Josef Radauer (Biobauer)

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Josef Radauer

Josef Radauer (* 31. Dezember 1963) ist Baumpfleger und Biobauer.

Vorgestellt

"Alles niederreißen kann ein jeder." Das sagt Josef Radauer, während er in Arbeitsmontur vor einer Stechpalme steht. Daneben arbeitet ein Bagger an einer schönen Magnolie – aber nicht, um sie auszureißen, sondern um sie auszugraben und für ihre Verpflanzung vorzubereiten. Denn das ist Spezialität des Landschaftsgärtners und Baumpflegers Radauer. Wenn es sein muss, werden die Bäume dazwischen für Monate an einem anderen Platz provisorisch eingesetzt, bis ihr endgültiger Bestimmungsort frei ist. "Das haben wir bei einer 70-jährigen Magnolie gemacht. Die hat derweil schon zwei Mal geblüht", freut sich Radauer.

Radauer ist aber auch mit der neuesten Untersuchungstechnik vertraut: "Wir machen das mit Schalltomografie. Da werden Sensoren um den Stamm gelegt und Ultraschall durch den Baum geleitet."

Wenn jetzt im Frühjahr wieder viele Hobbygärtner daran gehen, Bäume zu pflanzen, rät ihnen der Experte eines: "Den Baum nicht zu tief pflanzen. Denn er braucht viel Luft. Das ist wie beim Menschen. Wenn er zu wenig davon erwischt, geht es ihm schlecht."

Noch viel mehr ins Philosophieren kommt der Vater von vier Söhnen, wenn man ihn auf seine Kunden anspricht: "Das sind Leute, die sich was denken und besondere Wünsche haben. Das ist sehr spannend."

Der HBLA-Ursprung-Absolvent Radauer wirkt aber auch sehr geerdet. Kein Wunder: Der "Obersteinwandbauer" bewirtschaftet 20 Hektar am Gaisberg nach biologisch-dynamischen Prinzipien. "Wir backen eigenes Brot und essen eigenes Fleisch. Wir setzen auf Autarkie, aber nicht aus einer Spinnerei heraus", sagt er mit Überzeugung. Seine Schafe, Rinder und Pferde spielen auch noch eine andere Rolle: "Meine Frau ist auf tiergestützte Pädagogik spezialisiert. Wir haben sogar ein Schulprojekt am Hof."

Apropos Schule: Radauer ist als Kassier im Vorstand der Paracelsus-Privatschule in St. Jakob am Thurn auch noch sozial aktiv. "Da geht es um seelenpflegebedürftige Kinder. Das ist mir ein großes Anliegen. Die öffentliche Hand findet das Projekt zwar super, aber ihre Unterstützung langt bei weitem nicht."

Quelle

  • Salzburger Nachrichten (Stefan Veigl)