Gilgen gepflegt und ist bis heute in bestem Zustand.

Bildergalerie

Quellen

  • Salzburger Nachrichten, 7. und 8. Dezember 1995
  • Adele Sungler