Flüchtlingshaus Seekirchen

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Es gibt zwei Flüchtlingshäuser Seekirchen des Roten Kreuzes in Seekirchen am Wallersee, in denen Asylwerber wohnen.

Allgemeines

Am 27. November 2015 zogen 76 Asylwerber in die beiden Flüchtlingshäuser in der Wallerseestraße in Seekirchen ein. In nur zehn Wochen wurden die vorgefertigten Module aus Holz errichtet. Aufgenommen wurden 40 Asylwerber, die bisher in Wagrain untergebracht waren, 36 wurden vom Land Salzburg zugeteilt. Vergangene Woche halfen die Asylwerber beim Einrichten der Häuser, bauten Tische und Sessel zusammen und lernten so erstmals ihre neue Unterkunft kennen.

Der 22-jährige Waal aus Syrien freut sich auf die neue Unterkunft in Seekirchen. „Wir sind aber auch ein bisschen traurig, dass wir aus Wagrain wegmüssen, denn in den vergangenen fünf Monaten hat man uns dort sehr geholfen“, so Waal, der in Syrien Jus studiert hat und sich in Österreich eine Zukunft erhofft.

Die Holzhäuser

Die Holzhäuser wurden im Auftrag des Roten Kreuzes um rund eine Million Euro gebaut. „Die Finanzierung erfolgt über die Tagsätze für die Flüchtlinge“, erklärt Rotkreuz-Landesgeschäftsführerin Sabine Kornberger-Scheuch. „Die Häuser sind sehr einfach eingerichtet und erfüllen den skandinavischen Wohnbaustandard.“ Die Wohneinheiten für jeweils zwei Personen sind mit einer kleinen Küche und einem Bad, einer vorgefertigten Nasszelle, ausgestattet. Die Flüchtlinge sind Selbstversorger, werden aber rund um die Uhr vom Roten Kreuz betreut. Eines der Häuser beherbergt auch einen Seminarraum, in dem Deutschkurse stattfinden werden, ein Arztzimmer und einen Personalraum als Ergänzung der Infrastruktur.

Die Holzhäuser haben eine Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren und können bei Bedarf abgebaut und anderswo wieder aufgestellt werden, sie könnten theoretisch auch in der Katastrophenhilfe im Ausland zum Einsatz kommen.

Die Freiwilligen von „Seekirchen hilft“, die bereits 36 Flüchtlinge in Schöngumprechting mitbetreuen, haben für die Neuankömmlinge Bettwäsche, Polster, Geschirr usw. für die Ausstattung der Wohnungen organisiert. „Sie bekommen aus den eingelangten Spenden auch eine Erstausstattung mit Lebensmitteln“, berichtet Flüchtlingskoordinatorin Doris Kessler von „Seekirchen hilft“.

Die beiden Flüchtlingshäuser in der Wallerseestraße konnten am Donnerstag, 26. November, bei einem Tag der offenen Tür besichtigt werden.

Anschlag

Ursprünglich gab es Überlegungen, das Jugendheim des ÖGB Seekirchen für Asylwerber zu nutzen. Dann gab es in der Nacht vom 11. auf 12. August 2015 einen Brandanschlag vor künftigem Flüchtlingsheim in Seekirchen. Unbekannte Täter setzten in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch Stühle und Holzbänke in Brand. Ein Anrainer meldete das Feuer gegen 01:30 Uhr. Die Freiwillige Feuerwehr Seekirchen am Wallersee konnte den Brand rasch löschen.

In das Gebäude hätten demnächst knapp 30 Asylwerber einziehen sollen. Erst kurz vor der Brandstiftung endete in Seekirchen am Dienstag ein Informationsabend zum Thema Flüchtlingsunterbringung. Dabei ging es jedoch vor allem um die in der Gemeinde geplante Containerlösung für 90 Flüchtlinge.

Quellen