Hochofen Kendlbruck

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Der Hochofen Kendlbruck befindet sich im südlichen Ortschaftgebiet von Kendlbruck in der Lungauer Gemeinde Ramingstein. Hier wurde das im hinteren Mühlbachtal gewonnenen Eisenerz geschmolzen.

Geschichte

Die Erbauungszeit der ursprünglichen Anlage ist nicht bekannt. 1754 ging das seit einem Jahrzehnt ruhende Schmelzwerk in landesfürstlichen Besitz über und wurde bald darauf neu erbaut. 1815 kam das Werk an die Lungauer Eisengewerkschaft und 1830 wurde die Roheisenerzeugung eingestellt. Johann II. Fürst zu Schwarzenberg erwarb 1838 die Kendlbrucker Hütte, da mit ihre Holzbezugsrechte in den staatlichen Forsten verbunden waren. Ofen, Hütte und Nebengebäude verfielen im Laufe der folgenden Jahre, bis 1972 die noch vorhandenen Teile baulich instandgesetzt wurden.

Montanhistorische Bedeutung

Von den drei in Österreich noch erhaltenen Flossöfen (Schmelz bei Judenburg, Fuchsflossofen bei Hüttenberg und Kendlbruck) dürfte dieser der älteste sein. Auch in Europa ist keine ältere Anlage dieser Art bekannt. Somit zählt die Kendlbrucker Schmelzanlage zu den wertvollsten Denkmälern des alpenländischen Eisenwesens und ist von besonderer montanhistorischen Bedeutung.

Beschreibung

Die Anlage besteht nunmehr aus einem Flossofen und einer Esse mit zwei Feuern. Der 20 m hohe Flossofen setzt sich aus dem Ofenstock und der Rauchhaube, die hier eher als Kamin zu bezeichnen ist, zusammen. Neben dem Ofenstock erhebt sich die 19 m hohe kaminartige Esse mit zwei Gewölben. Diese enthielten zwei Frischfeuer, wovon eines auch als Ausheizfeuer verwendet wurde.

Quellen

  • Hans Jörg Köstler: Montangeschichtlicher Führer durch das Obere Murtal, 1986
  • Peter Heiß: Ramingsteiner Führer, 1989