Christian Weißenböck

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Christian Weißenböck

Christian "James" Weißenböck (* 12. November 1973 in Wien) ist Studienrichtungsvertreter an der Universität Salzburg.

Er wuchs im Innviertel auf und maturierte an der HAK Schärding. Er ist Vollwaise, wurde von den Großeltern adoptiert, die starben als er 15 Jahre alt war. Seit 1994 ist Weißenböck Geschichte- und KoWi-Student, daneben Kino-Kassier, Festl-Organisator, Plakatierer, Flugblatt-Verteiler etc.

Vorgestellt

Geändert hat sich seit seinem Studienbeginn vieles: Die Freifahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist gefallen, Studiengebühren wurden eingeführt, die Unis wurden in die Selbstständigkeit entlassen, seit zwei Jahren gibt es sogar Aufnahmeprüfungen in manchen Fächern: Christian Weißenböck, den alle nur als James kennen, ist bereits seit 1994 Student – und als Studentenvertreter allseits bekannt.

Warum er sich jahrelang in der Studienrichtungs-Vertretung (StRV) für seine Mit-Studenten engagiert hat? "Ich habe niemanden gekannt, als ich an die Uni kam. Und ich war froh, dass die StRV ein Tutorium und Exkursionen organisiert hat. So konnte ich am schnellsten Leute kennen lernen." Zunächst arbeitete er nebenbei in der Studentenberatung mit, 1997 hat er dann erstmals für die StRV Kommunikationswissenschaft kandidiert, seither kam er nicht mehr los davon – auch "wenn für die Masse an Leuten, die ich beraten habe, der Dank gering war".

Seit 2005 ist er Mandatar der Universitätsvertretung, dem höchsten Gremium der Hochschülerschaft. Hier ist er mit seiner eigenen Namensliste angetreten, denn das Polit-Hickhack zwischen den einzelnen Fraktionen war ihm schon von jeher ein Dorn im Auge. "Außerdem stört mich, dass Stadt, Land und Salzburg AG – Stichwort Busticket – die ÖH nicht ernst nehmen." Er räumt aber auch ein, dass die ÖH mangels personeller Kontinuität auch teilweise selbst an dieser Situation schuld sei.

Der Kritik an seinem "ewigen Studium" und dem oft folgenden Vorwurf der "sozialen Hängematte" hält er seine Biografie entgegen: Weißenböck ist Vollwaise und auch die ihn adoptierenden Großeltern starben, als er 15 war. "Und seit ich 19 bin, habe ich mich völlig selbst erhalten. Ich habe mehrere Jobs, zahle meine Steuern und liege niemandem auf der Tasche." Tatsächlich finanziert sich Weißenböck nach wie vor über klassische Studentenjobs wie plakatieren, Flugzettel austeilen und auf Festen mitarbeiten.

Dass er es mit seinen ÖH-Tätigkeiten übertrieben hat, gesteht er sich auch selbst ein, und ist bereits am Zurückstecken. Aber er kann wie viele der "Generation Praktikum" ein Lied singen über die nicht allzu rosigen Aussichten heutiger Jungakademiker: "Wenn ich eine konkrete Berufsperspektive hätte, wäre ich sicher schon seit Jahren fertig." So habe er einfach jedes Semester aufs Neue inskribiert.

Sein Wunsch, innerhalb der nächsten zwei Jahre das Studium abzuschließen, ist nunmehr fix – auch wegen des Generationenunterschieds zu den heutigen Erstsemestrigen. Und auch ein Drittel seiner Diplomarbeit hat er bereits fertig. "Aber für viele ältere Semester ist es eine Beruhigung, dass es mich immer noch an der Uni gibt."

O-Ton

  • Erstsemestrige wollten nur exklusiv von mir beraten werden.
  • Ich kenne genug Leute, die mit dem Studium fertig sind. Von denen hat aber kein einziger einen Fulltime-Job, alle arbeiten nur befristet und projektbezogen.
  • Die Solidarität zwischen den Studis hat stark abgenommen. Die heutige Generation schaut nicht nach links und rechts und ihr fehlt die soziale Kompetenz.

Quelle

  • Salzburger Nachrichten (Stefan Veigl)