Deutschlandsberg

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Deutschlandsberg ist eine kleine Gemeinde in der Weststeiermark mit etwas mehr als 8 000 Einwohnern.

Salzburgbezug

Deutschlandsberg gehörte von etwa 970 bis 1803 zum Erzbistum Salzburg. Um 970 schenkte nämlich Kaiser Otto I. den Hof Udulenidvor, der auf Deutsch mit „Nidrinhof“ übersetzt wurde und wo sich heute die Ulrichskirche der Pfarre Deutschlandsberg befindet dem Salzburger Erzbischof Friedrich I.. Später wurde dort dann eine Burg errichtet, die 1188 erstmals urkundlich als Lonsperch erwähnt wurde.

Weinlese und Jagd waren Anlässe für Besuche von den Salzburger Erzbischöfen in der Weststeiermark. Unter dem Vorsitz von Erzbischof Konrad IV. von Fohnsdorf tagte der steirische Adel 1292 auf der Burg. Man beschloss einen Aufstand gegen den Habsburger Herzog Albrecht I., der etliche Privilegen der Adeligen abgeschafft hatte. Die Streitigkeiten setzten sich noch bis 1296 fort. Erst ein Friedensabkommen vom 24. September 1296 machte der langen Fehde ein Ende. Nach einigen militärischen Niederlagen der Steirer und aufgrund eines klugen taktischen Verhaltens sowie der Verhandlungskunst von Albrecht I. war es aber bald wieder ruhig in der Steiermark.

Der ungarische König Matthias Corvinus konnte 1479 Deutschlandsberg samt Burg kampflos übernehmen. 1490 kauften die Salzburger das Gebiet wieder zurück. Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau brauchte für seine riesigen Umbauarbeiten der Stadt Salzburg Geld und verscherbelte das Gebiet an die bereits als Pfleger agierenden Kuenburgern. Unter Erzbischof Paris Graf Lodron kam es 1630 abermals zu Salzburg.

Erzbischof Sigmund II. von Hollenegg stammte aus der kleinen Gemeinde Hollenegg, südlich von Deutschlandsberg.

Mit der Säkularisierung von Salzburg ging 1803 Deutschlandsberg endgültig verloren. Die Burg ging in den Staatsbesitz über und nichts verbindet mehr heute Salzburg mit der Weststeiermark. Einzig, Deutschlandsberg und die Stadt Salzburg wurden 2008 zu den seniorenfreundlichsten Gemeinden Österreichs gewählt.

Salzburg und der Schilcher-Wein

Es gab einen Weinhandel aus dem Gebiet von Deutschlandsberg, wo der Schilcher gekeltert wird, mit Salzburg. Allerdings weiß man nicht, ob der Wein auch am Hof getrunken wird. Auf Menükarten des Erzbischofs jedenfalls lässt sich der Schilcher nicht nachweisen.

Dazu eine Anekdote

Überliefert ist ein Tagebucheintrag von Papst Pius VI. aus dem Jahr 1782 - er befand sich auf der Durchreise in Deutschlandsberg zu Kaiser Joseph II.: "...Sie haben Uns einen rosaroten Essig vorgesetzt, den sie Schilcher nannten..."

Weiterführend

Für Informationen zu Deutschlandsberg, die über den Bezug zu Salzburg hinausgehen, siehe zum Beispiel den Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum selben Thema

Weblinks

Quellen