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Kinder- und Jugendanwaltschaft Salzburg

Logo der Kija Salzburg

Die Kinder- und Jugendanwaltschaft (Kija) Salzburg ist eine weisungsfreie Einrichtung des Landes Salzburg, die sich für die Rechte der Kinder und Jugendlichen im Bundesland Salzburg einsetzt und diese berät und unterstützt. Sie ist Sprachrohr für junge Menschen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Im Jahr 1989 verabschiedete die UN-Generalversammlung die Kinderrechtskonvention, ein Jahr später trat sie in Kraft. Im September 1992 ratifizierte Österreich die Konvention. Damit war der Grundstein gelegt, um in jedem Bundesland Österreichs eine Kinder- und Jugendanwaltschaft zu errichten. Dadurch haben sich diese Staaten verpflichtet, die Kinderrechtskonvention in ihrer nationalen Gesetzgebung umzusetzen und ihre Einhaltung sicherzustellen. Am 5. September 1992 ist die Kinderrechtskonvention in Österreich formal in Kraft getreten. Am 20. Jänner 2011 hat der österreichische Nationalrat beschlossen, einen Teil der Kinderrechte in abgeschwächten Form – nämlich nur sofern der entsprechende Sachverhalte nicht gesetzlich anderweitig geregelt ist – in die Bundesverfassung aufzunehmen. Damit ist z. B. das Recht auf Gleichbehandlung behinderter Kinder vor dem Verfassungsgericht einklagbar.

Gesetzliche Grundlage

Das Bundes- Kinder- und Jugendhilfegesetz 2013 sowie das Salzburger Ausführungsgesetz (Salzburger Kinder- und Jugendhilfegesetz 2015) und die UN-Kinderrechtskonvention bilden die rechtliche Basis der Kinder- und Jugendanwaltschaft. Die 54 Artikel der UN-Kinderrechtskonvention, beispielsweise das Recht auf Gesundheit, das Recht auf Bildung oder das Recht auf Schutz vor Gewalt, dienen der kija Salzburg als Handlungsgrundlage. Die kija Salzburg ist an das Referat für Kinder- und Jugendhilfe des Landes Salzburg angegliedert. Die Paragrafen 43 bis 45 des Salzburger Kinder- und Jugendhilfegesetzes regeln die Aufgaben und Befugnisse der kija Salzburg und schreiben ihre Weisungsfreiheit fest. 2005 wurde die UN-Kinderrechtskonvention in die Landesverfassung des Bundeslandes Salzburg aufgenommen. Am 20. Jänner 2011 hat der österreichische Nationalrat beschlossen, einen Teil der Kinderrechte in abgeschwächten Form – nämlich nur sofern der entsprechende Sachverhalte nicht gesetzlich anderweitig geregelt ist – in die Bundesverfassung aufzunehmen. Damit ist z. B. das Recht auf Gleichbehandlung behinderter Kinder vor dem Verfassungsgericht einklagbar.

Aufgaben

Die kija Salzburg hat den gesetzlichen Auftrag, die Rechte und Interessen Minderjähriger und junger Erwachsener bis 21 Jahre im Einzelfall zu vertreten, sowie auf gesellschaftlicher Ebene verbesserte Rahmenbedingungen für Kinder und Jugendliche zu schaffen. In diesem Sinne wird sie zwar auch von Eltern und LehrerInnen als Anlaufstelle genutzt, der Fokus liegt jedoch immer bei den Interessen und Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen.

Bei der Einzelfallberatung informiert das ExpertInnen-Team der kija Salzburg die KlientInnen über ihre Möglichkeiten. In weiterer Folge wird z. B. ein Therapieplatz organisiert oder ein Vermittlungsgespräch zwischen den jungen Menschen und ihrern Eltern, Behörden oder Institutionen vorgeschlagen - immer in Absprache mit dem/der Betroffenen.

Kommt ein Problem gehäuft vor, versucht die kija Salzburg dieses nicht nur im Einzelfall zu bewältigen, sondern auch strukturell zu lösen. Eine weitere Aufgabe aus dem Bereich der Interessenvertretung ist die Prüfung und Begutachtung künftiger Gesetze und Verordnungen bezüglich ihrer Kinder- und Jugendverträglichkeit. Durch Informationskampagnen, öffentliche Stellungnahmen sowie Dialoge mit EntscheidungsträgerInnen wird der gesellschaftliche Diskurs zu den Kinderrechten angeregt.

Team

Das Team der kija Salzburg, an dessen Spitze Kinder- und Jugendanwältin Andrea Holz-Dahrenstaedt steht, setzt sich aus ExpertInnen aus den Bereichen Sozialarbeit, Pädagogik, Psychologie und Recht zusammen. Gemeinsam mit einer Mitarbeiterin aus dem Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und dem Sekretariat bilden die Beraterinnen das Kernteam. Außerdem engagieren sich zahlreiche freie MitarbeiterInnen im Rahmen von Projekten für die kija Salzburg. Die kija Salzburg hat 4,25 Vollzeit-Dienstposten aufgeteilt auf mehrere Teilzeit-Anstellungen zur Verfügung.

Zahlen und Fakten

Die Anfragen von Kindern und Jugendlichen an die kija Salzburg umfassen Themen von Arbeitslosigkeit bis Zwangsverheiratung, wobei rund die Hälfte der Fälle den familiären Bereich, insbesondere Scheidung und Trennung, betreffen. Rund 40 Prozent der Anfragen kommen von Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 19 Jahren, die Anzahl der Mädchen und Jungen ist nahezu ausgeglichen. Seit der Gründung der kija Salzburg ist die Zahl der Anfragen stark angestiegen: Waren es im Jahr 1993 erst 138 Anfragen, so sind es heute mehr als 2.000 pro Jahr.

Projekte

Die kija Salzburg setzt parallel zu ihren laufenden Tätigkeiten themenbezogene Schwerpunkte. Das Projekt "MutMachen" stellt Kindern und Jugendlichen in schwierigen Lebenslagen ehrenamtliche MutMacherInnen zur Seite, die ihnen Halt geben und Aufmerksamkeit schenken.

Erfolge

Engagement macht sich bezahlt, das hat sich im Laufe der Geschichte der kija Salzburg immer wieder gezeigt. Die wichtigsten Meilensteine und Erfolgserlebnisse sind hier - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - genannt.

  • Der kija Salzburg Schwerpunkt zu sexueller Gewalt an Kindern (1995 - 2000) führte zu einer generellen Sensibilisierung des Gerichts im Umgang mit Betroffenen (z. B. schonende Einvernahme, Verlängerung der Verjährungsfrist u. a.). Besonders hervorzuheben ist jedoch der durchgesetzte Rechtsanspruch auf Prozessbegleitung (ab 2003) für die Opfer sexueller Gewalt;
  • Eine Klage der Kija Salzburg beim Arbeits- und Sozialgericht führte zu einem richtungsweisenden Urteil mit Auswirkungen auf die Salzburger Pflegegeldverordnung. Seither haben Eltern behinderter Kleinkinder (0 - 3 Jahre) die Möglichkeit, Pflegegeld zu beantragen;
  • 2001 wurde auf Initiative der kija Salzburg das SOS-Clearinghouse zur Unterbringung und Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in Salzburg gegründet;
  • 2005 wurde die UN-Kinderrechtskonvention in der Salzburger Landesverfassung verankert;
  • Im Rahmen des MentorInnenprojektes MutMachen konnten seit dem Start im Jahr 2007 über hundert Mentorenschaften vermittelt und begleitet werden;
  • Mit "kija on tour" konnten flächendeckend fast alle Kinder und Jugendliche im Bundesland Salzburg über die Kinderrechte informiert werden, mehr als 10.000 Beratungen fanden "on tour" in der Region statt;
  • Das von der kija Salzburg mitgetragene und mitinitiierte Modellprojekt "Kinderbeistand" wurde mit 1. Jänner 2010 gesetzlich verankert. Der Kinderbeistand gibt Kindern und Jugendlichen bei hochstrittigen Eltern-Trennungsprozessen vor Gericht eine Stimme;
  • Die kija Salzburg machte sich von Beginn an für die Rechte von fremduntergebrachten Kindern und Jugendlichen stark. Im Salzburger- Landes- Kinder- und Jugendhilfegesetz 2015 ist festgeschrieben, dass auch Kindern und Jugendlichen in sozialpädagogischen Einrichtungen der Zugang zu einer externen kinderanwaltlichen Vertrauensperson zu ermöglichen ist;
  • Alle Einzelfälle, in welchen die richtige Hilfe zur richtigen Zeit zu einer positiven Wendung im weiteren Lebensverlauf der Ratsuchenden führte.

Ziele

  • Verankerung der gesamten UN-Kinderrechtskonvention in der Bundesverfassung, sowie die Umsetzung der 54 Artikel;
  • Ausbau von Ombudsstellen, an die sich Kinder und Jugendliche in allen Lebenslagen vertrauensvoll wenden können, z. B. durch den Aufbau einer kija-Regionalstelle;
  • Personelle und finanzielle Verbesserungen im Bereich der Kinder- & Jugendhilfe;
  • Verpflichtende und bindende Prüfung aller Gesetze und Erlässe bezüglich ihrer Kinder- und Jugendverträglichkeit;
  • Ausbau der Gewalt- und Mobbingprävention an Schulen durch den verstärkten Einsatz von SchulsozialarbeiterInnen, BeratungslehrerInnen, Peer-Mediation und die Errichtung einer Gewalt- und Mobbingpräventionsstelle;
  • Gesamtreform des Schulbereichs mit dem Ziel, Schule als einen qualitativen Lebensraum für Kinder und Jugendliche zu gestalten, der ihnen Raum für ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten bietet und in welchem sie entsprechend gefordert und gefördert werden;
  • Therapeutische Einrichtung für Mütter mit Kindern in Krisen.

Kontakt

Gstättengasse 10
5020 Salzburg
Telefon: 06 62 - 430 550
Telefax: 06 62 - 430 550-3010
E-Mail: kija@salzburg.gv.at

Weblinks

Quellen