Ernst Schilling

Aus Salzburgwiki
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Dr. Ernst Schilling (* 25. Dezember 1809; † nach 1858)[1] war ein österreichischer Arzt und Politiker des Revolutionsjahres 1848.

Leben

Er gehörte im Frühjahr 1848 zunächst dem Frankfurter Vorparlament (das vom 31. März bis zum 3. April tagte) an und befand sich dann unter den österreichischen Vertretern im so genannten Fünfzigerausschuss, der die Arbeit des Vorparlaments fortsetzte.

Im April 1848 stand er an der Spitze einer Delegation des Fünfzigerausschusses, die nach Prag reiste, um die Führer der tschechischen Nationalbewegung zur Teilnahme Böhmens an den Wahlen zu bewegen[2].

Im Mai 1848 wurde er für den Wahlkreis Österreich unter der Enns in Wien-Leopoldstadt zum Abgeordneten zur Frankfurter Nationalversammlung gewählt, der er vom 18. Mai 1848 bis zum 3. Jänner 1849 angehörte.

In der Nationalversammlung schloss sich Dr. Ernst Schilling der Fraktion „Deutscher Hof“ und deren Nachfolgefraktion „Märzverein“ an, gehörte damit zu der in der Nationalversammlung tonangebenden demokratischen Linken, aber nicht zu deren radikalen Vertretern.[3]

Am 15. Mai 1848 wurde ihm die Ehrenbürgerschaft der Stadt Salzburg verliehen[4].

Nach dem Scheitern der demokratischen Revolution wanderte Dr. Ernst Schilling in die USA aus[5].

Dort, in New York, gehörte er zu einer Gruppe eingewanderter deutscher Ärzte, die sich um Abraham Jacobi scharte (ua. Joseph Kämmerer, H. Schweig, Joseph Goldmark, Ernst Krackowizer) und in der als "Kleindeutschland" oder "Dutch-Town" bezeichneten Unterstadt eine radikale medizinische Reform in die Wege leitete[6].

Um 1855 war Schilling als Consulting Physician Mitglied des dreiköpfigen Medical Board im auf Ward’s Island eingerichteten State Emigrant Refuge (einem Krankenhaus für Einwanderer, das in den 1850er-Jahren der weltgrößte Spitalskomplex war)[7][8].

Quellen, Einzelnachweise