Iuvavum - Alltag im römischen Salzburg

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Iuvavum - Alltag im römischen Salzburg

Buchtipp Iuvavum - Alltag im römischen Salzburg.

Autor: Clemens M. Hutter
Verlag: Verlag Anton Pustet
Erscheinungsjahr: 2012
ISBN 978-3-7025-0666-7

Rezension 1

Eine vergnügliche Zeitreise ins antike Salzburg

Wer denkt, Zeitreisen sind unmöglich, der irrt und hat nicht das Buch „Iuvavum – Alltag im römischen Salzburg“ von Clemens M. Hutter gelesen. Der Autor und Kulturforscher nimmt den Leser mit auf einen Trip in die Antike und landet mit ihm in der Salzachmetropole bevor ein gewisser Rupert hier tätig wurde.

In lebendiger, bildhafter Sprache beweist Clemens Hutter wahre Meisterschaft wenn es darum geht, das Leben in Iuvavum vor 1 500 Jahren wieder auferstehen zu lassen. Mit einer gehörigen Portion Humor und ausgeprägtem Sinn für das Besondere schreitet der Leser zusammen mit dem Autor durch die Gassen des antiken Salzburg und wundert sich, dass heute nur noch so wenig von der einstigen römischen Stadt zu erkennen ist.

Doch nicht nur Salzburg und die Provinz Noricum am Ende der Römerherrschaft erleben durch den ausführlich bebilderten Band aus dem Verlag Anton Pustet eine buchtechnische Renaissance. Clemens Hutter gibt uns auch eine anschauliche, vergnügliche Lehrstunde in antiker Geschichte. Immer wieder berichtet er vom Leben der Römer in dem riesigen Reich, das sich vom Orient bis zu den britischen Inseln erstreckte, um danach diese Erkenntnisse auf die Stadt Iuvavum umzumünzen. Er zieht Vergleiche aus dem praktischen Leben der „Antiker“ zur heutigen Zeit, die uns klar die beachtlichen Leistungen und durchwegs schwierigen Lebensbedingungen der Altvorderen vor Augen führen. Zwei Beispiele hierzu bilden seine Ausführungen über den Straßenbau und das Münzwesen der Römer.

Wer es gerne kompakt hat, der findet am Ende eines jeden Kapitels eine Textbox, wo wichtige Infos zum jeweiligen Thema zusammengefasst sind. Wenn Clemens Hutter gelegentlich ein wenig zu viel mit Zahlen um sich wirft, ist ihm das durchaus zu verzeihen. Vor allem wenn man sich an seinem frischen, augenzwinkernden Erzählstil erfreut, der dem Leser immer wieder ein Schmunzeln ins Gesicht zaubert.

Also, Platz nehmen in der Zeitmaschine „Iuvavum – Alltag im römischen Salzburg“ und sich hineinziehen lassen in die Welt der Salzachmetropole vor eineinhalb Jahrtausenden. Es macht nicht nur ungemein viel Spaß, mit Clemens Hutter den antiken Salzburgern bei ihrem Alltag über die Schulter zu schauen, sondern es gibt auch Dinge zu entdecken, die selbst gut informierte Einheimische mit dem einen oder anderen „Oha“ aufmerken lassen!

Rezension 2

Sehr anschaulich, gar nicht trocken geschrieben und voller Information

Na, das kann ein Buch sein! Steine, nicht Greifbares, Vermutungen – das waren meine Gedanken, als ich von diesem Buch las. Doch welch‘ Irrtum! Schon die zweiseitige Übersicht der Geschichte Ivavum (Salzburg) zeigt: da war was los! Die anschließende Stadtwanderung von Nonntal beginnend bringt Erstaunliches: der Autor wandert durch die Straßen und Gassen, schildert, was damals – zur Römerzeit – hier und da gewesen war und was man heute sieht. So geht das Straßeneck in der Kaigasse nächst dem Hotel Kasererbräu auf den wichtigsten Tempel der römischen Stadt zurück.

Woher der Name Iuvavum stammt, dass rund um das heutige Platzl schon die Römer siedelten, vom Vorläufer des Toilettenpapiers (Schwamm am Holzstiel), von Funden, die nachweisen, dass um Christi Geburt bereits reger Fernhandel existierte und viele andere Details, anschaulich und gut lesbar geschrieben, schildern dem Leser den Alltag vor rund 2000 Jahren in der Stadt Salzburg.

Hutter schreibt ausführlich über die Lebensweise der Menschen, was sie gegessen haben und liefert auch gleich sechs römische Rezepte zum Nachkochen. Der Leser erfährt, woher die Lebensmittel stammten, wie ein Bauernhof funktionierte und welche Bedeutung das Sprichwort hat, „ein X für ein U vormachen“, dass der Beton ist eine Erfindung der Römer ist, dass die Römer die Integration der Kelten mit beispielhafter Toleranz lebten, von einem Erzbischof, der „unterirdische Dinge“ verabscheute sowie Hinweise auf Wortentstehungen im Salzburger Raum (Was haben Gfalls und das Kleßheimer Kavalierhaus mit einem Gaul zu tun?) und vieles anderes mehr. Zum Schluss des 175seitigen wirklich interessanten Buches eine Übersicht über Museen im Land Salzburg, die mit dieser Thematik zu tun haben und Literaturhinweise.

Farbbilder, Übersichtskarten, ein Stoffband als Lesezeichen, der Titel mit Tiefdruck-Buchstaben – das Buch ist optisch wie inhaltlich wirklich sehens- und lesenswert!

Quelle