Fairkehr - Verein für verkehrspolitische Bewusstseinsbildung

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fairkehr - Verein für verkehrspolitische Bewusstseinsbildung - ist ein gemeinnütziger, nicht profitorientierter Verein aus Salzburg und wurde im Sommer 2007 gegründet.

Allgemeines

Das erklärte Ziel des Vereins ist das Nachdenken über eine faire Mobilität bzw. über einen fairen Verkehr. Unter "fair" wird ein Verkehrswesen verstanden, in dem alle TeilnehmerInnen (FußgängerInnen, RadfahrerInnen, AutofahrerInnen,…) gleich behandelt und berücksichtigt werden. Fair soll nach Ansicht des Vereins die Art der Fortbewegung auch für Menschen in anderen Erdteilen und zukünftigen Generationen sein. Das heißt, das Verkehrswesen sollte nicht die Ressourcen anderer Menschen und zukünftiger Generationen vergeuden und verbrauchen.

Geschichte und Aktionen

Der Verein fairkehr wurde 2007 von Erik Schnaitl und Gregor Sieböck gegründet. Angefangen hat der Verein mit sogenannten "Gehzeug-Aktionen", wobei es sich beim Gehzeug um einen Holzrahmen handelt, den sich Fußgänger umhängen können, um dieselbe Fläche wie Pkw-FahrerInnen in Anspruch zu nehmen. Diese "Bewusstseinmaschine" verbildlicht die auch von Gehzeug-Erfinder Herman Knoflacher formulierte Kritik an der Irrationalität des Straßenverkehrs, vor allem des städtischen, und an dessen relativ hohem Platzbedarf.

Vielen dieser Gehzeugaktionen, die häufig in Kombination mit Schul-Workshops durchgeführt wurden, folgte im September 2009 der sogenannte "Platzvergleich" auf der Salzburger Staatsbrücke. Dabei stellte der Verein eindrucksvoll den unterschiedlichen Platzverbrauch der verschiedenen Verkehrsformen dar. Mit dem Platzvergleich wollte fairkehr das ungleiche Kräfteverhältnis im Straßenverkehr in Frage stellen und eine öffentliche Diskussion anregen.[1]

Die bislang größte und aufwendigste Aktion des Vereins war das "fairkehrte Fest - blühende Straße" im Mai 2010, ein zweitätiges Straßenfest auf der Saint-Julien-Straße, einer der am stärksten befahrenen Straßen der Stadt Salzburg. Beim "fairkehrten Fest" wurde die Straße auf einer Länge von 200 Metern für den motorisierten Verkehr gesperrt und so innerhalb kürzester Zeit zu einer Oase des Lebens und einem Ort zwischenmenschlicher Begegnungen. Eindrucksvolles Stilelement waren über 500 m² echter Rollrasen, welcher den Asphalt in eine blühende Wiese verwandelte und die BesucherInnen zum Verweilen einlud. Dieser Abschnitt des Festgeländes mit dem Rasen, Bäumen, Sträuchern und Parkbänken wurde bewusst konsumfrei gehalten, wodurch die Menschen sich auf das Wesentliche konzentrieren konnten und den neu gewonnenen Raum intensiv erleben konnten. Dieses Fest wurde am 28. und 29. Mai 2011 wiederholt.

Zwischen den größeren Veranstaltungen Platzvergleich und 'fairkehrtem Fest' ging der Verein auch immer wieder mit den Gehzeugen auf die Straße. Allein im Jahr 2010 fanden fünf derartige Aktionen statt, neben Salzburg auch in Mattighofen, Lambach und Wien. 2012 gab es in Neumarkt am Wallersee ein fairkehr-Fest (15./17. Juni).

Bildergalerie

Weblinks

Einzelnachweise

  1. »fairkehr Platzvergleich auf der Salzburger Staatsbrücke«. Bericht über den Platzvergleich vom 30. September 2009.