Diskussion:Wolf Dietrich von Raitenau

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Barock oder Renaissance

Wo gehören die Werke Wolf Dietrichs jetzt eigentlich hin?? So ganz eindeutig sehe ich eine Zuordnung nicht. Zweifellos wurde zum Begründer der "Barockstadt Salzburg", die Johann Ernst Thun in vielem vollendet hat. Seine Werke blieben aber vielfach unvollendet, ja der großteil seienr Bauten blieb Baustelle. Auch sein Scamozzi-Dom wurde nicht gebaut, sondern neben ein frühbarocker Bau unter seinem Nachfolger. Seine Nachfolger haben die Baustellen im barocken Stil vollendet. Der Übergang von der Spätrenaissace zum Frühbarock ist fließend und vielfach nicht klar abgrenzbar. Seine Zeit wird vielfach noch in die späte Renaissance gestellt, besser in die Zeit des Manierismus, meint --Dr. Reinhard Medicus (Diskussion) 14:37, 25. Mai 2020 (CET)

eine gute Frage, die nicht leicht zu beantworten ist; als Faustregel gilt, alles bis 1600 ist noch Renaissance, danach Barock. Neue Residenz, 1600 gilt als Renaissance. Hellbrunn, 1613 gilt als Renaissance. Der Dom, 1628 als Barock. Das Konzept der idealen Stadt ist Renaissance. Die "Barockstadt Salzburg" hat letztere Epoche offenbar verdrängt. Wolf Dietrich ist so gesehen ein Fürst der späten Renaissance und des frühen Barock. Xxlstier (Diskussion) 15:04, 25. Mai 2020 (CET)
Past so, nur die Faustregel "1600" ist natürlich nicht wirlich wahr. In Salzburg würde ich da eher schon von etwa 1620 sprechen. 1615 ist offensichtlich auch noch späte Spätrenmaissance. Warum hier nirgends von Frühbarock und von Spätrenaissance bzw vom Manierismus die Rede ist, weiß ich nicht. --Dr. Reinhard Medicus (Diskussion) 15:29, 25. Mai 2020 (CET)
Aber Auslöser war doch der Satz "1588 begann er mit der Umgestaltung der Residenzstadt Salzburg zur Renaissancestadt.", der vorher und jetzt wieder wohl doch richtig "1588 begann er mit der Umgestaltung der Residenzstadt Salzburg zur Barockstadt." lautet oder nicht? --Peter Krackowizer (Diskussion) 16:19, 25. Mai 2020 (CET)
Ich lese, dass die Spätrenaissance im Übergang zum Barock der Manierismus war und z. B. Schloss Hellbrunn an der Wende vom Manierismus zum Frübarock (Quelle Salzburger Kulturlexikon, Seite 207) errichtet wurde. --Peter Krackowizer (Diskussion) 16:51, 25. Mai 2020 (CET)

Grabstätten und deren Quelle(n)

Wir sind wieder beim Thema. Zunächst kann ich unter der Quellenangabe - Vgl. Steinhauser, a. a. O. S. 376 f. - keinen Hinweis weder auf die Marienkapelle noch mögliche Grablege Wolf Dietrich finden. Ich habe bei Steinhauser Über Kirchenbau in Salzburg, in MGSLK 23, 1883, S. 298-403, MGSLK 24, 1884, S. 55-108 als PDF heruntergeladen und durchsucht, aber nichts gefunden. Vielleicht könnte man hier den Direktlink angeben.

Aber ich bin auf eine andere Notiz gestoßen: In den Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde schreibt Franz Valentin Zillner auf Seite 64

48. Wolf Dietrich.
Wolf Dietrich von Raitenau war ein Fürst, dessen Andenken noch heutigen Tages im Volke lebt. Seine Baulust und Gefangenschaft auf der Festung sind allgemein bekannt. Er ließ sich im Friedhofe zu St. Sebastian, den er gründete, in der Gabrielskapelle, in Mitte seines Volkes, das er im Leben so sehr liebte und im Herzen trug*) begraben. Bald darauf verbreitete sich das Gerede, Wolf Dietrich sei eigentlich nicht todt, sondern sitze in seiner Gruft unterhalb der Kapelle aufrecht im Bischofsgewande da, Baurisse und Stiftbriefe in der Hand. Noch zu Vierthalers Zeiten erhielt sich diese Sage. Erst in den letzten Jahrzehnte» starb sie aus. **)
*1 — — plebeni suam, du in viveret enixe fovens, amansque Inter eandem pariter sepeliri — — platuit.
Von Wolf Dietrich selbst verfaßte Grabschrift.
**) Als vor mehreren Jahren diese Gruft eröffnet wurde, fand man wirklich Spuren, daß Erzbischof Wolf Dietrich in aufrechter Stellung begraben worden sei. Nicht nur, daß zwei an der Wand lehnende modernde Holzstücke die Ueberreste eines Sessels zu sei» schienen, so war auch das Häuschen Asche oder Staub nur aus einen Umkreis von etwa anderthalb Fuß beschränkt und in deren Mitte lagen die mit schweren Goldfäden gestickten Handschuhe des Fürsten, ein Geschenk des Erzbischöfe» von Bologna, die im Landesmuseum aufbewahrt werden.

Bitte also noch um (Auf)Klärung der Quelle Marienkapelle ersucht freundlich --Peter Krackowizer (Diskussion) 09:52, 27. Mai 2020 (CET)

Die Marienkapelle findet sich in https://www.domquartier.at/wp-content/uploads/2017/11/DomQuartier_-Ausstellung_Wolf-Dietrich.pdf?x78234
(Das ändert nichts daran, dass der Zusammenhang der Gabrielskapelle mit dem Dombrand unschlüssig bleibt!) --Dr. Reinhard Medicus (Diskussion) 11:49, 27. Mai 2020 (CET)
Danke, ich habe dann auch verstanden, dass diese Marienkapelle wohl noch im abgebrannten Dom war und nicht, wie ich verlinkt hatte, in St. Peter meint dankend --Peter Krackowizer (Diskussion) 13:37, 27. Mai 2020 (CET)
Stimmt--Dr. Reinhard Medicus (Diskussion) 14:25, 27. Mai 2020 (CET)