Strobl am Wolfgangsee

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Ortsbild
Strobl1.jpg
Karte
Karte 5340.png
Basisdaten
Politischer Bezirk: Salzburg-Land (SL)
Fläche: 94,48 km²
Geografische Koordinaten: Länge 13° 28' 59,8"
Breite 47° 43' 04,9"
Höhe: 542 m ü. A.
Einwohner: 3 639 (1. Jänner 2019)
Postleitzahl: 5350, 5342, 5351
Vorwahl: 06137
Gemeindekennziffer: 50336
Gemeindeamt: Dorfplatz 59
5350 Strobl
Geografische Karte:
Politik
Bürgermeister: Josef Weikinger
Gemeinderat (2019): 21 Mitglieder: 13 ÖVP,
5 SPÖ,
2 GRÜNE,
1 FPÖ
Bevölkerungs-
entwicklung
1869  883
1880  989
1890 1 073
1900 1 242
1910 1 581
1923 1 730
1934 1 716
1939 1 689
1951 2 204
1961 2 202
1971 2 484
1981 2 748
1991 3 141
2001 3 453
2011 3 619
2018 3 645
Aufnahme von Strobl im Jahr 1958.

Strobl (am Wolfgangsee, wie es auf der Homepage der Gemeinde genannt wird) ist eine im Salzkammergut am Wolfgangsee gelegene Gemeinde im Osten des Flachgaus.

Geografie

Geografische Lage

Strobl liegt am Südostufer des Wolfgangsees. Im Norden begrenzt durch den Bürgl, einer 745 m ü. A. Erhebung, die sich bereits auf dem Gemeindegebiet von St. Wolfgang in Oberösterreich befindet, im Westen durch das Naturschutzgebiet Blinklingmoos und im Osten öffnet sich ein Becken in Richtung Bad Ischl, wo auch der einzige Abfluss des Wolfgangsees, die Ischler Ache, fließt. Im Süden steigen die Berge der Osterhorngruppe in die Höhe (Berge sind u. a. der Sparber, 1 502 m ü. A.; die Bleckwand, 1 541 m ü. A.; das Wieslerhorn, 1 603 m ü. A.; Berge, die auf der Grenze oder im Bereich der Grenze zum südlich anschließenden Tennengau befinden, sind u. a. im Südwesten das Holzeck, 1 603 m ü. A.; im Süden das Osterhorn, 1 746 m ü. A.; der Große Pletschberg, 1 720 m ü. A.; der Braunedelkogel, 1 894 m ü. A.; im Südosten der Große Schoberstein, 1 584 m ü. A.; der Meistergupf (Niederer Bergwerkskogel), 1 584 m ü. A. und der Bergwerkskogel, 1 781 m ü. A.;

Gemeindegliederung

Die Gemeinde Strobl umfasst die Katastralgemeinden Aigen, Gschwendt, Strobl und Weissenbach und gliedert sich in die folgenden gleichnamigen Ortschaften:

Anmerkung: In kursiver Schrift wird die Einwohnerzahl der Ortschaften zum 1. Jänner 2018 angegeben.[1]

Nachbargemeinden

Die Gemeinde grenzt im Südosten an Rußbach am Paß Gschütt, im Süden an Abtenau, im Westen an St. Gilgen, im Norden an St. Wolfgang, bereits in Oberösterreich, ebenso wie Bad Ischl im Osten.

Religionen

Pfarrkirche Strobl, Außenansicht

Die Pfarrkirche St. Sigismund wurde um 1760 von Kassian Singer im spätbarocken Stil erbaut. Hochaltar und Kreuzgruppe stammen von Lorenz Hörmbler, Skulpturen am Hochaltar von Sebastian Eberl, das Gemälde am rechten Seitenaltar, das Gnadenbild "Madonna vom Guten Rat" von Genazzano (bei Rom, Italien) von Peter Anton Lorenzoni.

Geschichte

Theo Lingen-Skulptur

Name

Eine Theorie besagt, dass das Wort Strobl Überlieferungen zufolge nichts anderes als "strubbeliger Mann" bedeutet und findet sich in der Strobl-Geschichte auch in Aufzeichnungen aus dem 14. Jahrhundert. Damals, als der Wolfgangsee noch Abersee genannt wurde, scheint ein gewisser Friedrich Stroblo als erster Inhaber einer "Seege" (= Fischereiaufsicht) auf. Der "strubbelige Mann" schmückt schließlich auch heute noch das Wappen der Gemeinde Strobl. Der Name Strobl selbst hat - vor allem in Süddeutschland - die verschiedensten Abwandlungen, wie Straub, Stübel oder Ströbele. Der wohl bekannteste Vertreter der Namensfamilie "Strobl" ist der weltbekannte "Struwwelpeter".

Eine anderen Quelle[2] schreibt, dass der Ortsname Strobl im Jahr 1593 erstmals urkundlich erwähnt wird. Er setzt sich als Ortsbezeichnung aber erst im 19. Jahrhundert durch. Er geht auf Hanns dem III. Strobl zurück, der um 1587 Tavernenwirt, Gutsbesitzer, Eisenniederleger, dom-kapitälischer Amtmann und Vertrauter des Erzstiftes St. Peter war.

Die Gemeindegeschichte

Die frühe Geschichte des Gebietes um das heutigen Strobl beginnt bereits im Jahr 739. Damals hatte der hl. Bonifatius die vier bayrischen Bistümer Regensburg, Freising, Passau und Salzburg mit festen Grenzen ausgestattet. Die Kirche von Salzburg kam in diesem Zusammenhang durch ausgedehnte Waldschenkungen in der Osterhorngruppe in den Besitz von Teilen des Aberseelandes (der südöstliche Teil des Wolfgangsees wurde damals Abersee genannt). In der Folge konnte das Fürsterzbistum trotz mancher Zwistigkeiten die Besitzansprüche auf diese Gegend erfolgreich gegen das Benediktinerstift Mondsee sowie das habsburgische Salzkammergut verteidigen.

Die Siedlung des Ortes Strobl am Südostufer des Wolfgangsees bis zur Ischler Ache entwickelte sich im 14. Jahrhundert aus dem "Gut am Schober", weiters aus einem Stützpunkt für das aus der Steiermark weiter über den See zu verschiffende Eisen und einer Taverne. Da diese Einrichtungen über 150 Jahre samt der Verwaltung der dem Salzburger Domkapitel gehörenden Güter in der Hand der wohlhabenden Familie Strobl lag, erhielt der Ort selbst auch den Namen Strobl.

Vom Spätmittelalter bis ins 17. Jahrhundert war Strobl ein Stützpunkt für Wallfahrer und Fuhrwerker. Als das nahe Bad Ischl durch das Kaiserhaus bekannt wurde, gewann auch Strobl an Bedeutung. Um die Jahrhundertwende war es bereits ein bekannter Fremdenverkehrsort mit bemerkenswert modernen Einrichtungen. Heute ist Strobl mit seinem weiten, flachen Seeufer und den ausgedehnten Naturbadestränden ein beliebter und bedeutender Ferienort des Salzkammergutes, der fast jede Art von Sport- und Freizeiteinrichtungen bietet.

Im Jahre 1945 war Theo Lingen ein paar Tage Bürgermeister von Strobl. Der Schauspieler Emil Jannings hatte bereits seit 1929 ein Landhaus in Strobl, siedelte 1945 ganz nach Strobl um und verstarb hier 1950. Leopold, König von Belgien, und seine Familie waren Anfang 1945, begleitet von 200 Personen der Waffen-SS, in Strobl bis zu seiner Befreiung durch die US-Armee am 7. Mai 1945 interniert. Er blieb danach bis Ende September 1945 im Hotel Auhof in St. Wolfgang. 1973 zog Hildegard Knef vorübergehend in das Jagdschloss „Hubertushof“ (Landhaus des Prinzen von Fürstenberg) in Strobl ein. Kammerschauspielerin Prof. Helene Thimig-Reinhardt, Frau von Max Reinhardt, lebte über 20 Jahre in Strobl. Unternehmerfamilien wie Werhahn oder Haniel haben Landsitze in Strobl.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Deutschvilla, nördliche Ansicht
Das Strobler Moor, Panoramaaufnahme vom Aussichtsturm
Strobl im Sommer
Rad und Wanderweg auf der ehemaligen Ischlerbahntrasse in Strobl am Wolfgangsee
Seeblick in Strobl, Sommer 2009
Aussicht auf Strobl von der Bleckwand aus
Von der Künstlerin Prof. Eva Maria Mazucco stammen die Bronzeskulpturen das "Platonische Liebespaar" und die "Zwei Kraniche", die im Biotop stehen. Das Mahnmal gegen Krieg und Gewalt - eine trauernde Mutter/Frau - wurde vom Salzburger Bildhauer Toni Schneider-Manzell geschaffen.

Aussichtspunkte

Museen

Bauwerke

Musik

Natur

Vereine

Sportvereine

Volkskulturvereine

Regelmäßige Veranstaltungen

Verkehr

Öffentliche Einrichtungen

Rettungsorganisationen

Bildung

Volksschule Strobl am Wolfgangsee

Politik

Bürgermeister

Hauptartikel: Bürgermeister der Gemeinde Strobl

Auszeichnungen der Gemeinde

Ehrenbürger

Hauptartikel: Ehrenbürger der Gemeinde Strobl

Ehrenring

Hauptartikel: Ehrenring der Gemeinde Strobl

Wappen

Am 16. Mai 1977 wurde der Gemeinde Strobl durch die Salzburger Landesregierung das folgende Wappen verliehen:

In silbernem Schild ein querliegendes, goldverschnürtes blaues Bündel mit Roheisenstäben, dahinter wachsend ein vorwärtsgekehrter Mann mit schwarzem Spitzbart und "strubbeligen" Haaren, bedeckt mit breiträndigem grünem Barett, rückwärts mit zwei schwarzen Hahnenfedern geschmückt, steifer silberner Halskrause, bekleidet mit blauem Wams und ärmellosem grünem Überrock, mit goldenem Pelzkragen und zwei goldenen Knöpfen, in der Rechten einen schwarzen Richterstab haltend, die Linke auf das Eisenbündel gelegt.

Bei dem "strubbeligen" Mann handelt es sich wohl um Hans III. Strobl, der 1561 Amtmann des Salzburger Domkapitels, erzbischöflicher Eisenniederleger und Tafernwirt war.[3]

Persönlichkeiten

Töchter und Söhne der Gemeinde

Hauptartikel: Töchter und Söhne der Gemeinde Strobl

Bilder

 Strobl am Wolfgangsee – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im Salzburgwiki
 Strobl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Weblinks

Quellen

  • Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Strobl"

Einzelnachweise

  1. Statistik Austria
  2. Gemeinde Strobl, Räumliches Entwicklungskonzept 1992 – Überarbeitung, pdf, abgefragt am 4. Dezember 2019
  3. Schiff, Jacqueline: Die Wappen im heutigen Bundesland Salzburg. In: Zaisberger, Friederike und Nikolaus Pfeiffer: Salzburger Gemeindewappen. Salzburg (Verlag Alfred Winter) 1985.
Städte und Gemeinden im Flachgau
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Über dieses Bild

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