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Schafstelze

Schafstelze, hier an der Darscholacke im burgenländischen Seewinkel
Schafstelze
Schafstelze

Die Schafstelze (Motacilla flava) zählt zu den Stelzenverwandten (Motacillidae) und ist als Brutvogel im Bundesland Salzburg vom Aussterben bedroht.

Inhaltsverzeichnis

Stelzenverwandte

Es handelt sich um eher kleine und langschwänzige Sperlingsvögel. Sie verfügen über einen spitzen Schnabel, ernähren sich von Insekten und halten sich meist am Boden auf. Die Stelzen – in Europa sind vier Arten und viele Unterarten bekannt, darunter die Bachstelze und die Bergstelze – weisen kontrastreich gefärbtes Gefieder auf. Sie brüten in Höhlen, in Nischen oder in der Vegetation und fallen durch das Wippen ihrer langen Schwanzfedern ins Auge.

Lebensraum der Schafstelze

Die Schafstelze ist ein nur im Sommer in Niederungen auftretender Brutvogel. Sie benötigt extensiv genutzte Streuwiesen und Magerweiden in offenem Gelände mit feuchten Böden. Sie baut ihr Nest in Mulden mit dichtem Bodenbewuchs und benutzt Pfosten und Zäune als Auslug. Während des Vogelzuges – Frühjahrszug von März bis Mitte Mai, Herbstzug ab Ende August bis Oktober – rasten Schafstelzentrupps auf Wiesen und Weiden und übernachten im Schilf, wobei Gebiete wie das Naturschutzgebiet Zeller See und der Stappitzer See in Kärnten an schlechtwetterbedingten Zugstautagen wichtige Rastplätze bieten. (Aber auch kleinere Gebiete, wie beispielsweise der geschützte Landschaftsteil Lucia Lacke in Niedernsill können als Rast- und Nahrungsplatz unterstützend oder rettend sein.)

Schutz des Bestandes

Es ist keine wirkliche Überraschung, dass sich ein Brutvogel wie die Schafstelze, der sich vorwiegend auf extensiv genutzten Flächen wie Weiden und Feuchtwiesen und am Rand von Mooren aufhält, im Bundesland Salzburg vom Aussterben bedroht ist. In den letzten Jahrzehnten ist ihr Bestand deutlich geschrumpft. Das Naturschutzgebiet Zeller See ist das einzige im Bundesland Salzburg bekannte regelmäßig besetzte Brutgebiet. Hier ist die Population auch zwischen 1993 und 2004 stabil geblieben. Die generell kleine heimische Population und die Mechanisierung und Intensivierung der Landwirtschaft sowie Entwässerungen und der Rückgang von extensiv genutzten Weideflächen in den Niederungen wirken sich auf den Bestand der Schafstelze negativ aus. Als Schutzmaßnahmen wären der Gebietsschutz bei bestehenden Brutvorkommen und die Beobachtung der Bestände notwendig.

Quellen

  • Killian Mullarney, Dan Zetterström, Lars Svensson, Der Kosmos Vogelführer, Große Ausgabe, S. 262, sowie 270 – 271, 2. Auflage des 2011 erschienenen KOSMOS-Vogelführers.
  • Slotta-Bachmayr, Leopold: Rote Liste der gefährdeten Brutvögel des Bundeslandes Salzburg, Naturschutzbeiträge 38/12, Naturschutz Land Salzburg, Salzburg 2012, S. 119 (Schafstelze).