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Reisewarnung

Die Reisewarnung gewann im Bundesland Salzburg 2020 im Jahr der Corona Pandemie große wirtschaftliche Bedeutung.

Einleitung

Nachdem im Frühjahr 2020 der sogenannte Lock down, das Herunterfahren der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens, wieder gelockert werden konnte, folgten Sommermonate mit rückläufigen Zahlen von Infektionen. Diese Zahlen stiegen allerdings ab Anfang September wieder bedenklich. Nicht nur im Bundesland Salzburg, sondern in vielen anderen europäischen Ländern. Regierungen begannen wechselseitige Reisewarnungen auszusprechen, zunächst nur für ganze Länder, im Laufe des Septembers aber auch nur für einzelne Regionen, Bundesländer oder Städte.

Nach einem Wochenende in der Stadt Salzburg, an dem es in einigen Lokalen zu extensiven Feiern gekommen war, drohte Deutschland mit einer Reisewarnung für Salzburg. Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer reagierte darauf rasch mit der Ankündigung, ab Freitag, den 25. September die Sperrstunde in Lokalen von bisher 01 Uhr auf 22 Uhr vorzuverlegen.

Ab Freitag wird für drei Wochen die Sperrstunde für sämtliche Lokale in Salzburg mit 22 Uhr festgesetzt. Die Politik fürchtet bei weiter steigenden Infektionszahlen eine Reisewarnung ausländischer Staaten wie etwa Deutschland. Das gelte es unbedingt zu vermeiden, hatten LH Wilfried Haslauer und Bürgermeister Harald Preuner argumentiert.

Doch wie realistisch ist eine drohende Reisewarnung aus dem Ausland?

Das deutsche Robert-Koch-Institut (RKI) stuft Regionen oder Länder nach einer zweistufigen Bewertung als Risikogebiet ein. Der erste entscheidende Parameter: Wenn es in den letzten sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100 000 Einwohner gegeben hat. In einem zweiten Schritt geht es um "qualitative Kriterien". Maßgeblich sind Infektionszahlen, Art des Ausbruchs (lokal begrenzt oder flächendeckend), Testkapazitäten, Tests pro Einwohner sowie die getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung.

Die Zahlen für Salzburg lauteten am Mittwoch, den 23. September: Im Bundesland Salzburg gab es in den letzten sieben Tagen 31,3 Infizierte pro 100 000 Einwohner. In der Stadt Salzburg waren es 38, im Pongau 48, im Tennengau 41, im Flachgau 21, im Pinzgau 19 und im Lungau 9,9. Die Werte schwanken täglich. Am Dienstag, den 22. September, lag der Pongau bereits auf 54,2 und die Stadt bei 40. Gernot Filipp, Chef der Landesstatistik, sagt: "Der Indikator ist sehr sensibel. Das Problem ist der Trend der Zahlen. Dieser ist ansteigend. Das ist auch der Grund, warum es hier Besorgnis gibt." Wobei es einige Bundesländer gebe, die deutlich höher lägen mit den Infektionen je 100 000 Einwohner - Wien, Vorarlberg und Tirol (die beiden letzten hatten nun auch die Sperrstunde auf 22 Uhr vorverlegt).

Quelle