Ernestine Depner-Berger

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Ernestine Depner-Berger

Ernestine Depner-Berger (* 1959) leitet seit 1992 das Institut für Grundlagenforschung (IGF) in Salzburg. 2008 beschäftigt Depner-Berger in ihrem Marktforschungsinstitut zehn feste und rund 200 freie Mitarbeiter.

Vorgestellt

Kommt die Werbung gut an? Hat dieses oder jenes Produkt eine Chance auf dem Markt? Wie stehen die Chancen der Parteien vor Wahlen?

Viele Fragen, unzählige Antworten und eine Unmenge von Zahlen: Das ist es, womit sich Ernestine Depner-Berger von morgens bis abends beschäftigt. Depner-Berger ist Chefin des Instituts für Grundlagenforschung, kurz IGF, in Salzburg. Die Vertreter ihrer Zunft, die Meinungsforscher, haben in den aufregenden Tagen und Wochen vor Wahlen stets Hochkonjunktur.

Als ein SN-Team Depner-Berger in ihrem Büro in Parsch aufsucht, fallen vor allem zwei Dinge auf. Ihr schwerer, etwa vier mal zwei Zentimeter großer Silberring aus Turkmenistan und das Tempo, in dem die Meinungsforscherin auf alle Fragen wie aus der Pistole geschossen antwortet – auch wenn es Fragen sind, die sie schon nicht mehr hören kann. Etwa die, warum sich die Meinungsforscher immer wieder täuschen? "Täuschen ist für mich ein Reizwort", sagt sie dann. Überhaupt sei die vorwurfsvolle Frage nicht gerechtfertigt. Denn: "Umfragen sind keine Vorhersagerei, sondern Momentaufnahmen." Dazu komme, dass der Anteil der unentschlossenen Wähler beständig steige. "Es gibt heute eine extreme Wählermobilität. Dadurch werden die Berechnungen immer schwieriger."

Das Umfragegeschäft kennt die Forscherin, die in Anif lebt, mit einem Installateur verheiratet ist und eine Schwäche für außergewöhnlichen Schmuck hat, schon lange. Bereits während des Betriebswirtschaftstudiums an der Universität Innsbruck begann sie, als Unternehmensberaterin für Iro & Partners zu arbeiten. Früh entdeckte sie ihre "Vorliebe für die Marktforschung". 1992 machte sie sich selbstständig und kaufte das 1972 gegründete IGF. Als dessen Chefin knüpft sie Kontakte, betreut Stammkunden und entwickelt "Studiendesigns" – Kriterien, die dazu dienen, die Fragen der Kunden zu beantworten.

Den Ausgleich zu der aufwändigen Zahlenarbeit sucht Depner-Berger auf ihrer Harley-Davidson. Das Zweirad tauge hervorragend zum "Hirnauslüften", sagt sie. "Du fährst ganz konzentriert. So verschwimmen alle anderen Gedanken."

Diesen Sonntag wird die Harley aber in der Garage bleiben. Depner-Berger wird die Nationalratswahl aus nächster Nähe im Chiemseehof beobachten und für das Radio kommentieren. Und wie sieht ihre Prognose aus? "Ich gehe von einem leichten Vorsprung für die SPÖ aus. FPÖ und BZÖ hätten das Potenzial, Zweitstärkste zu werden, wenn sie geschlossen agieren würden. Und die Grünen stagnieren."

Die Wahrheit wird aber auch Ernestine Depner-Berger erst am Sonntagabend kennen.

O-Ton

  • Zahlen sind etwas ganz Spannendes, wenn man entdeckt hat, wie man damit umgeht.
  • Ein renommiertes Institut wird seriös arbeiten und mit Sicherheit nicht sein Image verwässern. Am Wahltag kommt es ja auf: Wer völlig schief liegt, wird sich die Frage gefallen lassen müssen, wie sauber die Arbeitsweise war.
  • Am Sonntag werden wir alles besser wissen und alle gescheiter sein.

Quelle

  • Salzburger Nachrichten (Thomas Hödlmoser)