Geschichten der Abfahrts-Qualifikationen

Aus Salzburgwiki
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Es gibt einige Geschichten der Abfahrts-Qualifikationen, in den Salzburger Sportler oder Skifabrikanten vorkamen.

Einleitung

Nach vielen Jahren mussten die ÖSV-Skirennläufer für den Abfahrtslauf in Gröden, Südtirol am 19. Dezember 2013 eine Qualifikation im Abfahrtsteam bestreiten. im letzten Training mussten acht Fahrer um fünf Plätze fahren.

Rückblick

Während man heute um Tausendstel und Startplätze im ÖSV-Team kämpfen muss, lagen die Prioritäten früher ganz woanders. Einst waren die Interessen der großen „Ski-Kaiser“ wie Toni Arnsteiner und Alois Rohrmoser und deren Unternehmen wie Atomic, Blizzard, Fischer und Kneissl wesentlich wichtiger als die Fahrer an sich. In einem WM-Team musste von jeder Skimarke mindestens ein Fahrer vertreten sein. Jede andere Lösung hätte Krach bedeutet. „Es gab nicht nur ein Rennen, bei dem wir in der Früh aufgestanden sind und gedacht haben: Das wären heute genau die Bedingungen für diesen oder jenen und der war leider nicht dabei, weil er den falschen Ski gefahren hat“, erinnerte sich der einstige Abfahrtstrainer Hans Pum noch Jahre später. Erst als Peter Schröcksnadel 1990 Präsident des ÖSV wurde, änderte sich diese Gepflogenheit.

Olympischen Winterspiele in Lake Placid 1980

Am Abend vor dem Abflug zu den Olympischen Winterspielen nach Lake Placid (USA) trafen sich Skistars Sepp Walcher, Peter Wirnsberger, Werner Grissmann und Harti Weirather mit Abfahrtstrainer Charly Kahr und Alpinchef Udo Albl im Restaurant des Salzburger Flughafens. Bei diesem Treffen vereinbarten die vier Skirennläufer, dass sie für dem Abfahrtsbewerb fix gesetzt seien. Der mitreisende Leonhard Stock sei lediglich nur Ersatzmann. Aber die sechs Personen hatten in Salzburg die Rechnung ohne den Zillertaler gemacht. Gleich im ersten Training distanzierte Stock seine Teamkollegen um bis zu vier Sekunden. Darüber hinaus und machte Druck für seine Qualifizierung über die Medien. So unter Druck gesetzt, wollte sich nun Kahr plötzlich nicht mehr an die getroffene Vereinbarung im Salzburger Flughafenrestaurant erinnern. Er musste nun doch eine Qualifikation ansetzen. Zu dieser Qualifikation erschien Grissmann aus Protest ohne Ski am Start. Und auch bei der Qualifikation war der "Ersatzmann" Stock der Schnellste. Nur einen Tag später war Stock Olympiasieger und Peter Wirnsberger Zweiter. Für Wirnsberger war das die größte Niederlage, die er mit den Worten „Mein Silber war nichts wert.“ kommentierte. Leonhard Stock aber revanchierte sich aber auf seine Weise und jene Journalisten, die seine Aufstellung gefordert hatten, zum Skiurlaub ins Zillertal ein.

Die Qualifikationen begannen

Ab Mitte der 1990er Jahre wurden beinharte Qualifikationen eingeführt. Dies wurde angesichts von bis zu acht heimischen Abfahrern in der Startgruppe 1 zu einer Notwendigkeit. Hans Knauss erinnert sich aber, "...dass es leichter war, in der Startgruppe 1 zu bleiben, als den einzigen freien Platz in der Quali zu holen“. Bei Großereignissen waren diese Qualifikationen von besonderer Härte gekennzeichnet. So fiel etwa der Ski-WM 1997 in Sestriere, Piemont, Italien, die Entscheidung im letzten Training zwischen Andreas Schifferer und Hannes Trinkl. Schifferer, der Dritter wurde, erhielt eine Startplatz, Trinkl, der wieder einmal Vierter wurde, fuhr wie so oft heim.

2003 explodierte in St. Moritz, Schweiz, die Atmosphäre rund um diese Qualifikationen. ÖSV-Cheftrainer Toni Giger versammelte seine Mannschaft in die Bibliothek des Teamhotels, um die Aufstellung bekannt zu geben. Das besondere Problem Gigers war, dass Trinkl als Titelverteidiger sowie Eberharter und Walchhofer gesetzt waren. Doch im letzten Moment gelang mit dem Sieg in Kitzbühel auch dem lang verletzten Superstar Hermann Maier der Sprung auf den WM-Zug. Eine reguläre Qualifikation verhinderten dann aber Schneefall und Sturm. Also vergab Giger die letzten zwei Plätze an Olympiasieger Fritz Strobl und Hermann Maier. Nach Bekanntwerden dieser Entscheidung, verließ Klaus Kröll den Raum, Andreas Schifferer nahm sofort die Gelegenheit wahr und geißelte in einer Rede die „Maier-Lobby“ im Skiverband. Das war angesichts Umstands, dass sich zuvor noch niemand gewagt hatte, offene Kritik am Präsidenten [Anm. Peter Schröcksnadel] zu üben, eine gewagte Sache. Aber Schifferer setzte noch eins drauf und wollte zusammen mit Pepi Strobl sogar die Nation wechseln.

Quelle