Anton Giger (Trainer)

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Anton "Toni" Giger (* 15. März 1963 in Salzburg) ist ehemaliger Rennsportleiter der alpinen ÖSV-Herrenmannschaft und seit 2010 Leiter der Abteilung für Entwicklung, Forschung und Innovation im ÖSV.

Leben

Toni Giger wuchs in der Stadt Salzburg auf und studierte hier Leibeserziehung und Mathematik an der Universität Salzburg. Das Studium schloss er 1990 ab. Der für den Skiclub Salzburg und den Verein Union Salzburg Leichtathletik aktive Giger versuchte sich sowohl als Skifahrer als auch als Zehnkämpfer und heimste in den Sprungdisziplinen mehrmals Salzburger Landesmeistertitel ein.

Bereits 1989 holte ihn Hans Pum als Konditionstrainer zum ÖSV. Der mit Akribie und einem Hang zur Perfektion arbeitende Giger erklomm langsam die Karriereleiter empor und hatte als Trainer der Weltcup-Gruppe III bzw. Weltcup-Gruppe Riesenslalom/Super-G ab 1995 Ausnahmesportler wie Stephan Eberharter und Hermann Maier unter seinen Fittichen. 1999 folgte Giger Werner Margreiter als als Herren-Rennsportleiter nach und begann damit einen Lebensabschnitt, der ihn zum erfolgreichsten ÖSV-Trainer aller Zeiten werden lassen sollte.

Unter Toni Giger gewannen die ÖSV-Herren im Winter 2001 75 Prozent aller Rennen, in seinen ersten sieben Jahren sechsmal den Gesamt-Weltcup, im Schnitt jedes Jahr mehr als die Hälfte der Rennen. Insgesamt brachten es Toni Gigers Schützlinge in 11 Jahren auf 219 Weltcup-Siege, zwölf WM-Titel und sechs Mal Olympiagold. Gegen Ende seiner Amtszeit wurden die Siege rarer, die Erfolge bei Weltmeisterschaften nicht mehr so selbstverständlich. Bei Olympia 2010 in Vancouver (CAN) blieb Österreichs Herrenteam erstmals in der Geschichte ohne Medaille und obgleich dabei drei Sportler im Hunderstelsekundenbereich mit Platz 4 knapp an Bronze vorbeischrammten, wurden die Rufe nach einer Veränderung im Verband unüberhörbar. Am 22. März 2010 löste der Vorarlberger Mathias Berthold Toni Giger als Herren-Rennsportleiter ab, Giger selbst blieb dem ÖSV in einer neu geschaffenen Position als Leiter der Abteilung für Entwicklung, Forschung und Innovation erhalten. Und auch hier stellte sich sofort wieder sichtbarer Erfolg ein, als vor allem die nordischen Sportler im Winter 2011 nicht müde wurden, die nun disziplinenübergreifende Entwicklungsarbeit der neuen Abteilung zu würdigen.

Im Jänner 2011 sagte Toni Giger dem schweizerischen Skiverband (Swiss-Ski), der ihn als Cheftrainer engagieren wollte, ab.

Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen wurde Toni Giger 2003 und 2005 zu Salzburgs Trainer des Jahres gewählt.

Neben allen Erfolgen musste Toni Giger auch so manche Niederlage einstecken: War er vom sommerlichen Motorradunfall Hermann Maiers 2001 nicht unmittelbar betroffen, so wachte er nach Matthias Lanzingers Horrorsturz in Kvitfjell 2008 an seinem Krankenbett. Den Moment als Matthias Lanzinger nach der Amputation seines Unterschenkels aus der Narkose erwachte wird er nach eigener Aussage nie vergessen.

Toni Giger ist verheiratet mit der Gymnasialprofessorin Elisabeth, Vater eines Sohnes (Anton) und einer Tochter (Teresa).

Quellen

  • Salzburger Nachrichten
  • Wikipedia [1]