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Magdalensberg

Der Magdalensberg in Kärnten war einst der Fürstensitz und das Handelszentrum im Königreich Norikum, später römische Provinz gleichen Namens.

Inhaltsverzeichnis

Lage und Allgemeines

Der Magdalensberg ist eine Anhöhe, dessen Gipfelplateau auf 1 058 m ü. A. liegt. Sie befindet sich in der 1973 durch Zusammenlegung der vorher eigenständigen Ortsgemeinden Ottmanach und St. Thomas am Zeiselsberg entstandenen Gemeinde Magdalensberg, die am Ostrand des Zollfeldes im politischen Bezirk Klagenfurt Land liegt.

Der zufällige Fund einer bronzenen Jünglingsstatue im Jahr 1502[1] – sie stammt aus dem ersten Jahrhundert vor Christus - stand am Beginn der archäologisch bedeutenden Geschichte des Areals auf dem Magdalensberg. Heute befindet sich auf dem Gipfel und dem Südhang des Magdalensberges die größte archäologische Ausgrabungsstätte Österreichs, gleichzeitig eine der großen römerzeitlichen Ausgrabungsstätten im Ostalpenraum.

Neben der spätkeltischen und frührömischen Siedlung – die Stadt auf dem Magdalensberg - ist auch noch die Wallfahrtskirche auf dem Gipfel des Magdalensberges zu erwähnen. Sie ist Ausgangspunkt des alljährlichen Kärntner Vierbergelaufs.

Geschichte

Im über drei Hektar großen Freilichtmuseum, das sich aus 22 Einzelmuseen inmitten der teilweise restaurierten Bauten zusammensetzt, stehen die Besucher vor ausgewählten Exponaten der über 50-jährigen Ausgrabungstätigkeit.

Der oben erwähnte Fund der bronzenen Jünglingsstatue lenkte das Interesse der umliegenden Bevölkerung auf sich. Es folgten weitere Funde und schließlich systematische Ausgrabungen des Geschichtsvereines für Kärnten ab Mitte des 19. Jahrhunderts, unterbrochen durch den Ersten Weltkrieg.

Ursprüngliche Annahmen, es handle sich bei der antiken Siedlung um die Villenkolonie der Hauptstadt der römischen Provinz Norikum auf dem Zollfeld, konnten später widerlegt werden, da die Besiedelung auf dem Magdalensberg um 100 Jahre älter ist.

Seit dem Jahr 1948 untersuchte das Österreichische Archäologische Institut das vorliegende Fundmaterial und begann damals mit systematischen Ausgrabungen, die später vom Landesmuseum für Kärnten weiter geführt wurden.

Befestigungsanlage

Die ausgegrabene Befestigungsanlage, die allem Anschein nach von einem römischen Festungsbaumeister ausgeführt wurde, kann nur im Auftrag einer Person mit großer Machtfülle entstanden sein. Es ist daher davon auszugehen, dass dieser Auftraggeber ein Stammesfürst der keltischen Noriker war.

Handelszentrum

Die Blütezeit der Ansiedlung auf dem Magdalensberg begann, wie Keramik- und Münzfunde belegen, bereits um 50 v. Ch. unter römischem Einfluss und endete etwa Mitte des 1. Jahrhunderts n. Ch., als Virunum, die Stadt am Zollfeld, gegründet und Sitz des römischen Statthalters und damit politisches und wirtschaftliches Zentrum der Region wurde.

Erwähnenswertes

Bei den archäologischen Ausgrabungen wurde eine Anzahl von Bergkristallen gefunden, die – wie auf Grund der Begleit-Mineralien festgestellt werden konnte – aus dem Gebiet des Ankogels im Gasteiner Tal, bzw. des Hohen Sonnblicks stammen müssen.

In den Gewölben des Handelszentrums fanden sich Aufzeichnungen, in denen auch Eisenbarren erwähnt werden, wie jenes Exemplar, das auf dem Bürgkogel in Kaprun aufgefunden wurde und für den Handel mit Rom bestimmt war.

Quellen

Einzelnachweise

  1. Vgl. F. M.: Zur Geschichte der „Erzstatue vom Helenenberge“, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 48, 1908, S. 222.