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Infektionskrankheit Covid-19

Begriffsklärung
Dieser Artikel informiert über die weltweite Ausbreitung und die Auswirkungen in Österreich.
Über die Auswirkungen im Bundesland Salzburg informiert ein eigener Artikel Corona-Virus und das Bundesland Salzburg.
Infektionskette: Zu Hause bleiben, sich selber und andere schützen. Die Mathematik zeigt es: Nur so durchbrechen wir die Ansteckungskette.
Verhaltensregeln gegen eine Ausbreitung der Infektionskrankheit Covid-19.

Die Infektionskrankheit Covid-19, auch als SARS-CoV-2 bezeichnet und umgangssprachlich Corona-Virus genannt, ist eine Krankheit, die Ende 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan ausgebrochen war. Ein Ereignis wie die Corona-Pandemie trete "statistisch in der Regel einmal in einem Zeitraum von 100 bis 1 000 Jahren" ein.[1]

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Das Virus befällt die unteren Atemwege und kann eine schwere Lungenentzündung hervorrufen. Soweit der Stand der Kenntnisse ist (Ende März 2020), wurde das Virus ursprünglich in China durch Fledermäuse[2] auf den Menschen und von diesem durch Tröpfcheninfektion (z. B. hustende Infizierte) übertragen. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis 14 Tage. Der Krankheitsverlauf zeigt sich in grippeähnlichen Symptomen (Fieber, Unwohlsein), Husten bis hin zu Atemnot und Lungenentzündung, wobei besonders ältere Menschen mit Vorerkrankungen gefährdet sind. Mitte März 2020 konnte man sagen, dass der Verlauf der Infektionskrankheit vor allem bei älteren Menschen mit Vorerkrankungen zum Tod führte.

Die Verbreitungswege des Corona-Virus wurden weltweit untersucht. Es gibt keine Hinweise darauf, dass sich Menschen über Trinkwasser/Leitungswasser infiziert haben. Ein Eintrag des Erregers in Quell- oder Brunnenwasser kann derzeit ausgeschlossen werden, da das Virus durch die Bodenpassage inaktiviert wird, versicherte die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach.

Berechnung: Fast 25 Tage Spitalsaufenthalt notwendig

1. April: Bei tödlich verlaufenden Covid-19-Erkrankungen dauert es im Mittel 17,8 Tage vom Auftauchen der ersten Symptome bis zum Ableben des Betroffenen. Die Dauer des Spitalsaufenthaltes von schwer Erkrankten liegt bei 24,7 Tagen. Dies haben britische Experten anhand von Daten aus China und aus internationalen Quellen berechnet. Bei der Auswertung der Informationen von 70 117 Covid-19-Patienten aus China kamen die Wissenschafter auf eine Sterblichkeitsrate von 1,38 Prozent der Patienten. Bei Unter-60-Jährigen lag sie nur bei 0,38 Prozent, in der Altersgruppe darüber bei 6,4 Prozent. Covid-19-Patienten im Alter über 80 Jahren zeigten eine Mortalität von 13,4 Prozent.

Forscher entschlüsseln das ABC des SARS-CoV-2-Virus

9. April: Drei Grundtypen von Sars-CoV-2 und deren Verbreitung über die Erde hat ein Forscherteam in einer Studie im Fachblatt "Pnas" analysiert. Dabei zeigte sich, dass der ursprüngliche Typ A sowie Typ C den Sprung in die weite Welt geschafft haben, während Typ B vor allem in Ostasien anzutreffen ist. An der Entwicklung von Tests, um das wandelbare Virus rasch nachzuweisen, arbeiten u. a. Wiener Forscher.

Corona-Virus kann Nervensystem schädigen

11. April 2020: Aus einer Studie chinesischer Wissenschafter mit Patienten in Wuhan geht hervor, dass rund ein Drittel zeigte demnach neurologische Symptome zeigten. Zu den häufigsten Symptomen gehörten Schwindel und Kopfschmerzen sowie Riech- und Geschmacksstörungen. In einem unabhängigen Editorial zur Studie teilen die Neurologen Samuel Pleasure, Ari Green und Andrew Josephson von der Universität von Kalifornien diese Manifestationen in spezifische Symptome (Verlust von Geruchs- oder Geschmackssinn, Muskelschwächen und Schlaganfälle) und unspezifische Symptome (Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen, Schwindel und Krampfanfälle) ein. Gerade bei den unspezifischen Symptomen bleibe unklar, ob diese Ausdruck der Krankheit selbst seien oder Teil einer systemischen Entzündungsreaktion bei Patienten, die bereits sehr krank waren. Diese Frage müssten künftige Studien untersuchen.[3]

Name

„Corona“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Krone oder Kranz. Das Virus trägt den Namen wegen seines kranzförmigen Aussehens. Die heilige Maria mit dem Strahlenkranz wird oft als "Coronata" bezeichnet. Ein Detail am Rande: Die heilige Corona war eine frühchristliche Märtyrerin und gilt ausgerechnet als Schutzheilige gegen Seuchen. In Österreich gibt es in Niederösterreich die Gemeinde St. Corona am Wechsel, in Italien mehrere Orte wie zum Beispiel das "Santuario della Madonna di Corona" nordwestlich von Verona.

Entwicklung von Dezember 2019 bis Ende Februar 2020

Am 31. Dezember 2019 wurden von chinesischen Gesundheitsbehörden 27 Fälle mit Lungenentzündung mit zunächst unbekannter Ursache gemeldet. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde am 7. Jänner 2020 in China ein neuartiges Corona-Virus identifiziert.

Bis 24. Februar 2020 zählte man rund 78 400 registrierte Erkrankungsfälle, davon rund 76 900 in China. Dabei gab es bisher 2 442 Todesfälle, 19 davon in anderen Ländern als China.

Am Wochenende 22.-23. Februar 2020 traten unerwartet viele Infektionen in den oberitalienischen Regionen Piemont, Lombardei, Emilia-Romagna und Venetien auf, wo bis 24. Februar mehr als 200 Infektionen und fünf Todesfälle registriert wurden. Am Sonntagabend, den 23. Februar, wurde ein Zug an der Grenze am Brenner angehalten, da sich in diesem (bis Verona) zwei mögliche Infizierte befunden hatten. Wie sich herausstellte, waren die beiden aber bereits in Verona ausgestiegen. Montagfrüh konnte der Zug seine Fahrt nach München fortsetzen.

Österreich

Übliche Influenza-Erkrankungen in Österreich

Die Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) informiert auf ihrer Homepage, dass im Winterhalbjahr 2019–2020 bis März 643 Todesfälle in Österreich auf die (alljährliche) Influenza zurückzuführen sind.[4]

Die Kleine Zeitung berichtete in ihrer Ausgabe vom 13. November 2019, dass während der Influenza-Saison 2018–2019 circa 140 000 bis 150 000 Personen an dieser Infektion erkrankten. Laut einer Berechnung der AGES gemeinsam mit den Fachleuten des Zentrums für Virologie der Medizinischen Universität Wien starben in Österreich in diesem Zeitraum etwa 1 400 Menschen an der Viruserkrankung. In der Saison 2017–2018 erkrankten über 400 000 Personen in Österreich an der Influenza, bei der es wegen einer stärkeren Influenzawelle um die 2 800 Opfer gab.[5]

Die österreichische Regierung betrieb bewusstes Spiel mit der Angst

Ein im Ö1-Morgenjournal am Montag, den 27. April 2020 veröffentlichtes Papier hatte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in einer Sitzung am [[12. März] 2020 davon gesprochen, die Bevölkerung sollte Angst vor einer Infektion bzw. dem Tod von Angehörigen haben. An dieser Sitzung der Task Force Corona des Gesundheitsministeriums im Kanzleramt hatten neben Kanzler, Vizekanzler, Gesundheits- und Innenminister auch Beamte und Gesundheitsexperten teilgenommen. Dem Protokoll zufolge äußerte Kurz, dass er noch keine wirkliche Sorge der Bevölkerung verspüre. Daraufhin meinte der Tropenmediziner Univ.Prof. Dr. Herwig Kollaritsch, man müsse der Bevölkerung klar machen, dass es sich um eine potenziell tödliche Krankheit handle und nicht um eine einfache Grippe.

Kollaritsch führte als Beispiel das Protokoll der Kommunikation rund um die britische Masernepidemie der 1990er-Jahre an. Auch darin hatte man damals mit der Angst der Bevölkerung gespielt. Im Protokoll der Sitzung vom 12. März heißt es weiter "Kurz verdeutlicht, dass die Menschen vor einer Ansteckung Angst haben sollen bzw. Angst davor, dass Eltern/Großeltern sterben. Hingegen sei die Angst vor der Lebensmittelknappheit, Stromausfälle etc. der Bevölkerung zu nehmen."

Ein Sprecher des Bundeskanzlers relativierte Kurz seine Aussage, der damit lediglich Verständnis für die Angst um Familienmitglieder gezeigt hatte. Allerdings hatte sich der Kanzler später im März mit drastischen Aussagen zu Wort gemeldet. So sprach er noch Ende März eine Warnung aus, dass bald jeder bald jemanden kennen, der an Corona verstorben sei [was sich bis Ende April jedoch nicht bewahrheitet hatte]. Kollaritsch selbst hält laut Ö1 fest, nicht von einem Spiel mit der Angst in Österreich gesprochen zu haben. Ohne drastische Wortwahl hätte die Bevölkerung die Maßnahmen der Regierung aber nicht angenommen, meint er.[6]

Ausbreitung


 
Symbolbild

Zahlen für Österreich mit Stand 1. Juni, 09:30 Uhr:

Bisher durchgeführte Testungen: 451 820 (Einwohnerzahl 8 858 775, 1. Jänner 2019)
Bestätigte Fälle: 16 642
Aktuell Erkrankte: 470
Todesfälle: 668
Genesene: 15 596
Intensivstation: 29
Ein Rückblick auf die Entwicklung der bestätigten Infektionen in den ersten Wochen.

Zeile 1 = Datum
Zeile 2 = Anzahl der bestätigten Infektionen
Zeile 3 = Steigerung zum Vortag

Die Zahlen hier werden in unregelmäßigen Abständen erneuert und eingetragen. Sie sind also nur als Richtwerte der Veränderungen zu betrachten. Ab 2. April flossen deutlich mehr Ergebnisse von privaten Labors in die Statistik ein als bis dahin (daher auch höhere Zahlen der Infiszierten).

25.2. 1.3. 6.3. 8.3. 11.3. 12.3. 13.3. 14.3. 15.3. 16.3. 17.3. 18.3. 19.3. 20.3. 21.3. 22.3.
2 10 55 102 325 453 643 827 1038 1 327 1 678 2 103 2 576 3 119 3 567 4 206
+8 +45 +47 + + + + + + + + + + + +
23.3. 24.3. 25.3. 26.3. 27.3. 28.3. 29.3. 30.3. 31.3. 1.4. 2.4. 3.4. 4.4. 5.4.
5 022 5 826 6 489 7 451 8 246 8 799 9 261 9 958 10 514 11 003 11 382 11 762 12 044 12 225
+ + + + + + + +597 +556 +489 +379 +379 +282 +181
6.4. 7.4. 8.4. 9.4. 10.4. 11.4. 12.4. 13.4. 14.4. 15.4. 16.4. 17.4. 18.4. 19.4.
12 466 12 744 12 930 13 244 13 453 13 798 ? 14 040 14 159 14 321 14 451 14 553 14 637
- +278 +486 +314 +209 +245 - - +119 +162 +130 +102 +84 +59
20.4. 21.4. 22.4. 23.4. 24.4. 25.4. 26.4. 27.4. 28.4. 29.4. 30.4. 1.5. 2.5. 3.5.
14 761 ? 14 917 15 256
+65 - -

Am 10. April 2020 waren lt. Sozialmisterium genau 50 Männer und 50 Prozent Frauen vom Virus infisziert.

Quellen www.sozialministerium.at sowie Salzburger Nachrichten

Nach Altersgruppen

Quelle AGES/Salzburger Nachrichten, Stand 16. März 2020

<5 5–14 15–24 25–34 35–44 45–54 55–64 65–74 75–84 85+
6 14 104 187 190 232 143 82 47 10

Chronologie in Österreich

Was in Italien die Provinz Bergamo in Bezug auf die Heftigkeit der Verbreitung des Virus darstellte, war in Österreich der Wintersportort Ischgl in Nordtirol. Dort sorgte ein infiszierter Barkeeper für eine großräumige Verbreitung des Virus, unter anderem auch auf der Insel Island. Eine von der Medizinischen Universität Innsbruck in dem als Corona-Hotspot geltenden Ort durchgeführte Antikörperstudie ergab, dass 42,4 Prozent der Bevölkerung des Tiroler Wintersportorts eine Infektion mit dem Coronavirus durchgemacht haben. Nur 15 Prozent der de facto Infizierten waren jedoch zuvor bei PCR-Tests positiv getestet worden. Die Rate der offiziell gemeldeten Fälle betrage damit nur 15 Prozent und 85 Prozent hatten die Infektion also unbemerkt durchgemacht.[7]

9. bis 15. März


Der erste Todesfall in Österreich wurde am 12. März 2020 (Donnerstag) registriert. Es handelte sich um einen 69-jähriger Mann, Italien-Heimkehrer mit Vorerkrankungen, der im Wiener Kaiser-Franz-Josef-Spital verstarb. Österreich hatte am Abend des 12. März alle Länder weltweit auf "hohes Sicherheitsrisiko" (Sicherheitsstufe 4 von 6) gesetzt. "Das ist ein außergewöhnlicher, aber notwendiger Schritt, den wir heute Abend gesetzt haben", sagte Außenminister Alexander Schallenberg.

Ab 11. März (Mittwoch) führte Österreich an allen Grenzübergängen zu Italien (Gesundheits&#8209)Grenzkontrollen durch. Es kam zu kilometerlangen Staus in der Abfertigung von Lkw. Weiters wurde der Personenzugverkehr der ÖBB von und nach Italien eingestellt.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus schloss Österreich vom 13. auf den 14. März ab Mitternacht 47 kleinere Grenzübergänge zu Italien, die sich mehrheitlich im Hochgebirge befinden. Die Verordnung sieht weiters vor, dass der Grenzverkehr auf der Bundesstraße bei Thörl-Maglern (Bezirk Villach-Land) nur noch zwischen 06 und 21 Uhr möglich sein wird. Geschlossen werden unter anderem der Nassfeldpass (1 530 Meter über Adria) und der Plöckenpass (1 357 m ü. A.) in Kärnten, der Staller Sattel (2 052 m ü. A.) in Osttirol oder das Timmelsjoch (2 474 m ü. A.) in Tirol. Ein großer Teil der nun geschlossenen Grenzübergänge, wie etwa der Krimmler Tauern in den Zillertaler Alpen oder das Zollnerthörl in den Karnischen Alpen, ist nur über Wanderwege erreichbar. Weiter offen sind somit die Grenzübergänge an Hauptverkehrsstraßen wie Reschenpass, Brenner, Sillian und Thörl-Maglern.

Am Freitag, den 13. März, wurden das Paznauntal und St. Anton am Arlberg unter Quarantäne gestellt (rund 9 500 Personen), am Samstag, den 14. März, folgte Heiligenblut. In allen Orten und Gebieten wurden die ausländischen Touristen zur Abreise in ihre Heimatländer aufgefordert und registriert, um bei weiteren Infektionen den Kontakt aufnehmen zu können.

16. bis 22. März


16. März, Montag

Die Kirchen und Religionsgesellschaften in Österreich setzten ab Montag, den 16. März, öffentliche Gottesdienste und Versammlungen weitestgehend aus. Der Handel pausierte ab Montag, den 16. März, außer in versorgungsnotwendigen Bereichen wie Lebensmittelverkauf, Apotheken, Tankstellen und Trafiken. Restaurants, Bars und Kaffeehäuser durften gemäß Ankündigung der Regierung ab Montag nur noch bis 15 Uhr offen halten. Ebenfalls ab Montag 20 Uhr galt das Betriebsverbot für alle gewerblichen Hotels und Beherbergungsbetriebe – und zwar bis Ostermontag, 13. April. Weil die Schließung auf Basis des Epidemiegesetzes erfolgt, bestand für die Betriebe Anspruch auf eine Entschädigungsleistung vonseiten des Bundes.

17. März, Dienstag

Die Bundesregierung hatte am Sonntag, den 15. März, ein Versammlungsverbot, Spielplätze und Sportplätze ab Dienstag, 17. März, erlassen, ebenso alle Restaurants, Bars und Cafés geschlossen. Weiters hatte die Bundesregierung am Sonntag angekündigt, zur Bekämpfung der Corona-Krise Zivildiener der letzten fünf Jahre einzuberufen, die Erfahrungen als Sanitäter gesammelt haben. Derzeit dienende Zivildiener werden länger Zivildienst machen müssen. Die Rechtsgrundlage dafür bot das Zivildienstgesetz, das die Möglichkeit eines "außerordentlichen Zivildiensts" (§21) für Unter-50-Jährige vorsieht. Mit Mai werden 3 000 Milizsoldaten mobilisiert.

47 000 Österreicher befanden sich noch in rund 100 Staaten im Ausland, die mit der größten Rückholaktion der Geschichte Österreichs heimgebracht werden sollen. Konkret geplant waren am Mittwoch zwei erste Flüge nach Teneriffa, Spanien und je ein Flug nach Las Palmas und Hurghada, Ägypten, weil sich dort besonders viele Österreicher aufhielten. Geplant waren außerdem Flüge nach Kapstadt (Südafrika), Mauritius und auf die Malediven. Heute landete ein zweiter Flug aus Marrakesch, Marokko, in Wien.

Die gesamte Vorarlberger Arlbergregion – die Gemeinden Lech, Klösterle, Warth und Schröcken – standen ab Mittag unter Quarantäne. Am Abend wurden dann die Ötztaler Tourismusgemeinde Sölden sowie St. Christoph am Arlberg unter Quarantäne gestellt.[8]

Die Abreise der Gäste aus den Tiroler Wintersportorten Ischgl sowie St. Anton kurz nach Verkündung der Unter-Quarantäne-Stellung am vergangenen Freitag warf weitere Fragen auf und sorgte für scharfe Kritik. So hatte laut dem Bericht Freitagabend eine Gruppe von 159 Urlaubern aus St. Anton in einem Hotel im Tiroler Oberland eingecheckt. Sie sollen eine Nacht geblieben sein, um am Samstag ihren Rückflug in Innsbruck anzutreten. Dem Hotel sollen dafür pauschal 3.000 Euro bezahlt worden sein. Von wem, sei bisher unklar.[9][10] Eigentlich hätten sie ohne Unterbrechung in ihre Heimatländer zurückkehren sollen.

Über 45 Kilometer lang war der Grenzstau in Nickelsdorf nach Ungarn, der von heimreisenden Rumänen und Bulgaren herrührte. Ungarn hatte die Grenze dicht gemacht. In der Nacht öffnete Ungarn diese jedoch wieder, um sie in der Früh abermals zu schließen. In den folgenden Tagen wurde ein Lösung für Transitfahrten gefunden.

18. März, Mittwoch

Die Regierung will 38 Milliarden Euro für Wirtschaft zur Verfügung stellen, sagte am Mittwoch, den 18. März, Vizekanzler Werner Kogler. Diese Summe entspricht fast der Hälfte des österreichischen 82-Milliarden-Budgets für 2020, das Finanzminister Gernot Blümel am Mittwoch vorgelegt hatte und das aufgrund der gleichzeitig von der Bundesregierung zugesagten Wiederaufbau-Milliarden bereits Makulatur war. Einige der Milliarden wird der Staat, wenn alles halbwegs gut geht, zurückerhalten. Denn neun der 38 Milliarden entfallen auf Garantien und Haftungen, die, wenn wir Glück haben, niemals fällig werden. Zehn weitere Milliarden entfallen auf die Stundung von Steuern, die vielleicht später nachgezahlt werden. 15 Milliarden sind als "Notfallhilfe" für besonders betroffene Unternehmen und Branchen vorgesehen. Und vier Milliarden kostet das Wirtschaftspaket, das Bundesregierung und Parlament bereits am Sonntag, den 15. März, beschlossen haben.

19. März, Donnerstag

Am Donnerstag, 19. März, stellten die Austrian Airlines ihren Linienflugbetrieb komplett ein; am Mittwoch, 18. März hatte bereits die Wiener Ryanair-Tochter Laudamotion ihren Flugbetrieb in Wien eingestellt. Der letzte Flug der AUA war am Donnerstag um 8:02 Uhr OS 066 aus Chicago, USA, mit 132 Passagieren an Bord, in Wien gelandet.[11]

Von Montag, 16. März, bis Donnerstag, 19. März, gab es 97 500 Arbeitslose mehr.

20. März, Freitag

Am 20. März teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz mit, dass die österreichweit geltenden Ausgangsbeschränkungen um drei Wochen bis zum 13. April (Ostermontag) verlängert werden.

21. März, Samstag

Insgesamt waren bisher in Österreich über 18 545 Testungen bei 2 664 bestätigten Corona-Virus-Fälle durchgeführt worden (Stand 08:00 Uhr). In Österreich wurde je nach Bundesland unterschiedlich oft auf das Corona-Virus getestet, weswegen einige Experten die Aussagekraft der Angaben kritisieren, wie Ö1 Samstagfrüh berichtete. So habe es 5 700 Testungen bisher in Nordtirol gegeben, aber nur 3 500 Testungen in Wien – und das, obwohl Wien in etwa zweieinhalb Mal so viele Einwohner habe wie Tirol. Man habe also in Wien viermal weniger getestet.

22. März, Sonntag

Bis zum 22. März hatte es 16 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gegeben.

Zum Teil problematisch gestaltete sich die Rückholung der Österreicher aus dem Ausland: Zwar wurden bisher 3 500 Österreicher seit Beginn der Corona-Krise zurückgeholt, Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) rief jedoch jene, die noch nicht in der Heimat zurück sind, "zur höchsten Eile" auf. "Diese Notflüge wird es nicht zeitlich unbegrenzt geben können", warnte Schallenberg unter Hinweis auf bereits eingetretene Flugverbote wie etwa in Tunesien. Zudem hätten Österreicher "noch dieser Tage einen Flug ins Ausland angetreten", was "höchst fahrlässig" sei und an "Unvernunft" grenze.

Ihre Unvernunft zeigen vereinzelt auch Österreicher im Inland, indem sie "Corona-Partys" feiern oder anderweitig die Ausbreitung des Virus forcieren. Anzeigen nach dem Covid-19-Maßnahmengesetz gab es in österreichweit zu vermelden.

"Was bleibt sind zahlreiche Anzeigen und die Frage, ob das größte Problem der Menschheit wirklich das Coronavirus ist, oder doch die Dummheit Einzelner"

resümierte die Polizei Niederösterreich die Ereignisse der vergangenen Nacht auf ihrer Facebook-Seite.

23. bis 29. März


23. März, Montag

Seit dem Beginn der Ausgangsbeschränkungen gab es Montag bis Sonntag zusammengerechnet um 115 600 mehr registrierte Arbeitslose als noch am 15. März. 41 000 zusätzliche Arbeitslose gebe es im Bereich Gastronomie und Beherbergung, 14 000 am Bau und 11 000 aus dem Bereich sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen, hauptsächlich aus der Leiharbeitsbranche. Ende Februar gab es in Österreich fast 400 000 Personen ohne Job, Arbeitslose und Schulungsteilnehmer zusammengerechnet.

Medien meldeten eine Zunahme von 81 Prozent bei der Mobiltelefonnutzung. Und ORF-ZiB-Moderatoren zogen in Isolationsbereiche in den Landesstudios.

Österreichs größtes Frühlings- und Trachtenfest, das Gauderfest im Tiroler Zillertal, hätte vom 20. April bis zum 3. Mai stattgefunden, wurde aber heute abgesagt. Das Fest in Zell am Ziller, das jährlich rund 30 000 Besucher zählt, soll erst 2021 - von 28. April bis 2. Mai - wieder stattfinden, teilten die Verantwortlichen am Montag mit.

Im Vergleichszeitraum zum letzten Montag ergab sich eine Steigerungsrate der nachgewiesenen Infizierten von 24,26 Prozent.

24. März, Dienstag

Die Seefestspiele Mörbisch und die Oper im Steinbruch wurden abgesagt. Aus derzeitiger Sicht sei es nicht möglich, wie geplant Ende Mai mit den Proben zu beginnen. Viele Ensemble-Mitglieder der Produktionen seien international tätig und würden sich derzeit in Ländern aufhalten, die sich alle "in unterschiedlichen Stadien der Ausbreitung des Virus befinden", betonten die Kultur-Betriebe. Die Einschränkungen der persönlichen Reisetätigkeit und die derzeitige Lage in Österreich würden das gemeinsame Erarbeiten der Inszenierungen sowie andere Vorbereitungsarbeiten auf unbestimmte Zeit unmöglich machen.

Supermarktketten schütten Millionen an Dankes-Prämien aus. Sie wurden in der derzeitigen Corona-Krise als Helden gefeiert: Die Beschäftigten in den Supermarktketten. Nun winken ihnen Prämien. Der Salzburger Handelskonzern Spar hatte bereits gut drei Mio. Euro an die durch den ersten Riesenkundenansturm vorerst besonders getroffenen Mitarbeitergruppen ausgeschüttet. Auch bei Rewe (Billa, Merkur, Penny, Bipa) bekamen alle 40 000 Beschäftigten in den Filialen, Lagern und der Logistik in den nächsten Tagen einen "Danke-Bonus" auf ihre Mitarbeiterkarte aufgebucht. In Summe machte das Unternehmen dafür einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag locker.

Bisher hatten sich knapp 7 000 Arbeitskräfte beim vom Landwirtschaftsministerium gestarteten Portal "dielebensmittelhelfer.at" gemeldet. Über die am Freitag gestartete Online-Plattform hatten bereits mehr als 100 Betriebe ihren Arbeitskräftebedarf (Saisonarbeiter) angemeldet. Der Branchenverband für Obst und Gemüse ging aktuell von bis zu 5 000 fehlenden Arbeitskräften aus. Im Fleischsektor waren laut Landwirtschaftsministerium in Österreich rund 9 000 Arbeitskräfte aus den benachbarten Ländern beschäftigt, von denen ein hoher Anteil aufgrund der Coronavirus-Pandemie nicht mehr verfügbar sein wird. Gesucht wurden außerdem Personen mit Lkw- oder Stapler-Führerschein für den Logistikbereich.

25. März, Mittwoch

Es gab um 153 100 mehr Arbeitslose in Österreich seit 15. März. Mehr als 5 000 Österreicher im Ausland wurden schon mit 28 Sonderflügen in ihre Heimat zurückgebracht.

Rund elf Prozent der Covid-19-Erkrankten in Österreich waren heute in Spitälern betreut worden. Von den um 15:00 Uhr 5 560 bestätigten Fällen mussten 1,6 Prozent (rund 90 Personen) auf Intensivstationen behandelt werden. Weitere 9,75 Prozent (rund 540 Patienten) befanden sich auf einer Normalstation, teilte das Gesundheitsministerium am späten Nachmittag mit.

26. März, Donnerstag

5 888 Menschen waren heute (08.00 Uhr) mit dem Corona-Virus infiziert. Das bedeutete einen Anstieg um 606 Fälle in 24 Stunden und mit 11,5 Prozent das geringste prozentuelle Plus in den vergangenen zwei Wochen.

In China oder Italien wurden zur Eindämmung der COVID-19-Epidemie noch härtere Maßnahmen als derzeit in Österreich verhängt, etwa generelle Ausgehverbote oder weitgehende Betriebsschließungen. "Unsere Simulationsrechnungen zeigen allerdings ganz klar, dass ab einem gewissen Punkt eine weitere Verschärfung keinen spürbaren Nutzen mehr bringt", erklärte Niki Popper, Leiter des Forschungsteams von der Technischen Universität (TU) Wien und des TU-Spin-Offs dwh GmbH.

Für St. Anton am Arlberg und Sölden wurde die Komplettisolation durch das Land Tirol bis zum 13. April verlängert.

27. März, Freitag

Vom 15. bis zum 26. März ist die Arbeitslosigkeit in Österreich um rund 170 800 Personen angestiegen. Ende Februar waren rund 400 000 Personen in Österreich arbeitslos. Mit Stand 27. März waren in Österreich 1 071 Intensivbetten frei. Von mehr als 2 500 Beatmungsgeräten waren noch 908 verfügbar.

Bestätigte Covid-Fälle Stand 15:00 Uhr: 9 377 Fälle, 108 Todesopfer

Vbg Tirol Sbg Ktn Stmk Bgld Wien
616 2 205 855 1 535 1 533 261 958 179 1 235
Beatmungsgeräte in Österreich
BA = Anzahl der vorhandenen Beatmungsgeräte
nf = noch frei für Corona Patienten, Angaben in Prozenten
Tirol Sbg Ktn Bgld Öst Vbg Wien Stmk
BA 388 226 249 358 44 2 723 104 550 367 437
nf 74 70 69 63 52 43 29 26 19 16
Intensivbetten in Österreich
IB = Anzahl der vorhandenen Intensivbetten
nf = noch frei für Corona-Patienten, Angaben in Prozenten
Tirol Sbg Ktn Bgld Öst Vbg Wien Stmk
IB 211 154 173 303 66 2 159 47 340 489 376
nf 48 62 29 58 66 50 479 49 51 54

Quelle: Gesundheitsministerium, Salzburger Nachrichten, Stand 27. März 2020

28. März, Samstag

Das Gesundheitsministerium meldete mit Stand 15:00 Uhr 8 030 behördlich bestätigte Erkrankte und weiterhin 68 Todesopfer. Mit einer Erhöhung der Infektionszahlen um 8,06 Prozent wurde im 24-Stunden Vergleich aber das geringste prozentuelle Plus seit zwei Wochen verbucht.

Das von der österreichischen Regierung bereitgestellte Kurzarbeitsgeld stieg auf eine Milliarde Euro, Banken sicherten die Überbrückung.

Die Landjugend Seekirchen am Wallersee kündigt an das Ihr 70-jähriges Bestandsjubiläum das für den Mai 2020 geplant gewesen wäre, verschoben wird auf das Jahr 2021.

29. März, Sonntag

Die Zahl der Corona-Virus-Fälle in Österreich lag am heute Nachmittag (14 Uhr) bei 8 846. Davon mussten 931 Personen (Stand 10.00 Uhr) wegen der Lungenkrankheit Covid-19 in Spitälern behandelt werden, davon 187 auf Intensivstationen, berichtete das Gesundheitsministerium. 86 Menschen starben bisher an den Folgen einer Infektion, in Salzburg gab es den fünften Todesfall. Mindestens 479 Personen waren inzwischen wieder genesen. Bisher wurden in Österreich 46 441 Tests durchgeführt (Stand: Sonntag 08:00 Uhr). Im 24-Stunden-Vergleich der Zahlen – ebenfalls jeweils um 08:00 Uhr erfasst – legte die Zahl der Erkrankten bis Sonntagfrüh um 7,7 Prozent zu. Damit wurde die niedrigste tägliche Zuwachsrate in den vergangenen zwei Wochen erreicht. Am Samstag hatte dieser Wert eine Steigerung um 8,06 Prozent innerhalb von 24 Stunden gezeigt. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) will die täglichen Zuwachszahlen dauerhaft in den niedrigen einstelligen Bereich drücken, hatte er am Freitag, 27. März, bekräftigt.

839 Erkrankte befanden sich dem Krisenstab im Innenministerium zufolge am Samstag in einem Spital, davon 135 auf einer Intensivstation. Am Freitag hatten sich 800 Infizierte in Krankenhäusern befunden, davon 128 auf einer Intensivstation. Allerdings wurden am Samstag bereits 410 Personen als genesen ausgewiesen – um 185 mehr als am Freitag.

Corona-Virus bestätigte Neuinfektionen, täglicher Anstieg im Durchschnitt der letzten vier Tage
4. März 11. März 15. März 29. März
42,4 % 29,2 % 40,4 % 11,9 %

Rückholflugzeug brachte 71 Österreicher aus Peru zurück. Neben 71 Österreichern konnten Menschen aus 16 weiteren EU-Ländern und elf Drittstaaten die sichere Rückkehr nach Europa in der AUA-Maschine ermöglicht werden, stellte Außenminister Alexander Schallenberg fest. Der Notflug aus der peruanischen Hauptstadt war der mittlerweile 31. Repatriierungsflug im Zusammenhang mit der Corona-Virus-Pandemie. Bisher wurden – die Maschine aus Lima mit eingerechnet – rund 5 600 Menschen sicher zurück nach Österreich gebracht. Für die kommenden Tage waren weitere Heimholflüge aus Indonesien, Malaysia, von den Philippinen, aus Vietnam, Chile, Argentinien und Australien geplant.

Die mehrheitlich private WESTbahn drängte wegen eines massiven Umsatzeinbruchs in der Corona-Krise auf rasche Staatshilfen. Die Einnahmen seien um mehr als 90 Prozent gesunken, sagte WESTbahn-Chef Erich Forster im "Kurier" (Samstagsausgabe). Trotz Einsparungen und Kurzarbeit habe die Westbahn einen täglichen Verlust von 110.000 Euro, im Monat über drei Millionen Euro. Der fehlende Umsatz treffe die Westbahn viel härter als die ÖBB, weil sie nicht mit Leistungsbestellungen für Nahverkehr aus öffentlichen Geldern ausgestattet sei. Die WESTbahn nutze die Kurzarbeit: Von den Crews seien 90 Prozent in Kurzarbeit, von den Lokführern 70 Prozent. Der Verkehr auf der Weststrecke sei ausgedünnt worden, werde aber aufrechterhalten.

30. März bis 5. April


30. März, Montag

Ab Mittwoch, 1. April, sollen in den Supermärkten Masken gegen Gebühr (?) für all jene ausgehändigt werden, die einkaufen gehen. Sie haben einen Wirkungszeitraum von vier Stunden. Zum weiteren Fahrplan der Normalisierung des Alltags: Schulen und Universitäten sollen in jedem Fall erst nach den Geschäfte geöffnet werden. "Die Verdoppelungsrate bei den Erkrankungsfällen habe sich zwar von 2,5 Tage vor drei Wochen auf aktuell 5,9 Tage erhöht. Doch auch das ist noch zu hoch." sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bei der Pressekonferenz der Regierung.

Die alles entscheidende Größe in der Epidemie ist der Replikationsfaktor 'R0'. Dieser gibt darüber Auskunft, wie viele Personen ein Infizierter im Durchschnitt wieder ansteckt. Ist der Replikationsfaktor kleiner als eins, klingt die Epidemie rasch ab, ist er größer als eins, verbreitet sich die Krankheit unweigerlich mit exponentieller Geschwindigkeit. Unter der realistischen Annahme eines Replikationsfaktors von 1,7 werde unser Gesundheitssystem Mitte April zusammenbrechen, betonen die Experten. Um dies zu verhindern, bleibe kaum Zeit. Im Fall von Covid-19 entspricht ein Replikationsfaktor von eins einem täglichen Zuwachs von etwa sieben Prozent – liegt der Zuwachs höher komme es zu einer exponentiellen Ausbreitung. Die derzeitige tägliche Zuwachsrate der Infizierten in Österreich wird von den Experten auf 14 Prozent geschätzt, am Anfang der Epidemie lag sie bei 30 Prozent.

31. März, Dienstag

Verstorbene in Österreich waren im Schnitt 80 Jahre alt.

Die Zahl der Infizierten in Tirol war erstmals rückläufig. Der Grund dafür dürfte darin gelegen sein, dass die Zahl jener, die pro Tag genesen, mittlerweile die Anzahl an Neuinfektionen übersteigt.

Die Sommerfestspiele im Tiroler Erl, die von 9. Juli bis 2. August 2020 eingeplant waren, waren heute Abend von Festspielpräsident Hans Peter Haselsteiner abgesagt worden.

An den Schulen wird es im April "realistisch gesehen" keinen regulären Betrieb geben. Das kündigte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) bei einer Pressekonferenz an.

1. April, Mittwoch

55 863 Personen waren in Österreich bisher auf SARS-CoV-2 getestet worden (Stand heute 08:00 Uhr). 40 Labors stünden für Testverfahren auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 zur Verfügung, 15 000 bis 17 000 Testungen täglich sind möglich.

Die Corona-Virus-Pandemie hatte die Arbeitslosenzahlen in Österreich auf einen historischen Höchststand seit 1946 nach oben schnellen lassen. Ende März gab es im Vergleich zum Vorjahresmonat um 52,5 Prozent mehr Personen ohne Job. Arbeitslose und Schulungsteilnehmer zusammengerechnet waren 562 522 (+193 543) ohne Beschäftigung. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition stieg um 4,7 Prozentpunkte auf 12,2 Prozent. Bisher gab es 12 596 Kurzarbeitsanträge, die rund 250 000 Arbeitsplätze sichern, sagte Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) heute in einer Pressekonferenz.

Laudamotion hatte vorige Woche alle 550 Mitarbeiter zur Kündigung angemeldet. Kurzarbeit war wegen eines seit langem bestehenden Streits um die Anerkennung des Laudamotion-Betriebsrats bisher nicht zustandegekommen. Der Antrag auf Kurzarbeit für die Crews der Ryanair-Tochter Laudamotion hing weiter in der Luft. Ein heute anberaumter Anhörungstermin zum Kurzarbeitsantrag fand ohne dem Management der Fluggesellschaft statt.

Die Grippewelle in Österreich ebbte endlich ab. Waren in der vergangenen Woche noch 112 000 Menschen an Influenza erkrankt, zählte die AGES in dieser Woche nur mehr 59 000 Grippe-Patienten.

In einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit" laut Vorausmeldung vom Mittwoch hatte sich Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) für Einschränkungen bei den Dividendenzahlungen ausgesprochen für Firmen, die Staatshilfen – beispielsweise über Kurzarbeit – beziehen.

3. April, Freitag

In Oberösterreich benötigen nach Schätzung des Landes akut ca. 100 Personen Ersatz für ihre bisherige 24-Stunden-Pflege, rund weitere 500 voraussichtlich in den kommenden zwei bis vier Wochen.

Das Land Burgenland hat heute das Betreten von Seebädern, Seehütten, Stegen und Hafenanlagen verboten.

Angesichts der Corona-Virus-Pandemie dürfen die Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen bis einschließlich 24. April nicht aufsperren.

Das Abholen vorbestellter Speisen in Lokalen ist nun offiziell geregelt und erlaubt.

47 Prozent vermissen den Einkauf in Geschäften

Nach Unstimmigkeiten innerhalb des Handels haben heute Nachmittag die großen Lebensmittelhandelsketten Rewe, Spar, Hofer, Lidl und Metro bekannt gegeben, dass sie ab Karsamstag (11. April) den Verkauf ihres Non-Food-Sortimentes einschränken. Weiterhin verkauft werden Spielsachen. Auf der Streichliste stehen dafür Fernseher, Computer, große Haushaltsgeräte, Fahrräder, Möbel, Heimwerker-Großgeräte, Gartenmöbel, Sport- und Babybekleidung, Poolzubehör und Fitness-Großgeräte. Die beteiligten Händler sprechen von einem "Solidaritätsakt".

Ein Passagier-Flugzeug der Austrian Airlines hat Freitagfrüh 13 Tonnen Schutzkleidung für oberösterreichische Spitäler und sonstige Einrichtungen der kritischen Infrastruktur im Bundesland aus Shanghai nach Österreich gebracht. Die aus 500 000 OP-Masken, 50 000 Face-Shields, 50 000 FFP 2-Masken, 15 000 Schutz-Overalls und einer halben Million Handschuhe bestehende Fracht wurde nach der Landung in Wien auf Lkw verladen und sollte im Lauf des Tages in Oberösterreich eintreffen.

Die Tiroler Berge werden im Zuge des Covid-19-Maßnahmengesetzes verstärkt überwacht. Die Alpin- und Flugpolizei werde alpines Gelände kontrollieren, um Bergwanderungen oder Skitouren zu unterbinden, hieß es seitens der Tiroler Polizei.

Die Tankstellenbetreiber spüren weiterhin massiv den "Shutdown" durch die Corona-Krise. Kurzarbeit und Kündigungen sind auch hier die Folge. Die Obfrau der Tankstellenbetreiber in Kärnten, Iris Kraiger, beziffert den Umsatzrückgang beim Treibstoff seit Mitte März mit 70 und 80 Prozent. Der Shopumsatz bzw. die Nebengeschäfte sind teilweise komplett eingebrochen, sagte sie zu "orf.at".

4. April, Samstag

Ein Oster-Erlass zur Corona-Krise soll großen Festen in den eigenen vier Wänden einen Strich durch die Rechnung machen. Rechtzeitig vor den Feiertagen veranlasste das Gesundheitsministerium, dass sich nicht mehr als fünf Personen, die nicht in einem gemeinsamen Haushalt leben, versammeln dürfen. Kritik kam nicht nur aus der Opposition, auch für Verfassungsexperten ist dies nicht haltbar. Der Erlass des Gesundheitsministeriums erging bereits am 2. April an die Landeshauptleute. Diese sollen die Bezirksverwaltungsbehörden anweisen, private Zusammenkünfte bis auf Weiteres zu untersagen. Konkret heißt es darin dass "sämtliche Zusammenkünfte in einem geschlossenen Raum, an denen mehr als fünf Personen teilnehmen, die nicht im selben Haushalt leben, ab Erhalt dieses Erlasses bis auf Weiteres zu untersagen" sind. Das Problem, das sich etwa für den Verfassungsjuristen Bernd-Christian Funk nun stellt: Das Epidemiegesetz, auf das sich der Erlass bezieht, sieht gar keinen Eingriff in den Privatbereich vor. Geregelt werden darin, konkret in Paragraf 15, lediglich öffentliche Veranstaltungen.[12]

Der Erlass des Gesundheitsministeriums, wonach vor allem im Hinblick auf Ostern Zusammenkünfte im Privatbereich beschränkt werden, ist für Verfassungsrechtler Bernd-Christian Funk mehr als fragwürdig. "Das geht zu weit", sagte er im Gespräch mit der APA. Es gebe keine gesetzliche Grundlage dafür - auch nicht das Epidemiegesetz, das sich lediglich auf öffentliche Veranstaltungen bezieht. Wörtlich besagt das Epidemiegesetz: "Die Bezirksverwaltungsbehörde hat Veranstaltungen, die ein Zusammenströmen größerer Menschenmengen mit sich bringen, zu untersagen, sofern und solange dies im Hinblick auf Art und Umfang des Auftretens einer meldepflichtigen Erkrankung zum Schutz vor deren Weiterverbreitung unbedingt erforderlich ist."

In Österreich waren mit Stand Samstag, 10:30 Uhr, 11 781 Menschen am Coronavirus SARS-CoV-2 erkrankt. 186 Menschen hatten Covid-19 nicht überlebt, 2 507 hatten sich hingegen bereits wieder von der Erkrankung erholt, teilte das Innenministerium mit. 1 071 Menschen waren wegen einer Covid-19-Erkrankung in Spitalsbehandlung, davon wie am Freitag 245 auf Intensivstationen.

In Form von Corona-Virus werden Süßigkeiten auf den Markt gebracht.

AGES
Ischgl-Kellnerin am 8. März positiv getestet

Nach dem Zahlen-Chaos vom Vortag hat sich die AGES am Freitag um weitere Aufklärung in der Ischgl-Causa bemüht. Bei jener einheimischen Kellnerin aus dem Wintersportort, die als erster gesicherter Corona-Fall in Tirol gilt, wurde demnach ein Beginn der Erkrankung am 8. Februar ermittelt. Ihr positiver Test erfolgte am 8. März.

6. bis 12. April


6. April, Montag, Karwoche
  • 12 083 Österreicher mit dem Corona-Virus infiziert, 220 Personen an Covid-19 verstorben (Stand Montag, 6. April, 13.00 Uhr)
  • Kleine Geschäfte sollen mit 14. April öffnen, größere mit Mai
  • Schulen bleiben bis Mitte Mai geschlossen, Matura findet unter Vorkehrungen statt,
  • Ausgangsbeschränkung bis Ende April, keine Veranstaltungen bis Ende Juni
  • Bundeskanzler Kurz vermutet "Durchseuchung" bei einem Prozent der Bevölkerung
  • Ab heute gilt die Schutzmasken-Pflicht bei Besuch von Super- und Drogeriemärkte
  • Mund/Nasen-Schutz ist ab Ostermontag, 13. April, auch in öffentlichen Verkehrsmitteln zu tragen
  • Oster-Erlass wurd zurückgezogene - "nicht erforderlich"

Es sei erstaunlich, wie mit den Maßnahmen zur sozialen Distanzierung die Entwicklung der Covid-19-Fallzahlen gebremst wurde, nun müsse man aber sehr aufpassen, dass es nicht zu einem "Rebound", also Rückschlag, kommt. Das war der Tenor eines heute von der Uni Linz durchgeführten Expertengesprächs. Trotz der bisherigen Erfolge "könnten wir wieder an den Startpunkt kommen", sagte Niki Popper.

7. April, Dienstag, Karwoche

Heute war ein weiterer Rückgang der aktiven Erkrankungen - die Infektionen mit SARS-CoV-2 abzüglich der Genesungen und der Todesfälle - verzeichnet worden. Den vierten Tag in Folge ist dieser signifikante Faktor in der 24-Stunden-Schau gesunken, diesmal um 3,4 Prozent auf 8 043 Fälle. Am vergangenen Freitag hatte es noch fast 9 000 aktive Erkrankungen gegeben. 243 Personen waren bisher an Covid-19 verstorben (Stand heute 09:30 Uhr).

Nach rund drei Wochen Aufenthalt in der Innsbrucker Klinik hat es ein 95-jähriger Patient am Dienstag geschafft: Er überstand eine Corona-Infektion und konnte nun gesund entlassen werden.

8. April, (Mittwoch, Karwoche

Von ursprünglich 47 000 Österreichern, die sich zu Beginn des Ausbruchs der Pandemie im Ausland aufgehalten haben, sind noch 3 500 übrig. Von ihnen wollen nur rund 1 000 auch tatsächlich zurück in ihre Heimat, wie Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) mitteilte. Die verbleibenden 1 000 registrierten Reisende aus Österreich sind quer über den Globus verstreut - in 84 Ländern, teilweise in Klein- oder Kleinstgruppen.

9. April, Gründonnerstag

Wegen einer neuen Notstands-Verordnung können 306 Altenbetreuerinnen nicht von Rumänien nach Österreich einfliegen. Das berichtete das "Profil" am Donnerstag. Zudem könnten jene Pflegerinnen, die seit Wochen Sonderschichten in Österreich einlegen, nicht nach Rumänien zurückfliegen. Grund dafür sei die Verordnung, wonach medizinisches und soziales Fachpersonal nicht das Land verlassen darf.

10. April, Karfreitag
Gesundheitsminister Anschober
"Der erste Kraftakt ist geschafft"

Die Corona-Infektionen verdoppeln sich nur noch alle 29 Tage.

Corona-Stichprobentest offenbart Dunkelziffer
Bis zu 67 400 Infizierte in Österreich

Der Stichprobentest unter 1 544 Österreichern zeigt: Die Dunkelziffer der Covid-19-Infizierten ist deutlich höher als die offiziell bestätigte Fallzahl. Das Sozialforschungsinstitut SORA stellte zusammen mit Wissenschaftsminister Heinz Faßmann (ÖVP) am Freitagmorgen die Ergebnisse vor. Im Zeitraum zwischen dem 1. und 6. April waren 28 500 Personen in Österreich außerhalb der Spitäler infiziert, so das Ergebnis der Studie. Das sind 0,33 Prozent der Gesamtbevölkerung. Die Schwankungsbreite liegt bei 0,12 bis 0,76 Prozent. In tatsächlichen Zahlen könnten daher bis zu 67 400 Österreicher mit dem Coronavirus infiziert gewesen sein. Zu diesem Zeitpunkt waren jedoch nur 8 500 Covid-19-Fälle offiziell bestätigt.

Letzter Rückholflug der AUA aus Neuseeland in Wien angekommen

Auf dem Flughafen Wien in Schwechat ist am Freitagvormittag der vorerst letzte der vom Außenministerium organisierten Repatriierungsflüge angekommen. Die Boeing 777 der Austrian Airlines kam aus Neuseeland, wo zuvor noch nie eine AUA-Maschine gelandet war. An Bord waren 288 Passagiere. Flug OS 1024 war der 39. vom Außenministerium organisierte Repatriierungsflug. 7 500 Personen wurden dadurch bisher zurück nach Österreich gebracht.

Bisher rund 600 positive SARS-CoV-2-Tests in Pflegeheimen.

Ausgangsbeschränkung verlängert - Maskenpflicht in Öffis
  • Verlängerung der Ausgangsbeschränkungen bis Ende April
  • Neben Begräbnissen sollen künftig auch Hochzeiten nur im engsten Familienkreis stattfinden (derzeit bis Ende Juni so geplant)
  • Ab Dienstag nach Ostern, 14. April müssen sie auch in öffentlichen Verkehrsmitteln und generell beim Einkauf getragen werden.
  • Ab 14. April dürfen Baumärkte, Pfandleihen, Edelmetallhandel und sonstige Geschäfte mit maximal 400 m2 wieder aufsperren. Die Öffnungszeit bleibt mit 07:40 bis 19:00 Uhr beschränkt, Einkaufszentren bleiben zu.

Gesundheitskontrollen auf alle Nachbarländer ausgeweitet. Bei der Einreise muss demnach durch ein ärztliches Zeugnis bestätigt werden, dass keine SARS-CoV-2-Infektion vorliegt. Alternativ ist für Österreicher und Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt in Österreich auch eine 14-tägige Heimquarantäne möglich. Auch die Durchreise ist (ohne Zwischenstopp) erlaubt. Weiterhin zulässig ist u. a. auch der Güterverkehr.

11. April, Karsamstag
Weniger Intensivpatienten und aktive Erkrankungen in Österreich

Nach bisher 13 672 positiven Tests auf das Coronavirus, wurden am Karsamstag (Stand 09:30 Uhr) 6 604 dieser Personen, also knapp die Hälfte, wieder als genesen gemeldet. 337 Menschen sind bisher mit oder an einer Covid-19-Erkrankung verstorben, geht aus den Zahlen von Innen- und Gesundheitsministerium hervor. Mit 6 731 aktiven Fällen im 24-Stunden-Vergleich ist ein Rückgang von rund vier Prozent erfolgt. Die 337 Todesopfer bedeuteten einen Anstieg um 18 Verstorbene gegenüber Freitag. 73 Todesfälle gab es bisher in der Steiermark, 72 in Wien, 62 in Tirol und 60 in Niederösterreich. Oberösterreich meldete 29 Tote, Salzburg 24, Vorarlberg sieben, Kärnten fünf und das Burgenland fünf. Die Zahl der Covid-19-Spitalspatienten blieb fast konstant. 1 036 Personen sind aufgrund des Corona-Virus in krankenhäuslicher Behandlung, womit deren Zahl im Vergleich zu Karfreitag um vier gestiegen ist. 246 und damit 15 Personen weniger als am Freitag befanden sich davon auf einer Intensivstation.

12. April, Ostersonntag

Kardinal Schönborn feierte Osterhochamt in beinahe leerem Stephansdom.

Die Hälfte der 14 000 infizierten Österreicher waren wieder genesen.

13. bis 19. April


13. April, Ostermontag
Todeszahlen
USA 22 108
Italien 19 901
Spanien 16 972
Frankreich 14 393
Großbritannien 10 612
Deutschland 2 799
Österreich 350

Mit Montag 13. April, Mitternacht tritt die Verordnung des Landes betreffend Beherbergungsbetriebe außer Kraft. Bundesminister Rudolf Anschober hat eine bundesweite Verordnung kundgemacht, die das Betreten von Beherbergungsbetrieben zum Zweck der Erholung und Freizeitgestaltung untersagt und die ab Dienstag auch in Salzburg gilt und vorerst bis 24. April in Kraft steht. Ausgenommen davon ist zum Beispiel die Stillung eines dringenden Wohnbedürfnis oder die Nächtigung für berufliche Zwecke. Die Vermietung zu touristischen Zwecken via Onlineplattformen (zum Beispiel Airbnb) ist daher nicht erlaubt, denn auch in diesen Fällen handelt es sich um eine entgeltliche oder unentgeltliche Unterbringung von Gästen zu vorübergehendem Aufenthalt (gilt somit als Unterkunftsstätte). Die Nutzung von Zweitwohnsitzen ist den Besitzern gestattet, eine Vermietung an Gäste kommt nicht in Frage.

Seit dem Inkrafttreten des Covid-19-Maßnahmengesetzes am 16. März wurden bisher 23 837 Menschen wegen Missachtung der Bestimmungen angezeigt. Bis vergangenen Montag waren es 17 417. In der Karwoche kamen somit 6 420 Anzeigen dazu. Die weitaus meisten Verstöße gibt es in den Ballungsräumen. Auf Wien entfallen allein etwa 8 000 Anzeigen.

14. April, Dienstag

Bundesgärten wieder geöffnet - Andrang vorerst überschaubar

17. April, Freitag

Vizekanzler Werner Kogler und Staatssekretärin Ulrike Lunacek hatten heute in ihrer Pressekonferenz über Lockerungen für die Kulturbranche infolge der Corona-Krise gesprochen. Gute Nachrichten gibt es für Museen, Bibliotheken und Büchereien: Sie dürfen ab Mitte Mai öffnen. Großveranstaltungen im Sommer erteilte die Regierung jedoch eine Absage. Die Abhaltung der Salzburger Festspiele stand somit weiterhin an der Kippe. Kogler stellte aber in Aussicht, dass ab 1. Juli Freiluftkinos sowie kleinere Veranstaltung wieder möglich sein können. Kinos wollen zum derzeitigen Stand erst Ende August, Anfang September wieder ihre Säle öffnen.

Österreich-Radrundfahrt heuer abgesagt.

20. bis 26. April

20. April, Montag
Lange Schlangen vor McDonald's-Filialen

Am ersten Tag nach der Wiedereröffnung der "McDrive"-Abholstraßen der Fastfood-Kette McDonald's bildeten sich im ganzen Land regelrechte Staus. Die Lust auf Burger muss groß sein...

Schon fast 900 000 Arbeitnehmer von Kurzarbeit betroffen.

Statistik Austria registriert Zuwächse bei Sterbefällen ab Mitte März

Die Statistik Austria hat in der Woche ab 16. März eine Zunahme der Sterbefälle in der Altersgruppe ab 65 Jahre vermerkt. Wie sie am Montag berichtete, lag die Sterberate in Österreich von 16. bis 22. März in diesem Segment 16,9 Prozent über dem durchschnittlichen Wert der Jahre 2016 bis 2019. In der Altersgruppe unter 65 Jahre starben in diesem Zeitraum 11,4 Prozent mehr Personen. Ab 16. März traten die Ausgangsbeschränkungen der Regierung in der Coronakrise in Kraft

21. April, Dienstag

In der täglichen Pressekonferenz sagte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP), die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit blieben bis Ende April aufrecht. Wegen Übertretungen der Ausgangsbeschränkungen hat es seinen Angaben nach bisher 28 000 Anzeigen und 2 270 Organstrafmandate gegeben.

23. April, Donnerstag

Die Quarantäne über das Tiroler Paznauntal und die Gemeinden St. Anton am Arlberg und Sölden wird mit Donnerstag aufgehoben.

26. April, Sonntag
Ein Infizierter steckt in Österreich nur mehr 0,63 Personen an

Die effektive Reproduktionszahl betrug nur noch 0,63 (Stand 21. April). Die Experten hatten die "epidemiologischen Kennzahlen der Entwicklung des Covid-19-Ausbruchs unter Verwendung des Labordiagnose-Datums für den Zeitraum 9. April bis 21. April", berechnet. Die Datenbasis bezog sich auf 1 777 diagnostizierte Fälle in der genannten Zeitperiode in Österreich. Am 12. März war die geschätzte effektive Reproduktionszahl des Virus noch zwischen 3,5 und 4,0 gelegen. Das bedeutet, dass zur stärksten Zeit der Virusverbreitung eine angesteckte Person statistisch mehr als 3,5 weitere Menschen infizierte. Die Zahl nahm danach jedoch ständig ab. Am 1. April betrug die effektive Reproduktionszahl nur noch 1,14. Ab 5. April lag sie unter der Marke von 1, die für die Überwindung der Covid-19-Pandemie notwendig wäre.

26. April bis 3. Mai


27. April, Montag

Geplanter Formel 1-Auftakt in Österreich am 5. Juli.

1. Mai, Freitag

Ab 1. Mai öffneten wieder alle Geschäfte, aber auch Dienstleister wie Frisör- und Kosmetikbetriebe und es galten auch neue Regeln bei den Ausgangsbeschränkungen. Ab 1. Mai durften Menschen in Österreich wieder ausgehen wie gewohnt - wenn auch unter Einhaltung des Ein-Meter-Abstandes bei Personen, die nicht im gleichen Haushalt leben. Die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften blieb bestehen. Auch Versammlungen wurden wieder erlaubt, wenngleich mit einer Höchstzahl an zehn Besuchern. An Begräbnissen durften bis zu 30 Personen teilnehmen.

Mai 2020


15. Mai

Ab 15. Mai durften die Restaurants und sonstige Gastronomiebetriebe wieder aufsperren. Pro Tisch werden nur vier Erwachsene plus die dazugehörigen Kinder sitzen dürfen. Zwischen den einzelnen Gästegruppen muss ein Mindestabstand von einem Meter eingehalten werden. Mitarbeiter mit Kundenkontakt (also Kellnerinnen und Kellner) müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Die Öffnungszeiten werden auf 06 bis 23 Uhr beschränkt. Es wird keine freie Platzwahl geben, die Tische - die im Idealfall vorreserviert wurden - werden vom Personal zugeteilt. Die Regelungen galten vorerst bis Ende Juni. Wobei sich die Regierung vorbehielt, die "Notbremse" zu ziehen, sollten die Ansteckungsraten wieder nach oben schnellen.

Ab 15. Mai fanden auch wieder Gottesdienste statt, der Schulbetrieb wurde nach Angaben des Bundeskanzlers stufenweise wieder hinaufgefahren und Museen und Archive öffneten wieder.

Am heutigen Tag teilte Vizekanzler Kogler den weiteren Fahrplan für die nächsten Monate mit (siehe Einträge ab hier).

Aber die Bregenzer Festspiele mussten heute abgesagt werden. Aufgrund der Vorschriften, wie viele Personen in geschlossenen Räumen sein dürfen, wäre eine Durchführung unter diesen Bedingungen finanziell ein Verlustgeschäft.

29. Mai

Beherbergungsbetriebe durften ab 29. Mai wieder aufsperren und sowohl Veranstaltungen in Räumen als auch im Freien bis zu 100 Personen waren möglich. Auch Proben, Filmaufnahmen und sonstiger Bühnenbetrieb wurde wieder möglich.

Juni 2020


 
Grenzöffnungen ab 4. Juni 2020, ausgenommen zu Italien.
3. Juni, Mittwoch

Heute gab die Bundesregierung die Öffnung der Grenzen zu den Nachbarländern, mit Ausnahme zu Italien, bekannt.

4. Juni, Donnerstag

Ab heute, [[4. Juni], wurden die coronabedingten Grenz- und Gesundheitskontrollen gegenüber Deutschland, Liechtenstein, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn eingestellt. Für diese Länder gelte die Vor-Corona-Situation - es gebe keine Quarantäne oder Test-Erfordernisse bei der Einreise nach Österreich, informierte Außenminister Schallenberg. Zu Italien blieben die Beschränkungen derzeit bestehen, nächste Woche solle die nächste Evaluierung erfolgen.

Ab heute bis spätestens 8. Juni wurden bereits 800 der 1 400 eingezogenen Milizsoldaten wieder nach Hause geschickt, darunter alle Salzburger. Nachdem die Bundesregierung am 3. Juni die Öffnung der Grenzen zu allen Nachbarländern (mit Ausnahme Italiens) verkündete, wurde in Salzburg der Einsatz der Miliz an der Grenze zu Bayern beendet bzw. "ruhend gestellt". Noch in der Nacht auf Donnerstag kehrten die 105 Milizsoldaten in die Schwarzenbergkaserne zurück.

16. Juni, Dienstag

Österreich hob Reisebeschränkungen für 31 Länder auf - Schweden, Großbritannien, Spanien und Portugal zählten nicht dazu, aber das bis heute gesperrte Italien konnte wieder bereist werden.

29. Juni, Montag

Die Zahl der in Österreich aktiv Erkrankten ist zuletzt wieder deutlich angestiegen. Nachdem diese vor zwei Wochen bereits unter 400 lag, ist sie heute auf exakt 600 hinaufgegangen. Zuletzt wurden von Gesundheits- und Innenministerium 69 Neuinfektionen für ein 24-Stunden-Fenster gemeldet, wovon Oberösterreich mit 39 klar mehr als die Hälfte stellte. Es folgten Wien (12), Niederösterreich (8), Salzburg und Steiermark (je 3), Burgenland und Tirol (je 2). Nur Kärnten und Vorarlberg vermeldeten keine Neuinfizierten.

30. Juni, Dienstag

Die Zahl der in Österreich aktiv Erkrankten war zuletzt wieder deutlich angestiegen. Nachdem diese vor zwei Wochen bereits unter 400 lag, war sie am Montag auf exakt 600 hinaufgegangen.

Juli 2020


1. Juli, Mittwoch

Ab 1. Juli waren Kunst- und Kulturveranstaltungen bis 250 Personen erlaubt. Gleichzeitig durften Kinos wieder öffnen. Weiters war jeder Sport - auch in der Gruppe - wieder erlaubt. Die Maskenpflicht für Kellner fiel ebenso wie die Sperrstunde für Veranstaltungen bis 100 Personen. Ab September sollen unter bestimmten Voraussetzungen Events im Freien mit bis zu 10 000 und drinnen mit bis zu 5 000 Teilnehmern wieder möglich sein.

Schlechtere Corona-Infektionszahlen am Westbalkan führten nun - mitten in der Urlaubszeit - zur Reisewarnung von Österreich für sechs Staaten. Auch in Österreich selbst hatte es erstmals seit Wochen wieder eine dreistellige Zuwachsrate bei den Neuinfektionen gegeben. Denn in sämtlichen sechs Staaten des Westbalkans sind die Covid-19-Infektionszahlen in den vergangenen Tagen drastisch angestiegen. Laut der aktuellen Statistik der Johns Hopkins Universität (USA), auf deren Zahlen sich auch das heimische Gesundheitsministerium bezieht, verzeichnet der Kosovo aktuell 500 bis 700 Neuinfektionen pro Tag. In Bosnien sind es 400, in Serbien knapp 300. In Nordmazedonien sind es 175, in Albanien fast 80, in Montenegro annähernd 50.[13]

6. Juli, Montag
Erstmals seit dem 19. Mai gab es in Österreich wieder mehr als 1 000 mit dem Corona-Virus SARS-COV-2 infizierte Menschen.

Nach den am Montag veröffentlichten Zahlen des Innenministeriums waren 1 012 Menschen aktiv an Covid-19 erkrankt. Insgesamt gab es in Österreich bisher 18 365 positive Testergebnisse, 706 sind bisher an oder mit Covid-19 gestorben, 16 647 waren wieder genesen. Derzeit befanden sich 78 Menschen aufgrund des Corona-Virus in krankenhäuslicher Behandlung, davon zehn auf Intensivstationen. Gegenüber Sonntag waren 85 Infektionen hinzugekommen, die weitaus meisten erneut in Oberösterreich mit 57. Wien folgte an zweiter Stelle mit 21. Fünf gab es in Niederösterreich, je einen in Salzburg und der Steiermark. In den anderen Bundesländern wurden keine weiteren Fälle registriert.

Die Infektions-Fälle in oberösterreichischen Fleischverarbeitungsbetrieben und Schlachthöfen wurden bei einem Screening gefunden, wie Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Montag bekannt gab. Die Gesundheitsbehörden hatten nun ein österreichweites Screening-Programm für den Corona-Virus gestartet. Demnach waren 25 000 bis 30 000 freiwillige Tests pro Woche möglich. Dafür waren 240 Millionen Euro bis Jahresende vorgesehen.[14]

9. Juli, Donnerstag

Im gesamten öffentlichen Raum - in Schulen, in der Gastronomie wie in Dienstleistungsbetrieben - galt in Oberösterreich ab heute wieder die Maskenpflicht. Auch bei öffentlichen Veranstaltungen im Freien war ein Mund-Nasen-Schutz wieder zu tragen. Es war das eingetreten, was viele prophezeit hatten - dass nach Lockerungen der Maßnahmen wieder ein Anstieg an Coronainfektionen zu verzeichnen sein wird. Besonders betroffen war das Bundesland Oberösterreich. 473 Personen waren aktuell infiziert. Der Reproduktionsfaktor lag im Land derzeit bei zwei, das Ziel sei unter eins, sagte der Landeshauptmann am Dienstag, 7. Juli, bei einer Pressekonferenz.

12. Juli, Sonntag

Die Zahl von neuen Infektionsfällen mit dem Corona-Virus war in Österreich binnen 24 Stunden wieder um mehr als 100 Betroffene gestiegen. Laut Innenministerium sind mit Stand 09:30 Uhr 114 neue Personen positiv auf Covid-19 getestet worden. Die meisten davon in Oberösterreich. Bisher gab es in Österreich 18 897 positive Testergebnisse. Mit Stand Sonntagvormittag waren österreichweit 708 Personen an den Folgen des Corona-Virus verstorben und 16 952 wieder genesen. Somit gab es in ganz Österreich 1 237 aktuell erkrankte Personen. Davon befanden sich 83 Personen aufgrund des Corona-Virus in krankenhäuslicher Behandlung, zehn davon auf Intensivstationen.

22. Juli, Mittwoch

Corona-Tests reichten für Rückkehrer aus Risikoländern nicht mehr - 14 Tage Quarantäne wurrden Pflicht. Die Regierung wollte damit vor allem Reisen auf den Balkan verhindern. Hunderttausende Bürger waren betroffen. Für Reisende aus diesen Ländern wurde auf jeden Fall eine 14-tägige Heimquarantäne angeordnet. Diese galt auch, wenn ein negativer Coronatest (PCR-Test) vorlag. Ein Test musste bei der Einreise aber auf jeden Fall gemacht werden und durfte höchstens 72 Stunden alt sein. Es gab in begründbaren Fällen allerdings die Möglichkeit, diesen innerhalb von 48 Stunden nachzuholen.

August 2020


1. August

Ab 1. August durften Veranstaltungen bis zu 500 Personen stattfinden. Für 500 bis 1 000 Personen waren Events nur mit speziellen Sicherheitsvorkehrungen möglich. Hygienemaßnahmen und Regeln bezüglich Einlass und Verhaltensregeln sollen noch vorgelegt werden.

Sonstige Ereignisse in Österreich

Autokino in Groß-Enzersdorf plant Neustart

21. April. Das Autokino Wien in Groß-Enzersdorf (Bezirk Gänserndorf) plant einen Neustart. Laut der Website www.autokino.at wird "auf Hochtouren auf eine möglichst baldige Eröffnung hingearbeitet". Aufgrund der aktuellen Covid-19-Situation sei die Idee entstanden, den Menschen wieder sicheren Freizeitspaß zu bieten. Hinter dem Vorhaben stehen zwei junge Männer. Die Idee zur Wiederbelebung des Anfang 2015 in die Insolvenz geschlitterten Autokinos sei vor wenigen Wochen entstanden, sagte Markus Cepuder am Dienstag im Gespräch mit der APA.

Schneekanone soll große Flächen desinfizieren

10. April. Das Tiroler Entsorgungsunternehmen DAKA will mit Hilfe einer adaptierten Schneekanone in Zukunft größere Flächen und Räume desinfizieren. Denkbar sei der Einsatz etwa in Produktionshallen, Stadien, Bahnhöfen, Flugplätzen oder Veranstaltungshallen. Am 31. März wurde durch einen Erlass des Gesundheitsministeriums die Grundlage für diese unorthodoxe Maßnahme geschaffen. Laut dieser sind ab dem 6. April beispielsweise Flächen und Vorrichtungen, die regelmäßig von Kunden berührt werden, regelmäßig zu reinigen und zu desinfizieren. Mit Wasserstoffperoxid beladene und schwenkbare Schneekanonen mit einer Wurfweite von bis zu fünfzig Meter sollen Erleichterung bringen.

Auto-Neuzulassungen massiv eingebrochen

9. April. Im März wurden in Österreich um zwei Drittel (66,7 Prozent) weniger Pkw verkauft als im März des Vorjahres, zeigen aktuelle Zahlen der Statistik Austria. In den ersten drei Monaten des Jahres wurden 54 680 Autos verkauft, das ist ein Rückgang um ein knappes Drittel (32,4 Prozent). Im Jänner sanken die Zulassungen in Österreich um 9,1 Prozent auf 22 959 Autos (25 257 im Vorjahr), im Februar gab es ein Minus von 10,9 Prozent auf 21 067 Fahrzeuge (23 640 im Vorjahr) und im März folgte eine Vollbremsung um 66,7 Prozent auf lediglich 10 654 Pkw (31 958 im Vorjahr).[15]

Fast 70 Prozent wollen Konsum weiterhin einschränken

8. April. Die Corona-Virus-Krise sorgt für gedrückte Stimmung in Österreich. Über ein Drittel (35 Prozent) rechnet damit, dass sich ihr Leben in den kommenden zwölf Monaten verschlechtern wird, geht aus einer Online-Umfrage der P8 Marketing GmbH unter 1.200 Österreichern zwischen 3. und 7. April hervor. Die Hälfte denkt, es bleibt wie bisher. 69 Prozent wollen ihren Konsum jedenfalls stark einschränken.

Die Ausgaben gedrosselt werden sollen den Angaben zufolge vor allem in den Segmenten Reisen (73 Prozent), Bekleidung (57 Prozent), Restaurants & Ausgehen (61 Prozent) und Luxusgüter (68 Prozent). Die Reiselust ist getrübt: 38 Prozent wollen diesen Sommer keinen Urlaub machen. Von den Reisewilligen bevorzugt fast die Hälfte (47 Prozent) Österreich, 13 Prozent Italien, 8 Prozent Kroatien und 5 Prozent Griechenland. Zum Vergleich: 2019 wollten nur 25 Prozent der Österreicher auf einen Sommerurlaub verzichten, verweist P8 Marketing auf eine Erhebung des Wiener Instituts für Freizeit- und Tourismusforschung mit 1 000 Befragten.

Mehr als 20 Prozent haben Angst um ihren Job. 64 Prozent der Befragten erwarten, dass Österreich die Krise bewältigen wird. Bei knapp 10 Prozent ist der Optimismus in den vergangenen zwei Wochen allerdings gesunken. Dennoch sind 81 Prozent weiterhin mittel bis gut gestimmt. Mittlerweile ist aber knapp jeder Fünfte schlecht gelaunt, vor zwei Wochen waren es erst 15 Prozent.

Der Großteil der Befragten (86 Prozent) rechnet aber mit einer "sehr negativen" (43 Prozent) bzw. "negativen" (43 Prozent) aktuellen Wirtschaftsentwicklung. Mittelfristig wird die Entwicklung von 28 Prozent sehr negativ und von 41 Prozent negativ gesehen. Etwa 44 Prozent glauben, dass die Krise in Österreich nach drei Monaten vorbei ist; 26 Prozent sind auf sechs Monate eingestellt und rund 13 Prozent auf zwölf Monate oder länger.

Ein Drittel der Befragten ist mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung sehr zufrieden - insgesamt wurden dafür 3,5 von 5 möglichen Punkten vergeben, vor zwei Wochen waren es den Angaben zufolge aber noch 4 Punkte. "Die Diskussionen über den Oster-Erlass haben die positive Stimmung zur Bundesregierung aktuell getrübt", meinte Hofherr.

Corona-Krise für einige in Österreich schon negativ am Konto spürbar

8. April. Die Corona-Virus-Krise ist für einige schon negativ auf dem Konto zu spüren. In einer Umfrage von MarketAgent im Auftrag der ING Bank, bei der 1.000 Personen in Österreich ab 18 Jahren befragt wurden, gaben 40 Prozent an, dass sich die aktuelle Situation negativ auf ihre Finanzen auswirke. Rund ein Viertel (23 Prozent) werde daher auf Erspartes zurückgreifen.

Grundsätzlich solle man das Zwei- bis Dreifache des Monatseinkommens als Notgroschen auf die Seite legen, so der CEO der ING Österreich, Barbaros Uygun, aus Aussendung vom Mittwoch. In Anbetracht der aktuellen Krise müsse man diese Formel aber eventuell neu definieren. "Wem es möglich ist, dem würde ich raten, das Drei-bis Fünffache anzusetzen", sagte Uygun.

Laut der Umfrage haben die meisten (30 Prozent) zwischen ein bis drei Monatsgehälter angespart, rund jeder zehnte Befragte (11 Prozent) hat weniger als ein Monatsgehalt an Ersparnissen. 16 Prozent haben vier bis sechs Nettomonatsgehälter auf der hohen Kante und rund ein weiteres Viertel der Befragten mehr als das.

"Verlängerte" Zivildiener bereiten VfGH-Beschwerde vor

7. April. Etliche Zivildiener, deren Dienst Ende März ausgelaufen wäre und die aufgrund der Corona-Krise bis zum Juni verlängert worden sind, fühlen sich unfair behandelt. Mehr als 100 von ihnen wollen eine Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) einbringen, weil sie deutlich weniger verdienen als jene rund 3.500 außerordentlichen Zivildiener, die einem Aufruf der Bundesregierung gefolgt sind.

Die außerordentlichen Zivis, die sich freiwillig wieder in den Dienst gestellt haben, um Engpässe im Gesundheits- und Pflegebereich auszugleichen, dürfen mit einer monatlichen Abgeltung von zumindest 1.300 Euro rechnen. Jene, die ungefragt um drei Monate verlängert wurden, kommen dagegen im Schnitt auf rund 550 Euro. "Das ist gleichheitswidrig", meint dazu der Wiener Anwalt Nikolaus Rast, der gemeinsam mit seinem Partner Mirsad Musliu das Mandat für fast ein Zehntel von insgesamt 1 500 Betroffenen übernommen hat.

AUA-Maschine brachte 184 Passagiere aus Nigeria zurück nach Europa

4. April: Eine AUA-Maschine hat in der Nacht auf Samstag 184 Passagiere aus Nigeria zurück nach Europa gebracht. Neben Österreichern befanden sich Reisende aus 24 weiteren Ländern an Bord. "Passenderweise lautete der Name der AUA-Maschine 'Sibanye', das ist Zulu und bedeutet auf Deutsch so viel wie 'Wir sind eins' ", verriet Claudia Türtscher, Sprecherin von Außenminister Alexander Schallenberg, der APA.

Erste FFP2-Masken aus heimischer Produktion

4. April: Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) hat am Samstag die ersten FFP2-Schutzmasken aus heimischer Herstellung präsentiert, die im Kampf gegen SARS-CoV-2 von Ärzten, Pflegepersonal und in Krankenhäusern eingesetzt werden können. Produziert werden die Masken für den medizinischen Bereich von einem Vorarlberger Konsortium um die Grabher-Group. Derzeit werden 15 000 Stück täglich erzeugt.

Die Produktion der Schutzmasken, die zu 95 Prozent Viren filtern, soll in unmittelbarer Zukunft auf 100 000 pro Tag hochgefahren werden. Die Herstellung einer halben Million am Tag wäre möglich, wenn ausreichend Näherinnen gefunden werden. Zumindest 100 zusätzliche Facharbeiterinnen würden dafür benötigt, erklärte Schramböck in einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt.

Erster Fall in Ischgl bereits am 8. Februar

3. April. Der "erste gesicherte Corona-Fall" in Tirol betrifft eine einheimische Kellnerin. Das sagte Ingrid Kiefer, Leiterin der Krisenkommunikation der AGES, der APA. Das kam bei der epidemiologischen Abklärung heraus. Bestätigt wurde die Infektion erst im März. Zuvor war irrtümlich angegeben worden, dass eine Kellnerin aus der Schweiz bereits am 5. Februar die sogenannte Patientin Null gewesen sei. Der bisher viel genannte Barkeeper, dem in Medien unterstellt wurde, Dutzende in einem Apres-Ski-Lokal angesteckt zu haben, war demnach nicht der "Spreader". Vielmehr war er laut Allerberger der Erste von den in Ischgl Erkrankten, der zum Arzt ging und Anfang März positiv getestet wurde. Er habe fälschlicherweise die Rolle des angeblichen Weiterverbreiters "umgehängt bekommen", betonte Allerberger.

9. April. Die Zeitschrift Profil berichtet, dass sich 57 Prozent der geprüften Coronafälle nach Ischgl zurückverfolgen. Die Gesundheitsagentur (AGES) konnte dies in sogenannten Cluster-Analysen nachweisen.[16]

AMS wies Massenkündigung von Laudamotion ab

3. April. Das Arbeitsmarktservice (AMS) hat der Massenkündigung der Ryanair-Tochter Laudamotion eine Absage erteilt. Das gaben der Betriebsrat sowie die Gewerkschaft vida am Donnerstagabend unter Berufung auf den entsprechenden AMS-Bescheid bekannt. Demnach hat das AMS sämtliche Kündigungen der rund 550 Mitarbeiter, die beim Frühwarnsystem angemeldet wurden, zurückgewiesen. Das heißt, die Airline darf die Mitarbeiter auch nach Ablauf der Frühwarnfrist von 30 Tagen nicht kündigen.

Robert Koch-Institut änderte Einschätzung zu Mundschutz

3. April. Auch das deutsche Robert-Koch-Institut (RKI) hat in der Corona-Krise seine Einschätzung für das Tragen von Mundschutz geändert. Wenn Menschen - auch ohne Symptome - vorsorglich eine Maske tragen, könnte dies das Risiko einer Übertragung von Viren auf andere mindern, hieß es auf der Internetseite der Bundesbehörde. Wissenschaftlich belegt sei das aber nicht. Zuvor hatte das RKI den Mundschutz nur Menschen mit akuten Atemwegserkrankungen empfohlen. Nicht jeder, der mit SARS-CoV-2 infiziert ist, bemerke das auch, hieß es.

Kindergarten-Pädagoginnen klagen über Arbeitsbedingungen

3. April. Der Österreichische Berufsverband der Kindergarten-und HortpädagogInnen (ÖDKH) hat am Freitag die Arbeitsbedingungen der Pädagoginnen während der Corona-Pandemie beklagt. Diese würden derzeit unter erschwerten und gefährlichen Bedingungen arbeiten, bei den Rahmenbedingungen seien sie aber ausschließlich von der Gunst der Länder, Bürgermeister und Träger abhängig.

Der empfohlene Sicherheitsabstand sei bei der Arbeit mit jüngeren Kindern - von Wickeln über Trösten bis zum Anziehen für den Garten - nicht einzuhalten, so die ÖDKH-Vorsitzende Raphaela Keller. Die Möglichkeiten der Pädagoginnen - weniger als fünf Prozent des Kindergartenpersonals sind Männer - sich zu schützen seien allerdings verbesserungswürdig: Desinfektionsmittel sei "nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit", Schutzmasken für Eltern nicht vorgeschrieben.

Dazu komme, dass derzeit wegen der Krise Kindergartenpädagoginnen in der Probezeit gekündigt werden oder für andere Aufgaben eingesetzt.

Neue Berechnung der Dunkelziffer anhand von Island-Daten

3. April. Eine neue Berechnung über das tatsächliche Ausmaß der Covid-19-Infektionen in Österreich haben nun Forscher der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien vorgelegt. Sie haben dazu Daten aus Island auf Österreich übertragen. Im Schnitt aller Szenarien ist die Zahl an Infektionen mit Stand 1. April neun Mal so hoch als jene der bestätigten Fälle. Allerdings sei die Unsicherheit der Berechnung "beträchtlich". Mit Stand 1. April würde dieser Multiplikator von neun knapp 100 000 Infizierte in Österreich bedeuten. Die Wissenschafter räumen allerdings ein, dass die Unsicherheit der statistischen Methode relativ hoch ist, "und auch über die Unsicherheit besteht eine relativ große Unsicherheit", so Kastner. Der Multiplikator könnte demnach auch bei vier bzw. 14 liegen, was beim Stand vom 1. April eine Schwankungsbreite von 40 000 bis 140 000 Infizierten bedeuten würde.[17]

Bisher 92 190 Testungen in Österreich

2. April. Bisher hat es in Österreich 92 190 Testungen auf SARS-CoV-2 und damit deutlich mehr, als zuletzt vom Gesundheitsministerium verlautbart wurde, gegeben. Das gab Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am 2. April bekannt. Mit 1. April waren bundesweit knapp 56 000 Testungen ausgewiesen worden. "Es gibt deutlich mehr Testungen, als in den Tagesmeldungen ersichtlich", sagte Anschober. Als Grund für die Differenz nannte Anschober, dass viele kleine Labors - österreichweit führen mittlerweile über 40 diese Tests auf das Coronavirus durch - noch nicht mit der Schnittstelle verbunden sind, die direkt Daten ins Epidemiologische Meldesystem (EMS) einspeist.

Oberösterreich schränkt Parkmöglichkeit an Ausflugszielen ein

Das Land Oberösterreich schränkte ab Donnerstag, den 2. April, die Parkmöglichkeiten an beliebten Ausflugszielen im Salzkammergut und in der Pyhrn-Eisenwurzen-Region ein. Ansonsten befürchtete man, dass am kommenden frühlingshaften Wochenende zu viele Leute auf einmal dort herumflanieren. Einschränkungen galten für Parkplätze am Attersee, am Traunsee, am Mondsee und am Irrsee. Darüber hinaus gab es Einschränkungen am Langbathsee und am Offensee (beide Ebensee), am Almsee in Grünau, am Gosausee und rund um Gosau. Auch die Stellflächen bei der Feuerkogel-Seilbahn in Ebensee, bei der Krippenstein-Bahn in Obertraun, der Gosau-Hornspitzbahn sowie in Hinterstoder bei der Wurzeralm und am Kasberg waren betroffen.

Experten skeptisch bei Maskenpflicht für Gesunde

1. April

  • So weist die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem Video darauf hin, dass das alleinige Tragen von "medizinischen Masken" nicht vor dem Coronavirus schützt. Das Tragen müsse mit zusätzlichen Maßnahmen wie Händewaschen kombiniert werden. Daher empfiehlt die WHO das Tragen von Masken "nur in speziellen Fällen": "Wenn Sie Husten, Fieber und Atemschwierigkeiten haben, tragen Sie eine Maske und suchen Sie medizinische Versorgung auf. Wenn Sie diese Symptome nicht haben, brauchen Sie auch keine Maske tragen, da es keine Beweise gibt, dass sie Menschen schützt, die nicht krank sind."
  • Das Zentrum für Krankheitskontrolle (CDC) schreibt auf seiner Website: "Das CDC empfiehlt nicht, dass Menschen, denen es gut geht, eine Gesichtsmaske tragen, um sich vor Atemwegserkrankungen, einschließlich Covid-19, zu schützen." Eine Gesichtsmaske solle von Menschen, die das Coronavirus haben und Symptome zeigen, getragen werden.
  • Die Berliner Charité schreibt auf ihrer Website, dass es nicht bewiesen sei, dass "sich das Ansteckungsrisiko für eine gesunde Privatperson signifikant verringert, wenn sie einen Mund-Nasen-Schutz trägt".
  • Das deutsche Robert-Koch-Institut vertritt wie schon das CDC und die WHO die Ansicht, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS) sinnvoll ist, "sich eine an einer akuten respiratorischen Infektion erkrankte Person im öffentlichen Raum bewegen muss".
  • So sieht das auch das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECD),
  • Univ. Prof. Dr. Franz Allerberger sagt in einem Video auf der Website der Österreichischen Agentur für Ernährungssicherheit (AGES), dass es anhand von vorhandenen Studien nicht belegbar sei, dass das Tragen einer Maske bei "durch die Luft übertragenen Krankheitserregern" einen wirklichen Effekt habe. "Man sieht ja bei diesen Einmal-Mundschutzmasken links, rechts, oben, unten wie die Luft hineinkommt", so Allerberger.

Diesen sechs Quellen gegenüber steht die MedUni Wien, die die Maßnahmen der österreichischen Regierung gegenüber der APA am Dienstag, 31. März, als "hervorragende Maßnahme" bezeichnete. Vizerektor Oswald Wagner plädierte sogar für eine Ausweitung der Regelung. Auch das Zentrum für Public Health an der MedUni Wien sprach sich in einem Brief für eine Maskenpflicht im gesamten öffentlichen Raum aus. "Diese Maßnahme hat nachweislich zur Eindämmung der Covid-19-Epidemie u.a. in Japan beigetragen. Dabei dienen die Masken nicht dem Schutz vor Ansteckung, sondern dem Schutz der Kontaktpersonen vor einer Ansteckung durch einen latent oder asymptomatisch Infizierten", heißt es in dem der APA vorliegenden Schreiben.

Anzeigenflut

30. März. Exakt 10 426 Anzeigen wurden in den vergangenen zwei Wochen laut Innenministerium gegen Personen registriert, die gegen die von der Regierung gesetzten Maßnahmen zur Eindämmung von SARS-CoV-2 – etwa das Bilden von Personengruppen im öffentlichen Raum oder das Nichteinhalten eines Mindestabstands von einem Meter – verstoßen hatten. 2 046 waren es an den beiden vergangenen Tagen, davon 699 in Wien, 410 in Tirol, 222 in Oberösterreich und 186 in Niederösterreich. Am Diszipliniertesten waren – in absoluten Zahlen – die Burgenländer und die Vorarlberger, wo am Samstag 14 bzw. 52 Anzeigen ausgesprochen wurden. Am Sonntag kam es in diesen beiden Bundesländern zu gar keinen Beanstandungen.

Die Pestsäule am Wiener Graben

Die Pestsäule am Wiener Graben scheint derzeit (25. März) Anlaufstelle für manch besorgten Städter zu sein: Am Sockel finden sich zahlreiche Kerzen, Kinderzeichnungen mit Gebeten hängen an der Balustrade. "Schütze uns vor dem Coronavirus" steht auf einer Zeichnung zu lesen, auf einer anderen "Bitte lieber Gott hilf".

Die Pestsäule bzw. Dreifaltigkeitssäule, wie sie offiziell heißt, ist nach der großen Pestepidemie im Jahr 1679 errichtet worden. Damals sind in der Donaumetropole – samt Vororten – rund 80.000 Menschen dem Schwarzen Tod zum Opfer gefallen. Kaiser Leopold I. versprach, der Stadt eine Säule zu stiften, sollte die Pest aus Wien weichen, was im Herbst 1679 schließlich geschah. Noch im selben Jahr wurde ein Holzprovisorium errichtet, das aber dennoch fast acht Jahre hielt. Dann, am 30. Juni 1687, wurde der Grundstein zur heutigen Skulptur gelegt, die am Dreifaltigkeitstag 1693 eingeweiht wurde.

 
Datenstand der Johns Hopkins University zum Stand der Infektionskrankheit Covid-19 am 2. April 2020.

International

Unter diesem Link werden die weltweit dauernd aktualisiert zusammengefassten Daten zu offiziell registrierten CoV-Infektionen von der Johns Hopkins University veröffentlicht.


Da sich das Salzburgwiki nur mit Themen beschäftigt, die einen Salzburgbezug haben müssen, wird dieser Artikel nicht in der offiziellen Artikelliste des Salzburgwikis geführt. Aber aufgrund der Bedeutung der Infektionskrankheit Covid-19 möchte Administrator Peter einige Eckdaten und besondere internationale Ereignisse hier festhalten. Diese können im Artikel Benutzer:Archiv/Internationale Notizen rund um den Corona-Virus nachgelesen werden.

Weblinks

Quellen

aufgrund der Vielzahl von Daten werden nicht alle Detail-Quelllinks angeführt, als Quellen dien(t)en – sofern nicht anders angeführt – die Salzburger Nachrichten online

Einzelnachweis

  1. Salzburger Nachrichten vom 30. März 2020
  2. science.orf.at Gestresste Fledermäuse übertrugen das Virus
  3. Salzburg24.at vom 11. April 2020
  4. <www.ages.at ... mortalitaet
  5. Kleine Zeitung vom 13. November 2019
  6. Salzburg24.at vom 27. April 2020
  7. www.sn.at, 25. Juni 2020]
  8. orf.at Kongress am Arlberg: Coronavirus-Leichtsinn und seine Folgen, 20. März 2020
  9. www.t-online.de
  10. kontrast.at Message-Control statt Krisenmanagement: Warum Kurz nicht über Ischgl redet
  11. Salzburger Nachrichten vom 19. März 2020
  12. Salzburger Nachrichten vom [https://www.sn.at/panorama/oesterreich/keine-grossen-familienfeiern-zu-ostern-neuer-erlass-regelt-haeusliche-zusammenkuenfte-85806571 4. April 2020
  13. www.sn.at, 1. Juli 2020
  14. www.sn.at, 6. Juli 2020
  15. www.sn.at, 9. April 2020
  16. www.profil.at, 9. April 2020
  17. https://doi.org..
Übersicht über die Beiträge zum Thema Infektionskrankheit Covid-19