Republik Moldau

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Die Republik Moldau oder Republik Moldova (etwas seltener in der Kurzform Moldau oder die Moldau, offiziell auf Rumänisch Republica Moldova), allgemeinsprachlich auch Moldawien, ist ein Binnenstaat in Südosteuropa.

Geografie

Die Hauptstadt der parlamentarische Republik ist Chișinău. Sie grenzt im Westen an den EU-Staat Rumänien. Im Norden, Osten und Süden wird die Republik Moldau vollständig von der Ukraine umschlossen, so dass kein direkter Zugang zum stellenweise nur zwei Kilometer entfernten Schwarzen Meer besteht. 2017 betrug die Einwohnerzahl 3,5 Millionen (98 Einwohner pro Quadratkilometer, zum Vergleich 77 im Bundesland Salzburg, wobei die Republik mehr als vier Mal so groß wie Salzburg ist). Die Donau berührt das Land.

Geschichte (Auszug)

Die Geschichte der Region Bessarabien wird oft unter dem Namen Geschichte der Republik Moldau gefasst, da umstritten ist, ob die Moldauer ein eigenes Volk sind. Den Name des Landes „Moldova“ in der rumänischen Sprache, deutsch „Moldau“, beinhaltet:

das im Mittelalter unabhängige Fürstentum
die heutige rumänische Region Moldau (zwischen Karpaten und Pruth) und
die heutige Republik Moldau.

Der Name „Moldau“ soll aus dem dakischen „molta“ (viele) und „Dava“ (Burg oder Festung) abgeleitet worden sein. Andere Quellen behaupten, dass Molda, die Hündin des Fürsten „Dragos des Gründers“, in einem Fluss ertrunken war.

Die lateinischen Ursprünge Moldaus können auf die Periode der römischen Besetzung des nahe gelegenen Dakiens zurückgeführt werden, das auf dem Gebiet des heutigen Rumäniens, Bulgariens und Serbiens lag. Moldau gehörte nie zur römischen Provinz Dacia, allerdings wurde das Gebiet von den Römern als Teil Dakiens oder als Teil der Sarmatia gesehen. Im 13. Jahrhundert expandierte Ungarn in die Region. Die Region stand unter ungarischer Oberhoheit, bis 1349 Fürst Bogdan ein unabhängiges moldauisches Fürstentum gründete.

Das Osmanische Reich war im 15. Jahrhundert zum bedeutendsten Machtfaktor in Südosteuropa geworden. Daneben strebten auch das Königreich Ungarn und das Königreich Polen die Erweiterung ihres Einflussbereiches in Südosteuropa an. Das Fürstentum Moldau versuchte in dieser Phase möglichst viel von seiner Eigenständigkeit zu behalten, geriet aber als Vasallenstaat unter osmanischen Einfluss.

Nach dem russisch-türkischen Krieg 1787–1792 musste das Osmanische Reich im Frieden von Jassy (heute Iași) alle Besitzungen östlich des Dnister an Russland abtreten. Ein erweitertes Bessarabien (benannt nach dem walachischen König Basarab I.) wurde nach dem 6. russisch-türkischen Krieg von 1806 bis 1812 durch den Frieden von Bukarest in das Russische Reich integriert.

Nachdem im Zuge der Oktoberrevolution von 1917 das Selbstbestimmungsrecht aller Nationalitäten des Russischen Reiches erklärt worden war, wurde Bessarabien am 2. Dezember 1917 als Moldauische Demokratische Republik proklamiert. Nach einigen Wirren wurde das Gebiet 1918 endgültig unabhängig vom Russischen Reich und sodann Teil Rumäniens.

Das zu Rumänien gehörige Gebiet Bessarabiens und die nördliche Bukowina wurden im Juni 1940 als Konsequenz des geheimen Zusatzprotokolls des Hitler-Stalin-Paktes mit deutscher Zustimmung von sowjetischen Truppen besetzt und von der UdSSR annektiert. Am 2. August 1940 wurde die Moldauische Sozialistische Sowjetrepublik mit Chișinău (russisch Kischinjow) als Hauptstadt errichtet.

Die Moldauische SSR wurde 1991 schließlich zur vollständig unabhängigen Republik Moldau.

Salzburgbezüge

In der Geschichte des Landes Salzburg fanden sowohl Volksdeutsche als auch Bewohner von Bessarabien als Flüchtlinge ein neues Zuhause in Salzburg. In der Stadt Salzburg erinnert die Bessarabierstraße daran.

Graf Igor Alexander Caruso (* 1914 in Tiraspol, Ukraine; † 1981 in der Stadt Salzburg), ein bedeutender Psychoanalytiker, verbrachte seine Jugend in Bessarabien.

Beim Salzburg Forum, einer mitteleuropäischen Sicherheitspartnerschaft, zählt die Republik zur Gruppe der Freunde.

Der Salzburger Fremdenverkehrs-Fachmann Hofrat Dr. Werner Oppitz war als Lehrbeauftragter an der Universität in Chișinău.

In der 2. Qualifikationsrunde zur UEFA Europa League 2014–2015 war für den Fußballverein SV Grödig gegen Zimbru Chisinău Endstation. Stefan Lainer wurde im März 2017 für die Spiele gegen die Mannschaften der Republik Moldau (WM-Qualifikation) und Finnland (Test) in den Kader des A-Nationalteams berufen.

Die in Grödig beheimatete Firma Grundfos Pumpen Vertrieb GesmbH exportiert ihre Produkte in die Republik über eine eigene Vertretung im Land.

Friedrich Pfeiffer ist seit 2011 Gastdirigent des Orchesters des moldawischen Nationalopernorchesters Chișinău.

Quellen