Günther Heim

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Dipl.-Ing. Günther Heim (* 1946 in Neukirchen am Großvenediger) ist ehemaliger Direktor der Landwirtschaftlichen Fachschule Bruck, ehemaliger Hagmoar, 30 Jahre Präsident der Ranggler und kurzzeitiger Bürgermeister (ÖVP) der Gemeinde Bruck an der Großglocknerstraße.

Vorgestellt

Man schrieb den 25. Juli 1965[1]. Ein Student namens Günther Heim trug sich als Starter in die Hagmoar-Klasse ein. Beim Jakobiranggeln auf dem Hohen Hundstein. Kennern galt der technisch versierte Bursche als Geheimtipp. In der Chronik steht: „Wetter: erst regnerisch, dann Sonnenschein. 40 Ranggler. 250 Zuschauer. Der Agrarstudent und zweifache Jugend-Landesmeister Günther Heim besiegte im vierten Durchgang den Titelverteidiger Julian Pichler und war mit 19 Jahren lange Zeit der jüngste Hagmoar vom Hundstein.“

Jetzt, 52 Jahre später, ist Günther Heim selbst Chronist. Einer vom Fach. Er schrieb ein Standardwerk zu diesem Traditionssport. Es heißt: „Hundstoa Ranggeln. Mythos. Kult. Tradition.“

1946 kam Heim zur Welt. In Neukirchen. Er wuchs auf dem Bauernhof der Eltern in Kaprun auf. Ranggeln, das war sein Sport. Von Anfang an. Der Vater lehrte ihn erste Griffe.

Und weil auch der Bruder ein Ranggler war, fehlte es nie an Trainingspartnern. Günther erwies sich als maximal talentiert. In vielen Sportarten. Er war zwar nicht der Allergrößte, aber in jedem Fall der Stärkste in der Klasse. Beim Armdrücken wurde seiner keiner Herr.

Mit 14 Jahren, im Sommer 1960, rückte Günther Heim mit seinem Bruder erstmals zum Preisranggeln aus. Nach Maria Alm. Mit dem Postbus. „Auto hatten wir ja keines.“ Er gewann auf Anhieb seine erste Fahne in der Klasse 14 bis 16 Jahre. Nach Hause ging es in Etappen. Der Bus hatte seine Endstation in Zell am See. Den Weg zurück nach Kaprun mussten die Heim-Buam zu Fuß gehen.

Nach der Matura an der Landwirtschaftlichen Lehranstalt in Wieselburg () studierte Heim an der Universität für Bodenkultur in Wien. 1975 wurde er Lehrer an der Landwirtschaftlichen Fachschule in Bruck. 1981, mit 35 Jahren, Direktor. Das blieb er bis 2008.

Vor allem aber blieb er, obwohl er keine Zeit mehr für das aktive Ranggeln fand, dem Sport und der Tradition verbunden. Na ja: Günther Heim ist zudem wohl das, was man in der Region und in lokaler Deutung einen echten „Hundstoana“ nennt. Das ist eine Art Ehrentitel. Den bekommen nur wirklich „Eingefleischte“ zugesprochen, die auch dann noch zum Jakobiranggeln kommen, wenn es Schusterbuben regnet, stürmt oder schneit.

Sein Buch – es wurde am Sonntag, dem 27. Juni 2014, auf dem Hundstein präsentiert – ist eine Fundgrube, was Ergebnisse und Statistiken, was Fotos und fundierte Informationen zum Sport betrifft. Es erzählt vor allem auch die Geschichte des Berges und geht auf den „Hundstoa"-Mythos ein. Günther Heim gelang der Nachweis, dass die Geschichte des Ranggelns auf dem Hohen Hundstein 2 500 Jahre zurückreicht. Bis in die Zeit der Kelten. Die Illustration auf einem Schwert belegt das.

Heim hat offenbar Gefallen am Forschen und Schreiben gefunden. Er bereitete schon die Unterlagen für die Anerkennung des Hundstein-Ranggelns als UNESCO-Weltkulturerbe auf. Ein weiteres Buch über die Region zur Zeit der Kelten dürfte in ein oder zwei Jahren folgen. Material sammelte sich in großer Menge an.

Werke

  • Hundstoa Ranggeln. Mythos. Kult. Tradition. Salzburg, Tauriska Verlag, 2014

Quelle, Anmerkung

  • Salzburger Nachrichten vom 26. Juli 2014, Lokalteil: Der Mythos Hundstoa (Heinz Bayer)
  1. Im Original: 29. Juli 1962. Der 29. Juli 1962 war zwar tatsächlich ein Sonntag, allerdings war Heim damals erst 16 Jahre alt und wurde zufolge dem Artikel Hundstoa-Ranggeln erst 1965 Hagmoar, sodass es statthaft erscheint, die Datumsangabe auf Sonntag den 25. Juli 1965 zu korrigieren.
Zeitfolge
Zeitfolge
Zeitfolge
Vorgänger

Julian Pichler

Hagmoar
1965
Nachfolger

Franz Goller

Weblink